Am Donnerstag und am Freitag hat der Streik von 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verkehrszentrale und der Vorfeldkontrolle zum Ausfall von bis zu 40 Prozent der Flüge geführt. Die Beschäftigten, die zu den sogenannten Funktionseliten gehören, sind in der Gewerkschaft der Flugsicherung organisiert. Sie wollen eine Angleichung an die Lohnstandards von Großflughäfen wie Berlin und München. Zudem wollen sie einer Fraport-internen Neustrukturierung (die künftig Streiks erschweren dürfte) nur mit deutlichen Aufschlägen zustimmen.
VerDi bezeichnete den Streik als egoistisch: „Die Forderungen kosten 8 Millionen im Jahr mehr, wir haben gerade Lohnabschläge bei zahlreichen Beschäftigten von 24 Millionen hinnehmen müssen, um die Bodendienste zu retten.“
Im Lauf des Freitags gelang es mittels Streikbrechern -vor allem aus der Funktionärsebene- die Wirkung des Streiks abzumindern. Der Ausstand soll nächste Woche fortgesetzt werden.
Hier ein Stimmungsbericht und Gedanken zu den Hintergründen des Streiks vom Freitag: (mehr…)
Fazit: Bei den meisten Vorzeigefirmen der Fraport handelt es sich nur um Umzüge und nicht um Neuschaffung von Arbeitsplätzen. Ein „Jobwunder Landebahn NW“ ist sehr unwahrscheinlich. Was Landesregierung, Fraport und manche Medien nicht davon abhält, das Gegenteil zu behaupten.
Zusätzlich ließen sich noch die oft miesen und unsicheren Arbeitsbedingungen am Flughafen thematisieren. Und die In-Konkurrenz-Setzung von Arbeitenden auf der ganzen Welt, die der Flughafen mit ermöglicht.
Ganz grundsätzlich bleibt aber eine andere Frage. Selbst wenn die Fraport nicht gelogen hätte: Wäre der Angriff auf die Lebensqualität von Millionen Menschen gerechtfertigt, weil er Arbeit macht?
Die Demo war gut besucht (ca. 4000 Leute) und die Stimmung war kämpferisch. Neben „Die Bahn muss weg“ war häufig die Parole „Bouffier muss weg“ zu hören (Reaktion auf Duisburg ?) (mehr…)
Mit dem Karlsruher Urteil zur Versammlungsfreiheit in öffentlich zugänglichen Räumen öffnen sich neue Möglichkeiten wirkungsvollen Protests. Nach der Großdemo der AusbaugegnerInnen nutzte dies jetzt auch die Anti-AKW-Bewegung. Beim Ordnungsamt in Frankfurt meldete sie eine Mahnwache „Atomkraft abschalten-weltweit“ an, die am Samstag den 11.2. mit guter Beteiligung stattfand. (mehr…)
Der Bau der Startbahn West vollzog sich in mehreren Etappen – ebenso der Widerstand dagegen. Gegenüber den Ereignissen am „Baulos 1″ vom Herbst 1981, wird an die vom „Baulos 2″ im Winter 1981/82 nicht mehr so gerne erinnert. Mit massivem Widerstand vor Ort wollte die Bürgerinitiative den Bau der 18 West doch noch politisch undurchführbar machen. Und aus den Fehlern bei den Waldbesetzungen des Vorjahres lernen.
Der lang angelegte Protest dauerte dann nur eine Woche und endete mit einer bundesweiten Platzbesetzungsaktion, die als „Waldschlacht“ in Erinnerung geblieben ist. Warum kam es so, und was ist bis heute geblieben ? (mehr…)
Apropos Behörden: Einige der in Flörsheim geschädigten Menschen scheinen auf die Idee gekommen zu sein, bei der Polizei Anzeigen gegen Fraport und Landesregierung zu stellen. Die armen Ordnungshüter sind mit dieser Flut von Anzeigen gegen das Etablissement völlig überfordert: Bei einer Häufung – zuletzt seien an einem Tag drei Flörsheimer vorstellig geworden – sehe man jedoch die tägliche Polizeiarbeit zunehmend beeinträchtigt. 3! Vielleicht sollte sich die Flörsheimer Polizei Nachhilfe beim Frankfurter Staatsschutz holen. Dort lief man in der Vergangenheit zu wahren Höchstleistungen beim Anzeigenschreiben auf – gegen engagierte Ausbaugegner.
Die Wut der Betroffenen ist berechtigt, ihre Reaktion aber wenig erfolgversprechend. Seit dem die Landebahn projektiert war, haben Behörden, Polizei und Gerichte in allen wesentlichen Punkten im Sinne der Fraport entschieden, und so den Bau überhaupt erst möglich gemacht. Das war kein Zufall, sondern ist landauf landab das normale Vorgehen. Anders wären solche kapitalistischen Großprojekte nämlich nicht zu realisieren.
Alles Gute kann daher nur von Unten kommen. Wir schließen mit etwas Pathos gegen Fraport und halten fest: Es rettet uns kein höh‘res Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun. Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!
Von den (deutschen) Politikern die kalte Schulter gezeigt bekommen? Und selber (sibirisch-)kalte Füsse?
Die Stuttgarter Protestbewegung hat die Wirksamkeit der Indoor- Demos erkannt und demonstriert -parallel zu Frankfurt und Berlin- am Samstagmittag in der Empfangshalle des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
Anlass ist dort der begonnene Abriss des Südflügels und die in den nächsten zwei Wochen drohende Parkräumung. Im Stuttgarter Aufruf heisst es, „Trotz Wut soll gegenüber Ladenbesitzern und Bahnkunden friedlich und freundlich aufgetreten werden – gern darf auch konsumiert werden“ Auf Vuvuzelas (die in der Bonatz-Halle so schön dröhnen) soll verzichtet werden: „Lieber was Kreatives“.
Hinter der symbolischen Aneignung des Bahnhofs steht der Schlachtruf: „Wessen Bahnhof ?“ Daraus können wir in Frankfurt etwas lernen. Denn die Stuttgarter Antwort lautet: „Unser Bahnhof !“ Wie klänge das, wenn wir Rhein-Mainer „Unser Flughafen !“ skandieren würden? (mehr…)
Hier findet sich der Aufruf des BBI. Bemerkenswert ist, dass neben der Fluglärmproblematik auch die vielen anderen Facetten des derzeitigen Flughafenbetriebs benannt werden. So wird beispielsweise der durch den Flugbetrieb verursachte Klimawandel und die Funktion als Abschiebeflughafen thematisiert.
Laut war es – Samba Rhythmen gingen durch das Terminal- und die Forderung nach Stillegung der Nordwestbahn („die einzige wirkliche Problemlösung“) stand im Mittelpunkt. Bilanziert wurden 100 Tage Leben mit der neuen Bahn. Nicht nur der Lärm zehre an den Nerven, auch die Lügen und die Korruptheit der Politiker. Auffällig war diesmal, dass mehr gegen Fraport und Lufthansa argumentiert wurde als gegen Ministerpräsident Bouffier.
Es waren etwas mehr Leute da als am letzten Montag, schätzungsweise an die 3000. Ziel sei es aber ohnehin nicht, ständig neue Rekordwerte zu erreichen, sondern für eine ausdauernde Kontinuität zu sorgen.
„Hanau baut um“ sagen Politiker im Rathaus. „Hanau haut um“ kommentieren die KritikerInnen. In Hanau soll der innenstadtnahe Freiheitsplatz schon bald mit einem Einkaufszentrum überbaut werden, bis zu 80 Bäume müssten gefällt werden. Dagegen regt sich Widerstand. (mehr…)
In Sachsenhausen fand am späten Freitagnachmittag erstmals eine Eltern-Kind-Demo gegen Fluglärm statt. Organisiert wurde der Marsch, welcher sich vom Sachsenhäuser Berg zum Wenzelsplatz und zurück bewegte, von einer Schul-Elterninitiative.
Die Initiative ist an der Martin Buber Schule angesiedelt, einer Grundschule in leichter Containerbauweise mit über 200 Schülerinnen und Schülern. Hier werden bei Westwetterlage sehr hohe Überflug-Lärmwerte -in geschlossenen Räumen bis 65 dB und ausserhalb bis 75 dB- gemessen. Fenster können nicht mehr geöffnet werden. Zum Einzugsgebiet der Schule gehören auch der Sonnenring und der Lerchesberg. (mehr…)
Der Flughafen will wachsen. Dazu bedarf es nicht nur einer Landebahn, sondern auch Strukturen und Institutionen, welche ihn auslasten, seine Vorrangstellung stützen und sie legitimieren.
Wie das aussehen soll, zeigt sich in Gateway Gardens. Hier soll das Herzstück der „Airport City“ entstehen. Geld verdienen lässt sich mit dem Betrieb eines Flughafens immer weniger. Umso mehr mit der Umgestaltung und Vermarktung seines Umfeldes. Grundüberlegung der Airport City ist, dass die Stärke des Flughafens nicht nur die Erreichbarkeit von Zielen in aller Welt ist, sondern dass er zugleich optimal erreichbar und damit einer der „weltbesten erschlossenen, aber gleichzeitig abgeschlossensten Orte“ ist. (mehr…)
Manchmal macht es Sinn, eine andere Position einzunehmen um einen Überblick zu gewinnen. In Stuttgart stehen der Abriss des Südflügels und die Räumung des Schlossgartens kurz bevor. Es kann nur Allen geraten werden, sich das einmal anzuschauen – um eine persönliche Standortbestimmung zu machen. (mehr…)
Interessant war diesen Montag die Rede von Dr. Michael Wilk, die absolut am Minimalkonsens (Anti-Lärm und Roundup-PolitikerInnenschelte) blieb. Sie betonte den Gegensatz von BürgerInnen und PolitikerInnen. Das unterstrich M. Wilk mit der Bemerkung, die PolitikerInnen, welche sich jetzt gegen Fluglärm stark machen, wären die gleichen, welche die Start- und die Landebahn durchgepeitscht und die Leute aus dem Wald geräumt hätten. Wie jede und jeder zur PolitikmacherIn in eigener Sache werden kann, wurde (noch)nicht weiter ausgeführt.
Das wollten die Leute auch gar nicht. Sie hatten Spaß, einen intellektuellen Beitrag phonstark zu kommentieren. Michael Wilk ließ kurz mal seiner anarchistischen Ader freien Lauf, als er bemerkte, er wolle die Rede „interaktiv“ halten und auch auf Stimmen der Teilnehmenden eingehen. Das Publikumsniveau blieb aber leider bodenständig. Dabei ging es um ein wichtiges Thema, nämlich um die Sondierungsgespräche mit der Landesregierung diese Woche.
Eine Frage die fehlte war: Wie stellen wir uns den Flughafen der Zukunft vor? Es besteht eine große Kluft zwischen der emotionalen und der sachlichen Beteiligung der DemoteilnehmerInnen. Etwa nach dem Motto: „Mein politisches Ziel ist….“ Weitergehende politische Inhalte sind zugunsten des „großen Verneinungs-Konsens“ bei der Demo öffentlich abgemeldet. Hinter den Kulissen werden sie um so intensiver diskutiert. (mehr…)
Am 5.Januar um 9 Uhr war die Verhandlung gegen einen Flughafenausbaugegner, wegen dem Vorwurf der Körperverletzung gegen einen Justizangestellten, angesetzt.
Diese angebliche Körperverletzung soll nach einer Verhandlung eines offensiv geführten Prozesses gegen einen Aktivisten, der wegen einer Abseilaktion im Rahmen des Widerstands gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens vor Gericht stand, geschehen sein. Es soll bei einer Auseinandersetzung um Kreidemalereien zum Thema Flughafenausbau zu einem Tritt gekommen sein.
Also wurde am Morgen des 5. Januar 2012 zuerst die Treppe am Seiteneingang des Gerichtes wieder mit Kreide beschriftet und ausgedrückt, was von Fraport zu halten ist, bzw. mit welchen Begriffen die FRAPORT AG zu assoziieren ist: Von FLUGLÄRM, UMWELTSCHÄDEN und KLIMAWANDEL, bis zu ABSCHIEBUNGEN, BILLIGLÖHNEN und REPRESSION gegen Flughafenausbaugegner_innen. (mehr…)