Archiv für Juli 2008

Solidarität mit den Streikenden!

Viertausend Beschäftigte beteiligen sich an Streiks bei der Lufthansa

Am zweiten Tag des Streiks bei der Lufthansa sind nach Angaben der Gewerkschaft ver.di bislang viertausend Beschäftigte in den Ausstand getreten. Schwerpunkte der Aktionen seien die Standorte Frankfurt am Main und Hamburg, teilte ein Sprecher mit. Darüber hinaus seien im Laufe des Tages auch Berlin, Nürnberg und Stuttgart in den unbefristeten Arbeitskampf einbezogen worden. In Frankfurt berichteten Gewerkschafts- und Betriebsrats-Vertreter von Einschüchterungsversuchen gegenüber den Streikenden. So sei einigen der Mitarbeiter mit der Aufnahme ihrer Personalien und Konsequenzen gedroht worden. Aufgrund von Wartungsausfällen musste die Lufthansa 70 innerdeutsche und europäische Flugverbindungen streichen. Bei den Langstrecken-Flügen soll es bisher weder Ausfälle noch Verspätungen gegeben haben.
(Quelle: dradio.de)

PM zum Polizeieinsatz letzte Nacht

Stellungsnahme einiger Waldbesetzer_innen:

Polizei setzt auf Eskalation

Martialisches Polizeiaufgebot im Kelsterbacher Wald – Umweltzerstörung soll mit Staatsgewalt durchgesetzt werden

Gestern Abend im Waldbesetzungs-Camp gegen den Flughafenausbau:
Plötzlich fahren 7 Kleinbusse der Polizei vor, die Türen geöffnet, in jedem sitzen mehrere Polizeibeamte: Schwer gepanzert und bewaffnet, bereit herauszuspringen. Unter den Polizisten ist auch eine BFE (Beweissicherungs- und Festnahme Einheit), eine speziell für das Vorgehen gegen Aktivist_innen ausgebildete Polizeieinheit.
Während die Polizei sich noch um das Camp herum verteilt, haben die Waldbesetzer_innen bereits verschiedene in den Baumkronen errichtete Plattformen erstiegen. Man versucht sich ein Bild von der Lage zu machen: Ein Teil der Polizeieinheiten ist unmittelbar vor dem Camp stationiert, ein weiterer Teil steht einige hundert Meter entfernt, bereit zum Eingreifen. Es sind aber auch Angestellte der FRAPORT AG im Wald: Mehrere Teams haben einige Kilometer Netze gespannt, um Fledermäuse zu fangen, begleitet werden sie von einem Großaufgebot des FRAPORT eigenen Sicherheitsdienstes, bewaffnet mit Pfefferspray und Schlagstöcken.
Nach längerer Zeit erscheint Peter Seiler, der für das Camp zuständige Leiter der SOKO Flughafen. Er wiegelt Proteste der Besetzer_innen ab, tut als wäre nichts geschehen und erklärte den Sinn des Einsatzes: In den letzten Wochen ließ die FRAPORT nachts immer wieder Fledermäuse einfangen. Umweltaktivist_innen konnten dies häufig durch das Erzeugen von Lärm behindern. Die eintreffende Polizei stellte jedesmal fest, dass weder Mensch noch Material zu Schaden kamen und es sich bei der Aktion um keine Straftat handelte. Daher fuhr die Polizei jedesmal ab. Herr Seiler sagte aber gestern, da die Arbeiten nicht vorankämen, werde sich die Polizei in Zukunft juristische Begründungen suchen, um gegen solche Aktionen vorzugehen. Kurz nach dem Gespräch fuhr die Polizei wieder ab.

Zum Hintergrund: Das Einfangen von Fledermäusen mit Fangnetzen gehört zu jenen Maßnahmen, mit denen die FRAPORT AG die Rodung des Kelsterbacher Waldes vorbereitet. Die Tiere sollen umgesiedelt und ihre Nisthöhlen verschlossen werden. Allerdings ist nicht hinreichend geklärt, ob die Tiere eine Umsiedlung überleben werden. Das alles passiert, obwohl in diesem Wald streng geschützte, seltene Fledermausarten leben.

Elke Grühn, eine Aktivistin aus dem Camp zu den Vorfällen der letzten Nacht: „Wir werten die Eskalation der Polizei gegen uns als eine direkte Drohung.Die zuständigen Beamten geben immer wieder vor auf Deeskalation zu setzen. Aber sie haben gezeigt, dass sie bereit sind, mit Gewalt und Drohungen Umweltzerstörung auch gegen friedlichen Protest durchzusetzen. Wir verurteilen die Eskalation der Polizei aufs schärfste. Wir fordern die FRAPORT auf, sofort die Zerstörung des Waldes zu beenden.“

Aktionswoche gegen Fraport

In der ersten Septemberwoche (1.-7.Sept. 08) wird bei uns im Camp eine Aktionswoche stattfinden. Höhepunkt dieser Woche soll der Freitag werden an dem das Hauptbüro der Fraport dichtgemacht werden soll.
Mit Sitzblockaden und anderen Aktionen wollen Aktivisten schon vor Arbeitsbeginn alle Zugänge blockieren, so dass ein Arbeitstag ausfallen muss. Mit dieser Aktion soll die Fraport AG, die sich zur Zeit gerne in Greenwashing übt, als das enttarnt werden was sie ist: Ein profitorientiertes Unternehmen, dass ignorant gegenüber den Protesten der lokalen Bevölkerung ist, die Umwelt zerstört und den Klimawandel vorantreibt.
Desweiteren wird es in dieser Woche die verschiedensten Workshops geben, sowie Konzerte, leckere vegane VoKü, Filmvorführungen und vieles mehr. Gemeinsam wollen wir diskutieren und einen effizienteren Widerstand gegen die Landebahn planen als bisher. Auserdem wollen wir in dieser Woche unsere Hütten entgültig winterfest machen und hoffen auf viel Hilfe dabei. Immernoch brauchen wir zum Beispiel dringend Bauholz.

Wenn Leute Flyer für die Aktionswoche ausdrucken und verteilen würden wäre das prima.

Zu finden sind sie bei Indymedia…

vorne: http://media.de.indymedia.org/images/2008/07/223519.png

hinten: http://media.de.indymedia.org/images/2008/07/223520.png

AKtionswoche_Flyer_vorne

ein wenig neues

Weiterhin ist die Besetzung am wachsen. Zeitweise sind 30 Personen oder mehr vor Ort. Dementsprechend werden neue Zelte aufgebaut, aber inzwischen werden auch eine Reihe von Hütten gebaut. Diese sollen es einmal ermöglichen, auch bei schlechter Witterung die Besetzung aufrecht zu erhalten.
Die Unterstützung durch die lokale Bevölkerung ist (trotz allmählich abnehmender Lebensmittelspenden) weiterhin gut. Die Versorgung des Camps ist aber recht stabil. Wegen steigender Personenzahl freuen wir uns auch in der Zukunft über eine enge Zusammenarbeit.

Die Polizei gibt weiterhin vor, Kuschelkurs zu fahren. Trotzdem gab es einen minutenlangen, sehr niedrigen Überflug eines Polizeihelikopters. Wir sind weiterhin ständig auf eine Räumung vorbereitet, halten diese aber in naher Zukunft für unwahrscheinlich.

Das Presseecho ist weiterhin gut, die Stimmung auch. Das Wetter war in den letzten Tagen manchmal etwas launisch, aber dank diverser Planen blieben große Teile des Dorfes trocken. Eingesammeltes Regenwasser werden wir (wenn es in einigen Tagen wieder heiß ist) auch gleich im dorfeigenen Gemüsegarten verbrauchen.

Weiterhin freuen wir uns über (Sach)Spenden (Bauholz, Wolldecken, vegane Lebensmittel etc.), Teilnahme am kulturellen Programm, Besuche und neue Mitbewohner_innen.

Optimistisch schauen wir in eine bewaldete, landebahn- und flughafenfreie Zukunft.
Wir bleiben alle!

Solidarität aus dem hohen Norden

Soliaktion in Borkum
Auch im Urlaub denkt manch eine_r noch an das Klima. Viele Menschen
leider aber auch nicht. Die Nordseeinsel Borkum zum Beispiel wird mit
einem Flugshuttle bis zu 5x täglich vom Festland bedient. Die Maschinen
können maximal 9 Passagiere pro Flug aufnehmen (also insg. 45 Passagiere
pro Tag pro Richtung). Die sehr gut angebundene Fährverbindung bedient
dieselbe Strecke 6x täglich mit einer Gesamtkapazität von knapp 3500
Passagieren pro Tag pro Richtung, wovon vier Verbindungen nur ca. eine
Stunde Fahrtzeit benötigen.
Somit wird einmal mehr deutlich, wie unnötig und sinnlos eine direkte
Flugverbindung ist. Hier wird Bedarf durch das Angebot geschaffen, was
ebenso für die angebotenen Rundflüge gilt.
Interessant ist außerdem, dass die Fluggesellschaft eine 100%ige Tochter
der Reederei ist, die die Fährverbindungen anbietet.
Spaß für die Familien und fatal für’s Klima.
Und weil Aktivist_innen bekanntlich nie im Urlaub sind, entschlossen
sich zwei Menschen, mit Kreide „Fliegen killt Klima! Land unter auf
Borkum?“ vor den Eingang zum Flughafen zu schreiben. Bei den Passagieren
sorgte das auch sofort für Diskussionen.
In diesem Sinne: Ausbau des Frankfurter Flughafens verhindern,
Flugverkehr einschränken statt ausbauen!

Radtour mit vollem Erfolg

Zu einem Event, den man als sehr gelungen bezeichnen kann, entwickelte sich die Radtour am 29.06.08. Trotz recht später Mobilisierung und den Sommerferien fanden über 500 Menschen raus in den Wald. Die Bevölkerung der umliegenden Städte und Gemeinden zeigten hiermit symbolisch die Unterstützung für die Waldbesetzung. Der Kuchenstand der Bürgerinitiative IGEL konnte den Ansturm dank fleißiger Kuchenbäcker bewältigen. Gestärkt durch Kaffee und Kuchen, fand ein Spaziergang durch den Wald statt, bei dem sich die Interessierten ein sehr genaues Bild von den vorbereitenden Maßnahmen der Fraport AG machten. Zurückgekommen in das WaldbesetzerInnendorf, wurden sie von der Band Loxley Beade empfangen, um einfach die Seele bei Musik und Ökowein baumeln zu lassen.

Nächster Flyer ist fertig!

Juhu. Der überfällige 5.Flyer ist fertig!