PM zum Polizeieinsatz letzte Nacht

Stellungsnahme einiger Waldbesetzer_innen:

Polizei setzt auf Eskalation

Martialisches Polizeiaufgebot im Kelsterbacher Wald – Umweltzerstörung soll mit Staatsgewalt durchgesetzt werden

Gestern Abend im Waldbesetzungs-Camp gegen den Flughafenausbau:
Plötzlich fahren 7 Kleinbusse der Polizei vor, die Türen geöffnet, in jedem sitzen mehrere Polizeibeamte: Schwer gepanzert und bewaffnet, bereit herauszuspringen. Unter den Polizisten ist auch eine BFE (Beweissicherungs- und Festnahme Einheit), eine speziell für das Vorgehen gegen Aktivist_innen ausgebildete Polizeieinheit.
Während die Polizei sich noch um das Camp herum verteilt, haben die Waldbesetzer_innen bereits verschiedene in den Baumkronen errichtete Plattformen erstiegen. Man versucht sich ein Bild von der Lage zu machen: Ein Teil der Polizeieinheiten ist unmittelbar vor dem Camp stationiert, ein weiterer Teil steht einige hundert Meter entfernt, bereit zum Eingreifen. Es sind aber auch Angestellte der FRAPORT AG im Wald: Mehrere Teams haben einige Kilometer Netze gespannt, um Fledermäuse zu fangen, begleitet werden sie von einem Großaufgebot des FRAPORT eigenen Sicherheitsdienstes, bewaffnet mit Pfefferspray und Schlagstöcken.
Nach längerer Zeit erscheint Peter Seiler, der für das Camp zuständige Leiter der SOKO Flughafen. Er wiegelt Proteste der Besetzer_innen ab, tut als wäre nichts geschehen und erklärte den Sinn des Einsatzes: In den letzten Wochen ließ die FRAPORT nachts immer wieder Fledermäuse einfangen. Umweltaktivist_innen konnten dies häufig durch das Erzeugen von Lärm behindern. Die eintreffende Polizei stellte jedesmal fest, dass weder Mensch noch Material zu Schaden kamen und es sich bei der Aktion um keine Straftat handelte. Daher fuhr die Polizei jedesmal ab. Herr Seiler sagte aber gestern, da die Arbeiten nicht vorankämen, werde sich die Polizei in Zukunft juristische Begründungen suchen, um gegen solche Aktionen vorzugehen. Kurz nach dem Gespräch fuhr die Polizei wieder ab.

Zum Hintergrund: Das Einfangen von Fledermäusen mit Fangnetzen gehört zu jenen Maßnahmen, mit denen die FRAPORT AG die Rodung des Kelsterbacher Waldes vorbereitet. Die Tiere sollen umgesiedelt und ihre Nisthöhlen verschlossen werden. Allerdings ist nicht hinreichend geklärt, ob die Tiere eine Umsiedlung überleben werden. Das alles passiert, obwohl in diesem Wald streng geschützte, seltene Fledermausarten leben.

Elke Grühn, eine Aktivistin aus dem Camp zu den Vorfällen der letzten Nacht: „Wir werten die Eskalation der Polizei gegen uns als eine direkte Drohung.Die zuständigen Beamten geben immer wieder vor auf Deeskalation zu setzen. Aber sie haben gezeigt, dass sie bereit sind, mit Gewalt und Drohungen Umweltzerstörung auch gegen friedlichen Protest durchzusetzen. Wir verurteilen die Eskalation der Polizei aufs schärfste. Wir fordern die FRAPORT auf, sofort die Zerstörung des Waldes zu beenden.“


3 Antworten auf “PM zum Polizeieinsatz letzte Nacht”


  1. 1 Andreas Arbeit 30. Juli 2008 um 9:53 Uhr

    Das ist ja abgefuckt… nicht ! Bin Freitag wieder am Stizzle und bring Verstärkung mit.

  2. 2 Karl-Heinz 30. Juli 2008 um 11:08 Uhr

    Die Polizisten waren bewaffnet? Das ist ja ein Skandal! Dagegen würde ich klagen.
    Viele Grüße

  3. 3 subbel 25. August 2008 um 16:04 Uhr

    es gibt immer eine größere Waffe: die IDEE

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