Die Wirtschaftskrise

Deutschland und die Welt erwarten gerade die schwerste Krise der Nachkriegszeit – eine wirtschaftliche und eine politische Krise. Die Bankrottwelle einiger großer Banken und Versicherungen durch das Platzen der Spekulationsblase war nur der Anfang. Inzwischen stehen die Produktionsbänder wir vieler Produzenten still. Die aktuelle Wirtschaftskrise ist eine Krise der Überproduktion. Während die Produktivität in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist wurde die werktätige Bevölkerung durch Lohnkürzungen, Arbeitsplatzabbau und Arbeitszeitverlängerungen derart gebeutelt, dass diese nicht alle hergestellten Waren kaufen können. Die Krise trifft zuerst die am höchsten entwickelten Industrieländer. In dieser Krise sind die Immobilienkrise, die Energiekrise, die Ernährungskrise und die Umweltkrise eingeschlossen, die zu ihrer Vertiefung beitragen.
Der in den letzten Jahrzehnten betriebene Wirtschaftswachstum wurde ungeachtet der ökologischen und sozialen Folgen vorangetrieben. Die Politik und Wirtschaft prophezeite den Werktätigen das nur durch Wachstum und gleichzeitigem Arbeitsplatzabbau, Lohnkürzungen und Arbeitszeiterhöhungen der Wohlstand gewahrt werden könnte und alle davon profitieren. Die einzigen die von diesem Wachstum profitiert haben sind die gleichen die heute fordern das der Steuerzahler die Folgen der Krise zu zahlen hat.
Mit Blick auf die „Nachbarn“ des Walddorfes, dass sich inmitten der hoch entwickelten Industrielandschaft eingenistet hat, können wir sehr viel über die Funktionsweise des Kapitalismus lernen. Da ist zum einen die Ticona. Der Chemiekonzern wird in ein neues Industriegelände umziehen um so den Flughafen Platz zu machen. Dazu zahlte die Fraport subventionierte 670 Millionen. Ein gutes Geschäft für die Ticona. Von der Politik wurde propagiert wie wichtig der Produzent von technischen Kunstoffen für die Wirtschaft ist. Die angeblich sicheren, weil qualifizierten Arbeitsplätze konnten dank dem besonnen Vorgehen von Politik und Konzernen gerettet werden. Das Zeitgleich mit dem Umzug der Konzern Arbeitszeiterhöhungen von der Belegschaft gefordert hat und dies durch die Warnung „entweder ihr arbeitet mehr, oder wir gehen in den Osten wo alles billiger ist“ durchgesetzt hatte wurde dabei vergessen. Mit der Wirtschaftskrise dürften in Zukunft weitere Verschlechterungen die Folge sein. Der Konzern kriselt unter Auftragsmangel und den hohen Rohstoffpreisen in der Vergangenheit. Von sicheren Arbeitsplätzen kann dort nicht mehr die Rede sein.
Ein weiteres Projekt der Chemie ist die Müllverbrennungsanlage im Industriepark Höchst. Einige Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Bau der Anlage sind schon im Waldcamp aufgetreten.
Dieses Projekt bei dem die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung hinter den Interessen der Konzerne stehen. Nicht zuletzt hoffen die Betreiber der Müllverbrennungsanlage auf eine hohe Produktivität der Chemieanlagen, unter anderem ist Ticona ist einer Anlagen die sehr viel an Energie benötigen. Für dieses Vorhaben werden europaweit 700.000 Tonnen Müll im Jahr zum Verbrennen in die Anlage gebracht, welche von 35 Mitarbeitern betrieben wird. Der Transport soll unter anderem durch die 200 LKW’s täglich sichergestellt werden. Argumente gegen die Müllverbrennungsanlage findet ihr hier.
Unser liebster Nachbar, die Fraport gibt sich in der Krise gelassen. Amann, der Projektleiter für den Ausbau geht davon aus das die Krise nur kurz andauert und die Flugbewegungen dann wieder zunehmen.
Er ist einer derjenigen die es sich kaum leisten können eine ernsthafte Beurteilung vorzunehmen.
Dennoch scheint es Bewegung bei der Fraport zu geben. Der Flughafen Hahn, ein Konkurrent des Flughafen Frankfurt läuft defizitär. Die Fraport welche ihre mehrheitlichen Anteile für ein Euro an das Land verkaufte, hatte niemals ein Interesse an einem provitabelen Flughafen Hahn. Der Flughafen ist für die Fraport und eines seiner Hauptkunden, der Lufthansa, ein Konkurrent auf dem Markt. Bei fallenden Flugbewegungen sollte nach dem Plan der Fraport die Kapazitäten nach Frankfurt verlagert werden um der Krise entgegen zu wirken.
Durch den Ausbau des Frankfurter Flughafen wird dieses Vorhaben noch um so dringlicher, die Fraport muss erreichen das Flugkapazitäten aus den anderen Standorten nach Frankfurt konzentriert werden. Ein Vorgang der im Kapitalismus nicht ungewöhnlich ist. Die Folge dieses Prinzip sind Arbeitsplatzabbau, Kapitalvernichtung und Kapitalkonzentration.
Da der Flughafen Frankfurt eines der weltweit bedeutendsten Luftfahrt Drehkreuze ist wird sich für die Zukunft abzeichnen das es zu einer weiteren Konzentration von Flugbewegungen nach Frankfurt kommt. Die Krise wird der Fraport nützlich sein, während andere internationale Flughäfen schließen werden erfreut sich der Konzern an der wachsenden Bedeutung für den Luftverkehr. Um die frei werdenden Kapazitäten aufzunehmen dringt Fraport auf einen möglichst schnellen Ausbau des Flughafen.
Der Wachstum ist also keineswegs im Interesse der Menschen. Wirtschaftswachstum im Interesse des Kapitals ist die Wurzel für Arbeitslosigkeit, Naturzerstörung, Armut und Wirtschaftskrisen.


4 Antworten auf “Die Wirtschaftskrise”


  1. 1 Besucher 07. Februar 2009 um 17:31 Uhr

    Vielleicht ist die menschliche „Krise“ die primäre und weitaus tragischere…

  2. 2 Anonymous 08. Februar 2009 um 1:59 Uhr

    sinnlos zusammengewürfelte, populistische aussagen

  3. 3 pro 08. Februar 2009 um 4:31 Uhr

    Ein guter Artikel, Emotionalität ist auch dabei. Er zeigt viele Aspekte und deckt vieles ab, was ich denke, zumindest das, wovon ich weiß und dementsprechend beurteilen kann.
    Meines Erachtens ist die „Krise“ der Beginn einer Wandlung unseres heutigen Wirtschaftssystems. Ich gebe den Rettunsversuchen des Alten keine Chance. Warum auch, ich wünsche mir eine Wirtschaft für die Menschen und nicht eine, die vorrangig Kapital und bezahlte Arbeit unterstützt.
    Der Flughafenausbau ist für mich ein Auswuchs, den Wald fallen zu sehen bringt mich zum weinen. Das Gute, die Menschen beschäftigen sich mal mit etwas anderem, als mit der aktuellen Schuhmode, dem besten MP3-Player, welcher Klamottentyp man ist, oder wie man Männer im Bett zum schreien bringt. (siehe gmx Ratgeber).

  4. 4 Rita 11. März 2009 um 8:30 Uhr

    Der Werteverfall unserer Gesellschaft wird immer unerträglicher.
    Wie kann es ökologisch vertretbar sein, dass ein Flug nach London weniger kostet als eine Kurzstrecke mit dem Bus?

    Die Menschheit hat längst ihre Grenzen überschritten. Statt sich auf der Erde wie ein Gast zu benehmen, hält sich der Mensch für die kosmische Superlative und bildet sich ein, alles gehöre ihm. Alles, was seinem perversen, kapitalistischen Denken im Wege steht, wird zerstört. Die Flughäfen müssen immer größer, die Shoppingcenter immer zahlreicher werden. Mit der Argumentation „Schaffung von Arbeitsplätzen“ hat auch Fraport die meisten der Politiker auf seine Seite gezogen, kündigt dann aber wenige Wochen nach Rodung des Bannwaldes Kurzarbeit an.

    Ich erwarte von Fraport und allen Politikern, die diesen unsinnigen und ökologisch katastrophalen Flughafenausbau mitgetragen haben, den Nachweis der Schaffung von mindestens 40.000 Arbeitsplätzen und eine Untersuchung, wie es mit der Gesundheit der dort lebenden Menschen aussieht.

    Ferner bitte ich um eine öffentliche Stellungnahme zu der Frage, was aus den Tieren des Kelsterbacher Waldes geworden ist, die
    nicht erschossen worden sind und zitiere in diesem Zusammenhang Mahatma Gandhi, ein Mensch, der wirklich absoluten Respekt verdient:
    „Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“

    Im Übrigen möchte ich an dieser Stelle meine große Hochachtung den Menschen zollen, die sich in einem monatelangen Kampf um den Erhalt der Bäume verdient gemacht haben und selbst bei eisiger Kälte im Camp für eine gute Sache ausharrten.

    Den Fraportkapitalisten und ihren politischen Handlangern kann ich mitteilen, dass ich seit 20 Jahren nicht geflogen bin und auch weiterhin ihre unmoralischen Machenschaften boykottiere!
    Sollte bei deren Untergang wieder der kleine Steuerzahler herhalten müssen, werde ich dieses Land endgültig verlassen!

    Rita

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