Der Vertrag mit Kelsterbach

Die Stadtverordneten Versammlung ist vorbei, das große Medienecho an diesen Protesttag hat die Diskussion um den Ausbau nochmals angeheizt. Bürgermeister Ockel wurde von den AusbaugegnerInnen abgestraft. Noch ein paar Tage zuvor brachte er noch unter großer Enttäuschung und mit unglücklicher Miene seine Unterschrift unter den Eckpunktevertrag. Er musste das unvermeidliche tun. Das Ockel ein schlechter Schauspieler ist wissen wir. An einer Authentischen Emotionalität mag bei dem Ockel niemand mehr so recht glauben.
Ockel ist ein Bürgermeister, der bei einer Wahlbeteiligung von 31,6 % gewählt wurde. Die Menschen trauen dem Ockel nicht und wählten daher den Ausbaugegner und Bürgermeisterkandidat Sascha Friebe mit einem zweistelligen Prozentsatz. Friebe hatte nur eine einzige Wahlkundgebung, an einer Kelsterbacher Pommesbude.
Grund zur Freude hat Ockel also nicht, dafür aber seine oberen Parteigenossen der SPD. Gerüchtweise haben die Oberen der SPD diesen Deal mit Fraport eingefädelt. Zur Erinnerung: Die gescheiterte Wahl von Ypsilanti als Ministerpräsidentin wurde durch die Seilschaften des rechten Flügels der SPD verhindert. Diesem Netzwerk, dem Seeheimer Kreis steht auch Ockel nahe. Fraport ist einer der großen Gönner des Seeheimer Kreises. Es bleibt den Leser zu überlassen welche Vorteile sich Ockel von seiner Hörigkeit verspricht. Den Vertrag zu erarbeiten, dass war nicht die Idee vom Bürgermeister. Für solche Geschäfte ist er nicht fähig genug, erst recht kann er nicht gegen den Druck bestehen einen solchen Vertrag nicht zu unterzeichnen.

Zum Vertrag der Stadt Kelsterbach mit Fraport
Wie im echten leben erhofft sich Fraport mit diesem Vertrag einen Gewinn. Verträge werden von Unternehmen nicht mit einem undefinierten Ziel oder zu Wohlfahrtszwecken abgeschlossen, ein Unternehmen erhofft sich immer einen Mehrwert aus den Vertraglichen Regelungen. So auch bei dem Vertrag der Stadt Kelsterbach mit Fraport.
Kelsterbach behauptet das der Verkauf Geld in die Kassen bringt, was den Kelsterbachern viel mehr bringt als eine verlorene Klage.
Diese Argumentation setzt auf das niedrigste Politische Bewusstsein der Menschen. Es setzt auf die Anti-Solidarität mit anderen Betroffenen und spaltet die Ausbaugegner. Das Vorgehen der Stadt Kelsterbach wird auch in Zukunft Auswirkungen haben, neben den Vertraglich festgelegten Knebelklauseln für die Stadt Kelsterbach ist die Botschaft an die Betroffenen, dass es keinen solidarischen Protest gibt, sondern nur eine Gemeinschaft in der Abhängig vom eigenen Standpunkt das beste für einen einzelnen herausgeholt wird. Die Bürgermeister der anderen Kommunen haben gut daran getan genau dies zu kritisieren und wurden prompt vom Ockel eines „unmöglich und frechen“ Vorgehen bezichtigt.
Das Geld was angeblich den Kelsterbachern zugute kommt sind auch nicht die 32 Millionen abzüglich der 18 Millionen die bei einer Enteignung zusammen kommen, vielmehr sind es mindestens 30 Mio. die bei einer Enteignung der Stadt zustehen. Die 18 Mio. Sind Zahlen auf Basis von Berechnungen die den schlechtesten Fall annehmen. Auch Gutachter sind nicht unabhängig. So auch der Gutachter der die 18 Millionen In den Raum geworfen hat. Das Gutachten hat für die Stadt eine Politische -Bedeutung so dass durchaus die Frage gerechtfertigt ist in wie weit der Gutachter von der Stadt beeinflusst wurde.

Die Ausbaugner haben dennoch nicht resigniert und sich irritieren lassen. Bisher hatte jede schlechte Nachricht für die Ausbaugegner nur zu einer Stärkung der Bewegung geführt. Selbst wenn das Camp in der nächsten Woche geräumt wird und der Wald gerodet, die Initiative gegen den Ausbau kann in ihrer Stärke weiterhin bestehen.


7 Antworten auf “Der Vertrag mit Kelsterbach”


  1. 1 Alexander 15. Februar 2009 um 13:05 Uhr

    Zunächst möchte ich meine Bewunderung und meine Hochachtung den AusbaugegnernInnen und WaldbesetzernInnen aussprechen, macht weiter so! Es gehört viel innere Überzeugung dazu, wenn man immer wieder weiter macht, obwohl ringsherum „die Welt untergeht“, der Wald platt gemacht wird. Es scheint so als sei nichts mehr zu ändern am Bau der neuen Landebahn.
    Wie kann man die Stadtverordneten von Kelsterbach doch noch davon überzeugen, dem Waldverkauf, dem Vertrag mit der Fraport AG, nicht zuzustimmen? Können die Stadtverorneten eine so weitreichende Entscheidung wirklich verantworten, auch im Hinblick auf die künftigen Generationen.
    Findet sich nicht noch ein Haken an dem „Eckpunktepapier“, der gegen die Zustimmung der Volksvertreter von Kelsterbach spricht. Verkauft sich Kelsterbach zu billig? Was kann die Fraport durch den Holzverkauf für einen Gewinn erzielen? Ich kann mir gut vorstellen, daß die Fraport hier noch ein gutes Geschäft macht.
    Es gbt kein öffentliches Interesse am Bau der neuen Landebahn. Es gibt nur ein Interesse der Fraport AG.
    So eine weitreichende Entscheidung, wie den Waldverkauf darf nicht alleine den Stadtverordneten von Kelsterbach überlassen werden. Ich wünsche ein gutes Gelingen des Bürgerbegehrens. Viele Kelsterbacher haben schon resigniert, es gilt sie noch einmal zu überzeugen. Es ist noch nicht alles zu spät! Wer möchte in Kelsterbach, Raunheim und den anderen Gemeinden um den Flughafen in Zukunft noch wohnen, wenn der Flugverkehr noch weiter zunimmt, wenn der Lärm und die Luftverschmutzung noch mehr Menschen betrifft, wenn der Bannwald nicht mehr besteht? Der Kelsterbacher Wald besteht schon kaum noch. Es ist jetzt schon mehr als genug.
    Es gibt jetzt schon Einschränkungen bei künftigen Siedlungsflächen im Umkreis des Flugplatzes. Was ist mit den Menschen die jetzt schon dort leben? Sollen die sich in Zukunft nur noch hinter ihrer Lärmschutzverglasung sonnen?
    Die neue Landebahn darf nicht gebaut werden! Fraport darf nicht die Lebensbedingungen einer ganzen Region bestimmen.
    „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen“.
    Das gilt auch für die Stadtverordneten von Kelsterbach, wie auch für die Landesregierung von Hessen.

  2. 2 HTH 16. Februar 2009 um 15:04 Uhr

    Ist es möglich die Quellen für die Anmerkungen zu veröffentlichen. Ich bin sehr daran interressiert zu erfahren wie man herausfindet das Herr Ockel zum Seeheimer Kreis gehört. Fände ich bei einer Veröffentlichung ziemlich schädigend für Ihn. Also, ich benötige Quellen

  3. 3 Ur-Kelsterbacher 18. Februar 2009 um 7:49 Uhr

    @Alexander

    Zitat „Es gbt kein öffentliches Interesse am Bau der neuen Landebahn. Es gibt nur ein Interesse der Fraport AG.“

    Das ist schlichtweg falsch. Ich selbst bin kein Mitarbeiter der Fraport und auch kein Mitglied der Kelsterbacher Stadtverordnetenversammlung, würde mein Interesse also durchaus als öffentlich ansehen. Und ich möchte, dass der Flughafen ausgebaut wird.

    Ich möchte Kiwis aus Neuseeland und Computer aus Taiwan haben. Beides kommt mit dem Flugzeug.

    Ich möchte die ganze Welt sehen und bereisen. Und alles, was ich dabei nicht mit der Bahn erreichen kann, da möchte ich gerne das Flugzeug für nutzen.

    Ich möchte, dass meine Kinder es leicht haben, Arbeit zu finden. Und das geht in einer wirtschaftlich florierenden Region deutlich besser als auf Hallig Hooge.

    Wenn ich mich nach einem erholsamen Waldspaziergang sehne, dann gehe ich an den Tennisplätzen oder dem „Hinkelstein“ vorbei in den Wald Richtung Schwanheim. Und wenn ich mal woanders „in den Wald“ möchte, dann fahre ich in den Taunus. Zum Beispiel.

    Klar, meine Eltern sind früher auch mit mir zum Wildschweingehege im Wald gelaufen, das es jetzt vermutlich nicht mehr gibt. Und ich habe durchaus auch die Atmosphäre an der Kiesgrube genutzt.

    Und trotzdem bin ich für einen Ausbau des Flughafens. Wer gegen Modernisierung und Zukunft ist, der soll doch bitte in den Hessenpark oder in andere Museen ziehen.

  4. 4 hdampf 19. Februar 2009 um 8:46 Uhr

    @Ur-Kelsterbacher: Und natürlich nicht vergessen, dass Du natürlich ganz heiß darauf bist, dass Deine Fraport Aktien im Kurs steigen!

  5. 5 Koch 19. Februar 2009 um 17:33 Uhr

    Die „Seeheimer“ in der SPD sind nur der äußerste Kreis einer konformistischen Rebellion in deren Epizentrum der größte politische Blog Deutschlands steht.

  6. 6 Koch 20. Februar 2009 um 12:00 Uhr
  1. 1 Die Woche | Pflasterstrand Pingback am 15. Februar 2009 um 10:19 Uhr

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