WaldbesetzerInnen im Egelsbacher Flughafenwiderstand

Am Samstag, den 28. Februar, fand in Erzhausen eine Kundgebung gegen den Verkauf und Ausbau des dortigen Flugplatzes statt. Unter die ca. 400 AnwohnerInnen mischten sich auch einige AktivistInnen der Waldbesetzung.

Schon bei der Ankunft auf dem kleinen Hof-Gelände außerhalb von Erzhausen, bei Egelsbach, gab es die erste Überraschung für die ehemaligen WaldbesetzerInnen: Ein riesiger Auflauf von Menschen, mitten in der Landschaft. Anscheinend war ein Großteil der Erzhausener auf den Beinen, dazu die Freiwillige Feuerwehr, PolitikerInnen, Musik- und Sportvereine sowie viele Bewohner der umliegenden Gemeinden. Und alle ziehen am selben Strang. Die AktivistInnen erklommen zwei Bäume und hängten zwei Transparente um ihre Solidarität mit dem Kampf der ErzhäusenerInnen gegen den Verkauf und damit verbundenen Ausbau des Flugplatzes Egelsbach zu demonstrieren.

Der Flugplatz Egelsbach soll an NetJet, eine Gesellschaft aus dem Firmengeflecht des US-Milliardärs Warren Buffet, verkauft werden. NetJet will den Flugplatz, der aktuell kurz vor der Insolvenz steht, dann zum größten Flughafen für private Kleinflugzeuge in Europa ausbauen, dazu muss mindestens eine Landebahn massiv verlängert werden. Der Flughafen Frankfurt, will dann, einen großen Teil der Privatjet-Bewegungen dorthin auslagern.

Nachdem in der Scheune in Erzhausen mehrere lokale Politiker ihren Unmut über diese Verkaufspläne zum Ausdruck gebracht hatten, verkündete der Tennisverein, dessen Gelände direkt vom, Ausbau betroffen ist, seine Räumlichkeiten für den Widerstand bereitzustellen. Daraufhin wurde eine Solidaritäts-Bekundung der Flughafen-BI’s verlesen und auch die WaldbesetzerInnen erhielten Redezeit. Schon nach dem ersten Satz: „Hallo, wir kommen von der Waldbesetzung Kelsterbach“ brach derartiger Beifall los, dass der Redner seinen Text vergaß und nur noch verkündete, dass einige Ex-WaldbesetzerInnen bereit seien den Widerstand gegen den Flughafenausbau in Egelsbach tatkräftig zu unterstützen, wenn dies gewünscht sei. Wieder tosender Beifall.

Nachdem die Versammlung aufgelöst wurde kamen noch mehrere AnwohnerInnen persönlich auf die AktivistInnen zu um mit ihnen zu reden. Mutmachende Worte wurden ausgetauscht und die AktivistInnen wurden in ihrem Vorhaben bekräftigt sich in den Flughafenwiderstand dort einzubringen. Zudem wurde ihr Einsatz für den Kelsterbacher Wald immer wieder gelobt und ihnen dafür gedankt.

(pZ)

PRESSE:
Rundschau-Artikel


4 Antworten auf “WaldbesetzerInnen im Egelsbacher Flughafenwiderstand”


  1. 1 Fraa Raascher 01. März 2009 um 21:57 Uhr

    richtig so zusammenhalt ist wichtig auch überregional.haltet uns auf dem laufenden wie es in egelsbach weiter geht!!!
    schade das die bevölkerung hier irgendwie anders tickt leider was ich nie gedacht hätte naja was soll man machen.

  2. 2 Fraa Raascher 01. März 2009 um 22:50 Uhr

    Als ich diese Zeilen las, habe ich Gänsehaut bekommen! (im positiven Sinne!) Weiter so!

  3. 3 sarajevo 02. März 2009 um 15:27 Uhr

    Ich bin ausnahmsweise auch gegen den weiteren Ausbau von Egelsbach ! FRA hat sein GAT und das sollte in dieser Gegend eingentlich für private Geschäftsflieger reichen ! Ich mache mir aber wenig Sorgen, weil ich diesen Landeplatz (und mehr ist es nicht)ganz gut kenne ! Da gibt es kaum Platz für einen grossartigen Ausbau ! Auf der neinn Seite kommt die A5 auf der anderen Seite schon die Bahn ! Also geschmeidig bleiben, zurücklehnen und ganz entspannt zusehen, was sich NetJet dort zusammenspinnen will;-)

  4. 4 Anonymous 02. März 2009 um 19:59 Uhr

    Ich bin nicht Fraa Raascher!

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