London: Startbahnbesetzung

Was in Berlin der Höhepunkt der Freiraumtage werden soll ist in London bereits, auf ganz andere Art und Weiße geschehen: Die Besetzung eines Flughafens.

Gestern morgen um 2.30 schnitten sich fünf Öko-AktivistInnen durch den Zaun des Flughafens „London City Airport“ und ketteten sich mit Metallrohren kreisförmig aneinander, direkt um ein kleines Flugzeug am West-Ende der Startbahn. Da der Flughafen nur eine Start- und Landebahn hat, war der gesamte Flugverkehr des Flughafes unterbrochen. Die Gefahr dass beim flexen die Funken, leicht entzündliches Flugbenzin entzünden, könnte den normalen Vorgang des aus den Rohren schneiden ernsthaft erschweren.
Die Aktion richtet sich gegen klimazerstörenden Flugverkehr im Allgemeinen und gegen egoistische Privatjets, welche durch ihre geringe Passagierzahl, 5 bis 10 mal mehr das Klima verpesten pro Passagier, im Besonderen.

Der Flughafen London City Airport ist ein kleiner Flughafen mitten in London, im Stadtteil Newham, der relativ arm ist, wo also eine Luftverschmutzung durch Flugverkehr anscheinend nicht so schlimm ist. Der Flughafen ist relativ klein, und hat nur eine Start- und Landebahn von 1500 m Länge. Dadurch können nur kleinere Maschinen hier landen. Der Flughafen ist eine Ergänzung zu den Megaflughäfen London-Heathrow und London-Stansted und anderen gegen die es zur Zeit auch massiven Widerstand gibt: http://de.indymedia.org/2009/04/246786.shtml
Auf London City Airport landen zum Großteil Geschäftsleute in ihren Privatjets.

“Because of their low passenger capacity, small jets emit between five and 10 times more carbon per passenger than commercial flights. In an age where we face potentially catastrophic climate change, this is no longer an acceptable form of transport. It’s time that private jets were grounded for good.” sagt die Aktivistin Nancy Birch.

Vor der Krise waren die Privatjets, der am schnellsten wachsende Sektor der Flugindustrie. In den letzten 10 Jahren ist er um fast 50 Prozent expandiert.

Um 7 Uhr wurde gemeldet das bereits wieder Flugzeugverkehr stattfindet. Da aber niemand gesehen hat wie die AktivistInnen befreit und festgenommen wurden, kann es sein, dass sie sich durch den Flugverkehr in Gefahr befanden.


1 Antwort auf “London: Startbahnbesetzung”


  1. 1 vega 21. Juli 2009 um 13:13 Uhr

    a) Sind Flugzeugabgase wegen der Höhe in der sie freigesetzt werden 3-5 mal so klimawirksam wie am Boden.
    b) Betreffen die Lärmbelastung und die gesundheitlichen Schäden (Lärm und Abgase) bei einem Flughafen mehr Menschen (zumindest wenn er in einem Balungsraumes liegt).

    Ansonsten hast du sicherlich recht was die ökologischen fatalen Folgen von Schiffverkehr angeht. Aber zwei Haufen Scheiße gegeneinander abzuwiegen, ich glaube das bringt uns nicht weiter…

    Das Argument mit der rein individuellen Verantwortung kann ich nicht teilen. Es gäbe ja z.B. auch die Möglichkeit Güter ganz CO2 sparsam per Segelschiff zu transportieren. Das macht in einem Wirtschaftssystem wo das ziel jeder produktion ist, profit zu erwirtschafteen keinen Sinn weil nicht Effizient genug. Da würde höchstens ein Systemwechsel weiterhelfen.
    Und ob der stattfindet oder nicht, das keine persönliche sondern eine Gesellschaftlich Frage.

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