Wenn im Kelsterbacher Wald nicht gerade ein Bürgerfest oder ein Kuchenstand oder sonst irgendein Auflauf von Anwohnern stattfindet, ist auf der Gelben Grundschneise alltäglich ein groteskes Ritual zu beobachten: Die Polizeiparade des Hessischen Staatszirkus.
In unregelmäßigen Abständen zuckeln PKW-Kombis, Kleinbusse und selbst sogenannte Wannen den Waldweg entlang, mit überfinanzierten Dieselmotoren welche untertourig vor sich hin nageln, überforderten Automatikgetrieben die bei der Fahrt im Schritttempo durch die rapide anwachsenden Schlaglöcher die Bremslichtern stottern lassen, sowie überprivilegierten Fahrern, die so tun als ob sie ihr Gaspedal nicht finden, nur um schon durch ihre Fahrweise möglichst lange provozieren zu können. Oftmals handelt es sich bei den darin enthaltenen Bütteln um BerufsFerbrecherEinheiten, die nur in der Absicht kommen, mit jedem der sich zu Recht beschwert oder auch bloß die Schneise entlanggeht, eine Auseinandersetzung anzuzetteln.
Die Dichte der Vorfälle schwankt, im Durchschnitt werden die Gelbe Grundschneise sowie der anliegende Wald täglich mit mehreren Dutzend derartiger Darbietungen belastet, zu jeder Tages- und Nachtzeit, morgens beim Scheißen und abends mit Beleuchtung. Hierzu kommt dass von den Insassen dieser Fahrzeuge immer wieder Blickkontakt gesucht wird, selbst in Zelte hinein. Wer sich aggressiv angestarrt fühlt, und den vorbeizuckelnden Schaulustigen mit straßenverkehrsüblicher Geste signalisiert, in angemessenen Tempo weiter- bzw. wegzufahren, findet oft Gelegenheit zu beobachten wie diese verwirrt und trotzig hin und her manövrieren oder abbremsen, anstatt dem sonst meist an Unfallstellen einzusetzenden Handzeichen Folge zu leisten. Immer wieder müssen einzelne Exemplare nachdrücklich dazu aufgefordert werden einschließlich ihres Fahrzeuges zu verschwinden.
Das Waldcamp ist deswegen zur Gelben Grundschneise hin nach wie vor in einem optisch eher verschlossenen Zustand, leider auch erwünschten Besuchern gegenüber: Aufwendige Sichtschutzplanen, eine gestaffelte Abschirmung sowie die Orientierung aller Nutzeinrichtugen vom Zufahrtsweg weg sollen das von den unerwünschten Durchfahrten ausgehende Sicherheitsrisiko abfedern. Dennoch erschwert die alltägliche Rücksichtslosigkeit, mit der uns die Polizeiparade geradezu aufgedrängt wird, es besonders denjenigen, die auch auf die Mahnwache gekommen sind, um solidarisches Miteinander überhaupt erst zu erlernen. Wie soll man von weniger aktionserfahrenen Mitbewohnern glaubwürdig mehr gegenseitige Rücksichtnahme einfordern, wenn selbst die Polizei sich hierzu nichts von uns sagen lassen will? Wozu überhaupt noch den Platz instandhalten, wenn man dort nicht einmal mehr dazu kommt sich von der unfreiwillig geleisteten Beamtenbeaufsichtung ungestört zu erholen?
Oder soll auf diese Art und Weise ein autobahnähnlicher Ausbau der Gelben Grundschneise in die Wege geleitet werden? Wenn anderswo im Bund die Konjunkturspritzen ohne Sinn und Verstand in den Straßenbau verabreicht werden, wieso dann nicht auch im Kelsterbacher Wald? Die Gemeinde hätte davon die erste Bundesautobahn Deutschlands welche exakt im rechten Winkel verläuft, dass sowas keiner braucht spielt anderswo schließlich auch keine Rolle. Die Bauarbeiter könnten sich schließlich von den Steuergeldern allesamt neue Autos bei Opel kaufen bis die deutsche Wirtschaft gerettet ist, und über auf dem Verkehrsweg dahinschleichende Polizeifahrzeuge dürften sich dann alle Autofahrer ärgern. Durch das verlangsamte Tempo (Schrittgeschwindigkeit) entsteht eine sehr viel höhere weil länger andauernde Lärm- und Abgasbelastung für Pflanzen, Tiere und Menschen längs des Weges als bei sonstigen Kraftfahrzeugdurchfahrten (Fahrradgeschwindigkeit).
Der ökologische Aspekt läßt die Widersinnigkeit der Hessischen Polizeiparade am klarsten erkennen: Der ohnehin schon geschrumpfte Kelsterbacher Wald und der Eingang zum Naturschutzgebiet Mönchswaldsee werden hierdurch tagein, tagaus weitaus stärker belastet als durch den von der Mahnwache erzeugten Verkehr und dem von Fraport zusammengenommen. Allein das Fahrzeugaufkommen der Polizeiparaden dürfte um den Faktor fünf bis zehn darüber liegen – und das nicht wegen uns, sondern wegen des korrupten Mißtrauens der politischen Entscheidungsträger welche die sinnlosenen Befehle dazu erteilt haben. Aber wenn die Polizeiführung uns tatsächlich für Terroristen hält, wieso dann Fahrzeugparaden die mit ihrem Schneckentempo für jeden Terrorschützen kinderleichte Ziele abgeben würden? Und wenn die ganze hirnlose Verschwendung nur dazu dienen soll uns im Interesse von Fraport am Überwinden des Zauns zu hindern, wieso findet sie dann auf unserer Seite statt?
Typisch Büttel, nichts als Sühne im Kopf… mit dem Wissen wie man den Wald / den See so nutzen kann dass der Nächste auch noch was davon hat wird keiner geboren, das muss jeder erst erlernen (es wird durch Verbote nur äußerst mangelhaft weitergereicht).
Ob Reh oder Hirsch, das Tier würde wenn es könnte wohl eher meine als Deine Meinung bevorzugen… der spazierenfahrende Trachtenverein Blau-Grün ist zu feige seinen selbstverschuldeten Vorgesetzten zu sagen dass der Wald am Naturschutzgebiet (Schild steht an der Mahnwache im toten Winkel des Bauwagens) nicht für derartige Aufträge geeignet ist.
Wer hat Dir denn den Floh in den Kopf gesetzt die Müllabfuhr sei unser Feind? Und da wunderst Du Dich noch über ausbleibende Sympathien?
Der Müll ist schon immer von der Gemeinde Kelsterbach abgeholt worden, zuerst von der Försterhütte, jetzt vom Wanderparkplatz. Ist auch dem Versammlungsrecht gemäß weil wir sind ja nicht die Love Parade. Und wer in unserem Müll containert könnte von alleine auf die Idee kommen dass ein Großteil davon containert ist, d. h. unsererseits nicht erzeugte sondern lediglich umgesetzte Müllmenge.
Für das was die Badegäste liegen lassen kann die Mahnwacbe nichts. Viele Badegäste ahnen nicht dass ihre gutgemeint halbvoll hinterlassenen Müllsäcke nachts vom Wild aufgerissen und in der Fläche verteilt werden. Wenn die Gemeinde Kelsterbach der Mahnwache wieder Mülltonnen bereitstellen würde, würde das aber sicherlich auch positiv auf die Badegäste einwirken.
Der Status des Gebiets um den Mönchwaldsee wird ohnehin gerade neu bestimmt, aber das gehört dorthin.
Die kommunalen Umweltbehörden haben schon am alten Standort sehr genau mitbekommen dass die Mahnwache gegen den Flughafenausbau nachhaltig wirtschaftet, wahrscheinlich fährt der ein oder andere Beamte gelegentlich mit dem Fahrrad bei uns durch.
Nur so zur Veranschaulichung wie weit Dein dummes Gepöbel von der Realität entfernt ist: Gestern hat eine Müllabfuhr durch Kelsterbacher Gemeindearbeiter mit einem Lieferwagen stattgefunden, diese werden sowieso eingesetzt um die Müllkörbe an den Parkbänken am Ufer des Sees zu leeren und nehmen auch den Müll der Mahnwache auf, entsprechend der üblichen Mülltrennung. Da es sich bei der Mahnwache gegen den Flughafenausbau eindeutig nicht um einen Wirtschaftsbetrieb handelt sondern um eine politische Versammlung (Art.
erfolgt die Müllabfuhr auf Kosten der öffentlichen Hand.
Grundsätzlich gilt für das Verständnis von Schutzgebieten auch der Mensch ist Teil der Natur und kann (sofern von damit nicht kompatibler Technik unbewehrt) den Schutzstatus des Gebietes ebenso für sich in Anspruch nehmen wie jedes andere Tier.
Praktisch könnten am See einige Einzelheiten besser funktionieren:
- Feuer im Uferbereich bitte nur in Feuerschalen nicht auf der Erde
- Raucher verwenden Aschenbecher (mitgebracht oder aus Müll improvisiert)
- Anstelle von Verbotsschildern Gebotsschilder wie verhält mensch sich schonend
- Fahrradstellplätze außerhalb des Schutzgebietes so dass diese nicht mit auf die Trampelpfade genommen werden
- Ausschilderung von Alternativ-PKW-Stellplätzen für den Fall von Überfüllung des Kurzzeitparkplatzes an der Einfahrt zur Gelben Grundschneise
- Einstellung der Polizeidurchfahrten auf der Gelben Grundschneise/Klarabergschneise
- auch keine Mofarennen durch halbstarke Einwandererjugendliche mehr in den Abständen dazwischen
- Errichtung einer nur für Fußgänger/Radfahrer durchlässigen Verkehrsberuhigung am Waldeingang (Schranke/Poller, aufschließbar)
- Einstellung der Polizeidurchritte auf dem Uferrundweg und den übrigen Waldwegen
- für die Badegäste bereits auf dem Hinweg sichtbare Mülltonnen als Anreiz Müll wieder aus dem Schutzgebiet mit herauszunehmen
- und wenn das alles da ist einmalige Entmüllung der Uferzone insbesondere der Steilhangbereiche
- einschließlich Rückbau der noch vorhandenen Zaunreste
- umgebungsangemessene Lautstärkeregelung bei nächtlichen Musikveranstaltungen am anderen Mainufer in Okriftel
Achja und „FAG“ heißt jetzt schon eine ganze Weile „Fraport.“ So, und auf die Anglerthematik gehe ich mal nicht ein, nuja unsere Tierrechtler reden wahrscheinlich lieber mit den Fischen als mit Dir ollem Nörgler.
Wie man merkt wird dein Ton unfreundlicher und meine diverente Meinung wird als dummes Gepöbel hingestellt. Nun schade nur, dass solche Artikel nicht in wirklich relevanten Medien zur Anschauung kommen. Die Wirkung wäre deutlich. Frag doch einfach mal nach wer seit geraumer Zeit einen nicht geringen Obulus für die Entsorgung des Mehraufkommes an Verunreinigungen im Landschaftsschutzgebiet und angrenzenden Arealen begleichen muss. Und selbst wenn eben dieses Unternehmen es nicht direkt begleichen müsste so würde es durch Steuerabgaben indirekt begleichen müssen wie auch jeder einzelne Bürger der unter dem Steuerjoch steht. Wie hast du so schön geschrieben, aus Kosten öffentlicher Hand… Die Allgemeinheit darf zahlen für die Wünsche einzelner. Gut den Grundgedanken der freien politischen Entfaltung habe ich verstanden, den somit entstehenden, aus öffentlicher Hand finanzierten, Kosten kann man auch noch folgen. Hat ja jeder das Recht so eine Aktion ins Leben zu rufen. Aber jetzte kommen wir zum Rest deines Artikels… Wer setzt denn im Endeffekt deine von dir geforderten Änderungen zum Nutzungsrecht des Landschaftsschutzgebietes durch? Willst du das übernehmen? Zur Not die Gebote auch mal durchsetzen, denn soviel Unterschied zwischen einem Verbot und einem Gebot ist es gar nicht, meiner Meinung nach nur die Farbe des Schildes. Denn realitisch gesehen bringen ein paar Mülltonnen, von wem auch immer geleert, keinen sauberen Wald, keine Ermahnung zu einer angepassten Lautstärke den Anwohnern Ruhe, oder Feuerschalen bei starkem Wind die Verhinderung eines Waldbrandes. Wenn das alles so wäre und Menschen eben keine Menschen, dann bräuchte man auch den von dir so verhaßten Büttel nicht. Und mal nebenbei was sollte denn der Satz mit den „Einwandererjugendlichen“? Mit solchen Sätzen kann man ganz schnell, sehr viel negativ Image auf „eure“ Bewegung projezieren.
Zu dem müsstest du erreichen, dass der Mönchwaldsee den Status des Landschaftsschutzgebietes aberkannt bekommt um die von die geforderte Nutzeung erst zu ermöglichen. Denn genau wie du das Recht auf politische Versammlung erfährst hat die Natur das Recht auf Ungestörtheit und das sollte man ihr auch gewähren, oder?
Ach ja, nochmal was zum Thema Humor und Sarkasmus, das seit 2001 sich der Name geändert hat weiß eigentlich jeder der sich ernsthaft mit der Geschichte des Flughafens beschäftigt hat, aaaaaber… Du bist ja der Englischen Sprache mächtig, lies mal FAG und denke FUCK… Fand ich immer den besseren Namen für diesen alles verschlingenden Moloch. Aber du hast ja Recht, ich bin hier der olle Nörgler ohne Humor und Hintergrundwissen deswegen reden an der Mahnwache auch nur noch die Bäume mit mir
Na also, es scheint ja doch zu gehen. Aber Freundlichkeit kommt besser an wenn sie ehrlich gemeint ist. Und nach einer Korrektur Deiner Herangehensweise vorzutäuschen diese wäre schon immer so gewesen ist eine Täuschung. Immerhin scheinst Du allmählich zu merken dass Du Dich so zum Troll gemacht hast dass außer mir keiner mehr mit Dir diskutiert. Du erhebst planlos Anschuldigungen ohne sie argumentativ belegen zu können und spielst gleichzeitig die verfolgte Unschuld die sich im Selbstmitleid suhlt.
Jetzt zur Sache: Nein. Wir sind doch keine Ein-Euro-Jobber. Wir entmüllen nicht den Kelsterbacher Wald nur damit nachher irgendwelche Kunden meinen sie könnten in Zukunft ihren Müll einfach fallen lassen weil da kommen ja welche und heben ihn auf. Wir entmüllen den Wald nur als Teil eines umfassenderen Gesamtkonzepts welches garantiert dass er nachher nicht von neuem zugemüllt wird. Die Vorschläge dazu stehen oben.
Man braucht heutzutage kein BWL´er mehr zu sein um zu verstehen dass auch eine Landebahn eine Immobilie ist, finanziell gesehen sogar ein ziemlich dicker Brocken an dem sich selbst ein marktführender Immobilienfinanzierer verschlucken kann. Dann muss er die suboptimale Hypothek entweder schnellstmöglich ausspucken oder eine Rettung wird sehr sehr teuer… na, Groschen jetzt gefallen? Übrigens, das Thema Abschiebung erwähne ich weil wir auf der Mahnwache schon lange auch ein entsprechendes Transparent aufgehängt haben so dass es vom Waldweg aus jeder lesen kann.
Was die Aufklärung betrifft, da solltest Du nicht zu stark von Dir selbst auf andere schließen. Öfter als umgekehrt ist die Vernunft stärker als das autoritäre Bedürfnis, nur deswegen kommen wir überhaupt dazu über Umweltthemen zu reden. Gerade in den letzten beiden Generationen ist nicht mehr jedem Kind das Potential zur Eigenverantwortung derart vergrämt worden wie Du es aus Deiner Erinnerung wiedergibst. Deine Eltern hätten Dir ja auch in aller Ruhe den Verbandskasten erklären können. Meinst Du denn wirklich die ganze Menschheit sollte zurück in die Steinzeit nur weil Dir das Selbstvertrauen zum Umgang mit dem scharfen Stahl abgeht?
der eigentliche Artikel ist in der Diskussion doch etwas untergegangen, vielleicht tauscht Ihr zwei beiden ja mal Eure e-mail Adressen aus und diskutiert das ma so richtig schön aus…
@Kroete – Für eine Einladung zu einem gemeinsamen Bier ins Kanzleramt ist leider kein Geld da…