Das Imperium schlägt zurück – Spendenaufruf für Gerichtskosten

Die Fraport hatte einen Plan: Um ihre Profite zu erhöhen, und mit den andern europäischen Flughäfen mitzuhalten, baut(e) sie den Frankfurter Flughafen immer weiter aus.

Die Fraport hatte ein Problem: Ausbau des Frankfurter Flughafens, das heißt: Zerstörung großer Waldgebiete der höchsten Schutzstufe, Vertreibung zahlreicher (teilweise bedrohter) Tierarten, Privatisierung von öffentlichen Naherholungsgebieten, Anstieg des Flugverkehrs (der klimaschädlichsten Fortbewegungsmethode überhaupt), Schädigung von Gesundheit und Lebensqualität der AnwohnerInnen durch Fluglärm und Abgase.
Nicht dass die Fraport all das gekümmert hätte. Aber beim letzten Ausbau hatte sich eine vielfältige, breite Bewegung gegen all das gewehrt und mit ihren Aktionen das unökologische und unsoziale Projekt massiv behindert.

Die Fraport und das Land Hessen hatten einen Plan: Ein angebliches Dialogverfahren sollte den Protest kanalisieren, obwohl von Anfang an klar war, dass der Flughafen ausgebaut werden würde.
Den Rest würde man mit Gerichten beschäftigen, die immer im Sinne der Fraport entscheiden, in der Hoffnung, dass die Menschen legal und legitim nicht mehr unterscheiden können.
Und da die meisten Menschen kaum etwas von den in dieser
Gesellschaft erwirtschafteten Reichtümern abkriegen, würden sie
sicher gezwungen sein jedes Verbrechen in Kauf zu nehmen, wenn
Arbeitsplätze versprochen werden.
So hofften sie, jeden direkten Widerstand gegen ihr menschenverachtendes Handeln zu verhindern.

Die Fraport und der Staat hatten ein Problem: Der Plan ging nicht auf.
Zuerst waren da die vielen Bürgerinitiativen, die nicht bereit waren ihren Widerstand auf die juristische Ebene zu beschränken.
Und dann wurde im Mai 2008 der rodungsbedrohte Kelsterbacher Wald besetzt. Von da an begann eine Serie von direkten Widerstandsaktionen, die mit dem Rodungsbeginn Anfang 2009 ihren Höhepunkt erreichten:

- Trotz des massiven Aufgebots an Sicherheitskräften, wurden immer wieder Rodungsmaschienen besetzt. Die Arbeiten standen jedesmal stundenlang still.

- Eine Demonstration sollte nach Polizeiplänen weder bis zur Rodungsfläche noch bis zur Waldbesetzung gelangen. Beides setzten die Teilnehmenden durch. Die von der Fraport aufgebaute Einzäunung und Ausleuchtung der Waldbesetzung, mit der der Widerstand durch psychologischen Druck gebrochen werden sollte, wurde beschädigt.

- Zwei Tage nachdem die Polizei die Waldbesetzung räumte, waren die AktivistInnen schon wieder zurück. Sie besetzten ein Hausdach und einige Bäume, mitten auf der Rodungsfläche. Die Polizei war ratlos und wusstesich nicht anders zu helfen als die BesetzerInnen auszuhungern.

- Am 8. Mai wollten Fraport und Politik ihr unökologisches und unsoziales Handeln, beim feierlichen ersten Spatenstich für die neue Landebahn feiern. AktivistInnen blockierten die Hauptzufahrt durch eine Sitzblockade und indem sich einige von einer Brücke abseilten.

- Zwei Tage später pflanzten AktivistInnen auf der eingezäunten Rodungsflache neue Bäume. Der Polizei gelang es nicht in ausreichender Stärke vor Ort zu sein, sie mussten hilflos zusehen.

Nein, es war keine Massenbewegung wie in den 80ern. Und trotzdem gelang es einigen engagierten Menschen das Riesenprojekt zu stören und seine Folgen öffentlich bekannt zu machen.
Die Fraport und die hessische Regierung störte das natürlich sehr, denn vor nichts haben sie mehr Angst als vor Menschen die sich selbstorganisiert wehren.

Der Staat hatte einen Plan: Die Justiz, die immer für den Ausbau entschieden hatte, sollte jetzt den Widerstand dagegen Mundtod machen.
Gegen über ein dutzend Personen, die für Umwelt- und Klimaschutz sowie ein lebenswertes Rhein-Main Gebiet gekämpft haben, wurden Ermittlungen eingeleitet. Strafbefehle wurden verhängt, deren Höhe zusammengerechnet 5000 Euro übersteigt.
Das Ziel: Engagierte Menschen vereinzeln, einschüchtern, und sie mitfinanziellen Forderungen in die Knie zwingen.

Der Staat hatte ein Problem: Auch sein zweiter Plan, ökologisch-sozialen Protest zu ersticken, scheiterte auf ganzer Linie. Nicht nur dass die Gerichtsprozesse zur politischen Bühne der AusbaugegenerInnen wurden. Die Solidarität der Bewegung war so groß, dass der Staat keine Chance hatte Menschen zu vereinzeln oder einzuschüchtern. Schließlich war auch das Spendenaufkommen so riesig, dass niemand wegen seinem Engagement finanziellem Schaden zugefügt werden konnte.
Und so erwies sich der Widerstand ein weiteres mal stärker als die Gewalt von Fraport und Staat. Und als die Fraport im Herbst 2009 die Rodungen fortsetzen wollte blies ihr erneut ein rauer Wind ins Gesicht.

Dieser Text hat ein Problem: Alles ist wahr, ausgenommen der letzte Absatz. Denn dieser spielt in der Zukunft und die ist ja bekanntlich ungeschrieben. Ob wahr werden wird, was da steht, das liegt unter anderem an euch und an dir. Denn um die staatliche Einschüchterung abzuwehren, braucht es jetzt die Solidarität von uns allen.
Hilfreich ist es, wenn weitererzählt wird was hier steht. Noch
wirkungsvoller ist die Teilnahme und die Organisation von Aktionen, die sich gegen den Einschüchterungsversuch des Staates und den Flughafenausbau richten.
Was aber gerade besonders dringend gebraucht wird, ist Geld um Anwälte, Gerichtskosten und Geldstrafen bezahlen zu können. Hierfür wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Bitte spende(t) an:

Polite eV
konto: 108102500
Blz : 50190300
Volksbank Höchst

Betreff: „Waldbesetzung“

Gemeinsam für eine widerständige Zukunft.
Solidarität mit den angeklagten AusbaugegnerInnen!


7 Antworten auf “Das Imperium schlägt zurück – Spendenaufruf für Gerichtskosten”


  1. 1 Stefan 11. August 2009 um 10:37 Uhr

    Ich bin auch strikt gegen den Ausbau, aber ihr macht euch unglaubwürdig wenn unten auf der Seite Reklame für einen Parkplatz am Airport auftaucht.
    Mir fällt dazu nix mehr ein.

    Scheiss drauf, die Mächtigen kümmert es sowieso einen Scheiss was passiert, da hilft wohl nur noch Anarchie …..

  2. 2 vega 13. August 2009 um 19:59 Uhr

    hallo,
    die Werbung wird automatisch von Google eingeblendet. Sie lässt sich leider nicht abschalten. Werbefreie Internetseiten kosten Geld und sind schwieriger anzulegen. Bitte einfach Zähne zusammenbeißen und ignorieren. Ich finds ja auch nicht toll..

  3. 3 Administrator 16. August 2009 um 12:08 Uhr

    Definitiv die falsche Zielgruppe

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