Archiv für August 2009

Der Wald ist wieder besetzt!!!

Gestern Abend gegen 19.00 Uhr musste der Fraport-Sicherheitsdienst feststellen, dass zwei Bäume im Kelsterbacher Wald auf der Rodungsfläche für die Landebahn Nordwest besetzt sind. Drei Robin Wood Aktivist_innen haben die Bäume mit zwei Plattformen besetzt und entrollten zwei Transparente mit der Aufschrift „Ausbau stoppen!“ sowie „Amnestie statt Fraport-Justiz“. Sie wollen damit ein Zeichen setzen gegen die anstehende weitere Rodung, die ab 01. September erwartet wird. Den Aktivist_innen geht es gut, sie sind darauf eingerichtet dort längere Zeit auszuhalten. Die Lage ist derzeit entspannt, Verpflegung wird durchgelassen. Die Besetzung ist vom Zaun an der Mainschneise (zweigt von der Okrifteler Straße ab) aus besonders gut sichtbar. Die Aktivist_innen freuen sich über Besuch – also kommt vorbei!

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Erster Prozeßtag gegen Waldbesetzer

Gestern fand im Amtsgericht Rüsselsheim der erste Prozesstag gegen einen Waldbesetzer statt. Ein Polizist behauptet, er sei von ihm beleidigt worden, während er (der Polizist) ihm am Rande einer Demonstration im (Rest)Kelsterbacherwald misshandelte.
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Mit Kohle zum Kerosin

Ein kurzer Pfiff, die Bremsen legen an , und schnaufend kommt „Lotte“ im Zeppelinheimer Bahnhof zum Stehen. „Lotte“ heisst eigentlich 50 3552 – Stadt Hanau und ist eine Güterzug-Schlepptender-Dampflokomotive aus dem zweiten Weltkrieg. Bis 1987 zog die Lok Züge der Agrochemie in der Magdeburger Börde, liebevoll gepflegt von (meist männlichen) Reichsbahnern. Denn ihre „Lotte“ liess sie nicht im Stich, im Gegensatz zu so mancher Diesellok aus rumänischer Produktion. Nach der Wende folgte eine zweite Karriere als Museumslok. Doch dann kam, was kommen musste: Lotte wurde arbeitslos. Die meisten Strecken rund um Salzwedel wurden von der DB AG stillgelegt, trotz Widerstand aus Teilen der Bevölkerung . Diese verarmte aber und konnte sich die Sonderfahrten kaum mehr leisten. Nach der Jahrtausendwende musste die Lok notverkauft werden. So wie viele menschliche Arbeitssuchende auch machte sie sich auf den Weg nach Westen. Sie landete in Hanau. Und genauso wie viele Arbeitskräfte –etwa am Flughafen- fand sie sich in prekarisierten Verhältnissen wieder: Sie hat kein Dach über dem Kopf, der Museumsbahn-Verein ist auf dem Deutsche-Bahn-Gelände nur geduldet, und sie nimmt jede Arbeit an.
Heute die „Erlebnis-Rundfahrt“ für die Fraport. Sie findet unter dem Label „Tage der Industriekultur“ statt. Mit zweihundert Teilnehmern ist die Tour ausgebucht und verspricht einen bescheidenen Gewinn – zurückzulegen als „Krankenversicherung“ für „Lotte“. Das Zugpersonal hingegen arbeitet ehrenamtlich. Die Fahrgäste machen sich derweil auf den langen Fussmarsch zum Flughafen-Einlasstor. Dabei müssen sie an einem „Scheiss Ausbau“ –Plakat in drastischer Farbe vorbei.
Drastisch auch die Behandlung der Besuchswilligen durch die Fraport: Das Mitbringen von Taschen und Fotoapparaten ist untersagt und wird am Einlass streng kontrolliert. Wertvolle Besuchszeit verstreicht, bis die Ausflugsbusse losfahren können.
„Lotte“ muss einen Atomstrom –IC vorlassen. Qualmen tut das rollende Kohlekraftwerk nicht. Wenn die Kohle und der Heizer gut sind, sieht man die –letztlich aber doch so problematischen- Rauchgase kaum. Wiederum ein Pfiff , und weiter geht es Richtung Walldorf. Ach ja: Weit und breit liess sich kein einziger Polizist sehen. Wozu denn auch.

Samstag Nacht

An der Okriftler Straße, höhe Landebahnbaustelle werden 3 Menschen für einige Zeit von der Polizei aufgehalten, um ihre Personalien zu kontrolieren. Bei einem durchwühlen sie außerdem die Taschen, und tasten ihn gründlich ab. (mehr…)

Wahnsinnstage fangen an + VGH Kassel ist fertig

Die Klima-Wahnsinnstage in der Mahnwache haben begonnen. Während heute mehr und mehr Menschen in den Wald geströmt sind, hat bereits ein volles Programm stattgefunden z.B. mit einem Aktionstraining und Vorträgen zur Klimawirksamkeit des Flugverkehrs, Neubau von Kohlekraftwerken und Autobahnen etc. pp.
Die Stimmung gestern war (trotz etwas Regen) super, das Programm bleibt interessant: Es lohnt sich vorbeizuschauen und mitzumachen!

Gestern hat außerdem der Verwaltungsgerichtshof in Kassel den Flughafenausbau durchgewunken. Das überrascht die meisten BeobachterInnen nicht. Der bürgerliche Staat hat seit Jahren deutlich gemacht das er seiner Hauptfunktion nachkommen will: Verwertungsinteressen schützen. Dementsprechend haben hessische Politik, Polizei und Gerichte bis jetzt immer im Interesse der Fraport gehandelt – und das wird sich wohl so schnell auch nicht ändern.
Schade ist, dass das Gericht nicht auf das abgespeckte Nachtflugverbot besteht, welches ja mal als Trotspflaster versprochen war. Aber wie war das nochmal: Alles muß man selber machen!

Ein Gruppe Aktiver hat das Urteil gestern zum Anlaß genommen, mit viel (!) Wolle eine der Hauptzufahrten der Landebahnbaustelle dicht zu machen (zu sehen in diesem RTL-Beitrag)

Torblockade
Späte Bullen und verbliebenes Transpi

PROTEST Künstler contra Airport

Okriftel (Hattersheim) organisiert den Protest

Artikel in der fnp

Richtigstellung Artikel aus der FAZ

In einem Artikel der FAZ vom 08.08 hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt berichtet nur vier Strafbefehle verteilt zu haben und widerspricht der Aussage der Waldbesetzer wonach mehrere tausend Euro fällig sind.
Der Artikel ist wie zu erwarten tendenziös geschrieben, Frau Iskandar, die Verfasserin des Artikels legt wiederholt mehr Wert auf eine einseitige Berichterstattung als auf einem gut recherchierten Artikel.
Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt auf eine Summe von „nur“ 1100 Euro kommt bleibt unklar, da bereits ein Strafbefehl bei 2000 Euro liegt.

Gerichtsverfahren gegen Waldbesetzer

Das erste Gerichtsverfahren gegen einen Waldbesetzer findet noch diesen Monat statt. Dieses Jahr fand eine Demonstration zu den Rodungsflächen statt. Dabei drückten 2 Polizeibeamte einen Menschen 10 Minuten lang schmerzhaft gegen einen Holztisch. Vor Gericht stehen aber nicht die Polizeibeamten, sondern der Ausbaugegner: Er soll die Beamten verbal beleidigt haben.

Der Prozeß findet am Mittwoch 26. August um 11 Uhr im Amtsgericht Rüsselsheim (Johann-Sebastian-Bach-Straße 45) statt. Wir rufen dazu auf, den Prozeß kritisch zu begleiten.

Die Gerichtsverfahren gegen AusbaugegnerInnen sind kein Zufall. Sie sollen legitimen und notwendigen Protest verhindern. Diese Strategie des Staates wird nicht aufgehen, wenn wir uns den Repressionsversuch geminsam und solidarisch stellen.

Artikel in der FR
Spendenaufruf für Gerichtskosten

Solidarität mit allen angeklagten AusbaugegnerInnen!

Neuer Artikel

Auf Indymedia ist mal wieder ein längerer Artikel zum Thema Flughafenausbau FFM erschienen. Schwerpunkt liegt auf Aktionen, die seit der Räumung stattgefunden haben.

Materialspenden gesucht

Folgende Materialen werden aktuelll an der Mahnwache benötigt:
- Zeltpavillion
- Schubkarre
- Sägeblatt für Metallsäge

Wer etwas davon bei sich herumliegen hat, oder einen Neukauf finanziell unterstützen möchte, schaut am besten direkt bei der Mahnwache vorbei.

Kommentar: Wenn der Dalai Lama Roland Koch besucht

Eigentlich sollten viel mehr Frauen in die Politik, weil dann die
Politik und auch die Welt besser wird, sagt der Dalai Lama. (mehr…)