Wahnsinnstage fangen an + VGH Kassel ist fertig

Die Klima-Wahnsinnstage in der Mahnwache haben begonnen. Während heute mehr und mehr Menschen in den Wald geströmt sind, hat bereits ein volles Programm stattgefunden z.B. mit einem Aktionstraining und Vorträgen zur Klimawirksamkeit des Flugverkehrs, Neubau von Kohlekraftwerken und Autobahnen etc. pp.
Die Stimmung gestern war (trotz etwas Regen) super, das Programm bleibt interessant: Es lohnt sich vorbeizuschauen und mitzumachen!

Gestern hat außerdem der Verwaltungsgerichtshof in Kassel den Flughafenausbau durchgewunken. Das überrascht die meisten BeobachterInnen nicht. Der bürgerliche Staat hat seit Jahren deutlich gemacht das er seiner Hauptfunktion nachkommen will: Verwertungsinteressen schützen. Dementsprechend haben hessische Politik, Polizei und Gerichte bis jetzt immer im Interesse der Fraport gehandelt – und das wird sich wohl so schnell auch nicht ändern.
Schade ist, dass das Gericht nicht auf das abgespeckte Nachtflugverbot besteht, welches ja mal als Trotspflaster versprochen war. Aber wie war das nochmal: Alles muß man selber machen!

Ein Gruppe Aktiver hat das Urteil gestern zum Anlaß genommen, mit viel (!) Wolle eine der Hauptzufahrten der Landebahnbaustelle dicht zu machen (zu sehen in diesem RTL-Beitrag)

Torblockade
Späte Bullen und verbliebenes Transpi


7 Antworten auf “Wahnsinnstage fangen an + VGH Kassel ist fertig”


  1. 1 vega 23. August 2009 um 10:40 Uhr

    Es gibt kein richtiges im falschen.
    Wie groß der ökologische Fußabdruck ist, hängt maßgeblich davon ab, nach welchen gesellschaftlichen (!) Bedingungen die Produktion organisiert wird.
    (Viele ökologische Produktionsmethoden kommen einfach nicht zum Einsatz, weil sie nicht effizient genug für eine kapitalistische Wirtschaft sind).
    Jede Verantwortung an einzelne Individuen abschieben, wo es eine Veränderung der Gesellschaft braucht, ist kontraproduktiv.
    Weil, wer keine ökologischen Spuren hinterlassen will bleibt am besten zu Hause.
    Oder noch besser, begeht Selbstmord.

    Ich will damit nicht sagen, dass es egal ist wie mensch handelt, konsumiert etc.
    Aber das individuelle (Konsum)Handeln stößt da an Grenzen, wo gesellschaftliche Neuorganisation neue Möglichkeiten des individuellen Konsumierens eröffnen.

    Trotzdem ist es richtig sich vor Augen zu führen, welche Folgen das eigene Handeln hat.
    Ich glaube übrigends, dass es keine Schafwolle war ;) .

  2. 2 vega-lounge 24. August 2009 um 18:08 Uhr

    Ach ja, die Wolle.
    Sehr ökologisch und sozial nachhaltig ist sie nicht, und das sind schreiende Kunstfarben, wie sie die ostgalizischen Bauern mögen.
    Ob der Einsatz der Wolle zu verantworten ist, hängt von mancherlei Faktoren ab, und die sind zum Teil auch noch subjektiv. Das gilt für das Fliegen doch genauso.
    Ich habe mich mal schlicht und einfach dafür entschieden dass ich es verantworten kann. Trotz Gift und Galle eines ranghohen Polizisten und einer ranghohen Polizistin.
    Das ist halt Dialektik: Wenn das öffentliche Bewusstsein soweit ist zu sagen, was nehmt ihr da für eine Scheisswolle, dann werden wir wohl kaum noch das Zeug nehmen, wenn die Wirkung der Aktion nach hinten losgeht.
    Aber so weit bin ich nicht,und die Leute sind es offenbar auch nicht, denn das Netz ist richtig gut angekommen. Auch bei den Teilnehmenden im Bus der Erlebnisrundfahrt, welche Freitagabend dort gewendet hat (von der Fraport)
    Andererseits hat die Aktion kaum Resonanz bekommen. Schade. Auch für /um Wolle. Deshalb wurden die von FraSec abgeschnippelten Reste ja auch einer Weiterverwendung zugeführt. Sie finden jetzt als Flickenteppich in der Mahnwache Verwendung.
    Beste Grüsse

  3. 3 Hinkepank 25. August 2009 um 17:29 Uhr

    also mal ehrlich
    das ist etwas kleinkariert mit der wolle.die hat bestimmt keiner im laden gekauft um sie fürne blockade zu nutzen,sondern wurde irgendwo zusammen gesammelt wo sie nicht mehr gebraucht wurde. und bunte wolle eignet sich doch gut ,ist auffälliger.
    natürlich das arme schaf,das stimmt.

  4. 4 Donauwelle 01. September 2009 um 17:12 Uhr

    Marktwirtschaftlich gesehen wurde keine Nachfrage erzeugt: Einfälle mit Abfällen.

  5. 5 Jemand 03. September 2009 um 19:11 Uhr

    Ich meinte das auch eher in Bezug auf deine Argumentation mit dem Baumaterial und dem Sägeblatt.

  6. 6 Donauwelle 06. September 2009 um 14:37 Uhr

    Wenn ich so um meine Tippfehler tanzen würde…

  7. 7 Donauwelle 07. September 2009 um 10:12 Uhr

    …dann würde ich wahrscheinlich auch pietätvolles Schweigen mit stiller Übereinstimmung verwechseln.

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