Pressemitteilung der Umweltaktivisten gegen den Flughafenausbau Frankfurt
Kelsterbach, den 9.8.09
Letzte Bäume in Nähe des ehemaligen Waldbesetzer-Camps trotz Protest gefällt
Waldarbeiter halten Sicherheitsmaßnahmen nicht ein
Trotz Protests fielen am Dienstagabend die letzten Bäume, die sich in Nähe des ehemaligen Widerstandsdorfes befanden. Dabei gefährdeten Waldarbeiter die Sicherheit von Flughafengegnern, die in unmittelbarer Nähe demonstrierten.
Zwei Tage zuvor sponnen sich zehn Umweltschützer netzartig mit farbiger Wolle am Zaun zum früheren Campeingang ein. Zweck dieses Mahnpostens war sowohl ein symbolischer Protest gegen die Abholzung des Bannwaldes, als auch die Behinderung der Fällung der nahstehenden Bäume.
Die Ausbaugegner möchten nicht hinnehmen, dass ein Waldgebiet, welches kurz zuvor noch als FFH-Gebiet ausgewiesen und Eigentum der Kelsterbacher Bürger war, sinnlos zerstört wird. Das Hauptargument der Flughafenbetreiberin Fraport, Arbeitsplätze für die in der Region lebende Bevölkerung schaffen zu wollen, wurde spätestens mit der Verkündung des neuen Flughafenchefs, Stefan Schulte, ad absurdum geführt. Demnach wird der Bau des Terminals 3, welches den Hauptanteil der neuen Arbeitsplätze schaffen sollte, angeblich um zwei Jahre verschoben. „Man müsse erstmal die Entwicklung der Wirtschaftslage abwarten“, so Stefan Schulte in einem FAZ-Interview.
„Man darf gespannt sein, ob das Terminal überhaupt gebaut wird“, sagt Umweltschützerin Aglaia Abel. „Fraports Vorgehendsweise ist exemplarisch: Ein überzogener Bedarf an Infrastruktur wird prognostiziert und beantragt dann jedoch nicht realisiert. Beispiel hierfür ist die nur halb gebaute A380-Halle. Damals argumentierte die Flughafenbetreiberin mit dringendem Bedarf, der sich, wie man heute weiß, in absehbarer Zeit nicht erfüllen wird. Die Menschen vor Ort haben außer eine schlechtere Lebensqualität nichts davon“, entrüstet sich die 26-jährige.
Der Protest der Umweltschützer lief unvorhersehbar ins Leere, da die Waldarbeiter sich nicht an die geltenden Sicherheitsbestimmungen hielten und eine Gefährdung der Umweltschützer fahrlässig in Kauf nahmen. Der Abstand zwischen Mahnposten und gefällten Bäumen betrug lediglich 7 m. Durch potentiell niederschlagende Äste war die Unversehrtheit der Protestler gefährdet. Nach Abholzung der letzten Bäume beendeten die Ausbaugegner ihre Aktion. „Wenn die Waldarbeiter die Sicherheitsbestimmungen eingehalten hätten, hätte der Mahnposten vorher geräumt werden müssen“, beschwert sich Jens Wiegand
Das würde ich nicht sagen, das der Protest ins Leere gelaufen ist.
Zum einen ist es schon erstaunlich, dass es durchsetzbar war, vorne am Waldcamp-Eingang eine -wenn auch sehr ungewöhnliche-Behausung zu errichten, die von der Polizei auch als solche respektiert wurde.
Zum anderen war erkennbar, dass die Rodungsarbeiten um Stunden verzögert wurden.Eigentlich sollten die Bäume an der Woll-Hütte schon Montag weg. Die haben einfach gehofft, irgendwann wirds den Leuten langweilig und sie gehen. Am Dienstag vor einer Woche war es ja so. Mittwochfrüh (2.9.) kamen sie dann, sperrten widerstandslos die GelbeGrundschneise ab und haben fast die ganze Ecke an der Klarabergschneise plattgemacht.
Rodungsarbeiten nicht gestört? Ich glaube, Polizei und Fraport sehen das anders, sonst hätten sie nicht mit Anzeigen, Platzverweisen und Betretungsverboten um sich geworfen .
Heute (Mittwoch) war der Wald voll mit -unter Qualifikation eingesetzten- BFE-Einheiten, welche die Badegäste vom Betreten der Waldwege abhalten sollten. Grund: Für zwei, drei Tage wird das gefällte Holz am See entlang abgefahren.
Hätte es das Hüttchen noch gegeben,die Insassen hätten das Anrücken der BFE`ler nicht lange vor Ort (üb)erlebt…..
Aber dafür hätten wir schon mehr Leute sein müssen.
Es soll eine Person geben, die fotografiert hat , dass eine Einzelne am Tor NW 2 wie eine Löwin sehr symbolträchtig den letzten Baum verteidigt hat.
Kann die nicht mal die Aufnahmen „sozialisieren“/einstellen, damit wir alle was davon haben ?
Kann jemand eine Erklärung dafür geben warum jetzt auch noch ein Waldstreifen 30m außerhalb des Bauzauns zerstört worden ist?
Wußte Fraport bei der Zaunstellung noch nicht, dass es diese Bäume auch fällen will? Oder handelt es sich dabei um eine gezielte Provokation?
Die Vermutung liegt nahe, dass Fraport mindestens eine Baumlänge Sicherheitsabstand von der Landebahn-Umzäunung haben will. Bei den künstlich geschaffenen Waldrändern wird es viel Windbruch geben. Inzwischen sind weitere, grosse Flächen ausserhalb des Zaunes nahe dem Ticona-Gelände gerodet worden. Diese gehören zum Bereich der Einflugschneise, der aus Sicherheitsgründen baumfrei werden muss.In diesem Bereich wird das Wegenetz wohl neu geordnet werden.Hier läuft die Beräumung der gekappten Äste und Baumkronen. Völlig abgeschlossen sind die Rodungen aber noch nicht.
Starke Bauaktivitäten sind diese Woche am Kopf der westlichen Rollbrücke über Auto- und Eisenbahn angelaufen. Auch die Arbeiten für das neue Tor 31 gehen voran.
Mit dem Ende der Rodungsarbeiten ist die Polizeipräsenz stark zurückgefahren worden. Die Reiterstaffel ist abgezogen worden. Damit endet auch die erneute -hoffentlich nicht letzte- landwirtschaftsnahe Nutzung des Hofguts Klaraberg.Dort waren die Polizeipferde über den Tag eingestellt. Es ist zu hoffen, dass in letzter Minute ein Erhalt zumindest der Scheunenanlage durchsetzbar wird. Fraport sollte wissen, wie schlecht die Schleifung der viele Jahrhunderte bestehenden Anlage bei den Leuten ankommt.
Das beantwortet leider nicht die Frage. Wenn Sicherheitsabstände einzuhalten sind, wieso werden diese nicht von Anfang an berücksichtigt?
Zur Entschuldigung der Fraport ist zu sagen: Es handelt sich hier um einen mobilen Bauzaun, nicht um den entgültigen Landebahnzaun. Der „Heras Sicherheitszaun“ soll die Baustelle vor dem Eindringen von Wildschweinen ( tierischen und menschlichen) schützen. Wo nur gerodet, aber nicht gebaut wird, braucht es nicht unbedingt einen Zaun.
Wo sich das Aufregen aktuell vielleicht eher lohnt: An der Brunnenschneise nahe der Autobahn waren zwei Holzfäller heute nachmittag gerade damit fertig geworden, das Unterholz auszulichten – ebenso ein Indiz für eine bevorstehende Fällung wie die roten und gelben Markierungen an den Bäumen. Und: Sie haben geguckt, als hätte mensch sie gerade beim Pinkeln erwischt…..
Also hat der Begriff „endgültiger Zaun“ in Bezug auf Fraport keine Bedeutung, weil das Gebilde jede selbst gesetzte Grenze überschreitet. Die Stelle wo die Najavos ihr undokumentiertes Ritual abgehalten hatten ist dadurch verwüstet.