Spaziergang an der Landebahn

Gestern beteiligten sich etwa 100 Menschen an dem von der Stadt Hattersheim organisierten Spaziergang durch den Kelsterbacher Wald zur Landebahn. In Redebeiträgen wurde die Belastung durch Fluglärm, die Notwendigkeit einer solidarischen Gegenwehr und des Durchsetzens eines Nachtflugverbotes von 22 bis 6 Uhr thematisiert, aber auch dazu aufgerufen, am Dienstag den Gerichtsprozess gegen eine Ausbaugegnerin in Rüsselsheim zu verfolgen.

Viel Unerfreuliches gab es im Wald selbst zu sehen. Der Bau der Landebahn ist weit fortgeschritten. Der Mönchwaldsee ist zur Hälfte mit einem stabilen Zaun umgeben, der die Menschen abhalten soll, ihn zu nutzen. Auf der Landebahn-Seite wurde das Ufer großflächig und komplett kahlgeschlagen, die Fluglärmbelastung ab Herbst wird dementsprechend sein.

Geradezu zynisch muten angesichts dessen die von der Fraport AG im Wald aufgestellten Informationstafeln an: Als hätte es die Rodung von 400 ha Wald verbunden mit Tod und Vertreibung verschiedenster Tiere nie gegeben, werden hier ökologische Minimierungsmaßnahmen wie das Umsiedeln von Tieren thematisiert. Natürlich unkritisch und PR-orientiert, denn bei vielen Maßnahmen ist der tatsächliche ökologische Nutzen sehr zweifelhaft. Unabhängig davon konnte das die TeilnehmerInnen des Spaziergangs, der an der Mahnwache bei Kaffee und Kuchen zuende ging, über eins nicht hinwegtäuschen: Flughafenausbau ist und bleibt Umweltzerstörung.

Pressespiegel:

Frankfurter Rundschau – Der Wald ist weg