Immer die selben Argumente…

Hier ein ZDF-Beitrag zur Steigerung des Fluglärms durch die Landebahn NordWest und den Protesten gegen die Fraport-Hauptversammlung in Höchst.

Und hier ein ZDF-Beitrag aus dem Jahr 1980 zur Verlängerung des Paralellbahnsystems und dem Bau der Startbahn West.

Bemerkenswert ist, wie wenig sich die Argumente über die Jahrzehnte geändert haben.

Einerseits das gleich doppelt falsche Totschlargument Arbeitsplätze. Weder halten hier die Versprechungen mit der Zahl wirklich entstehender Arbeitsplätze mit, noch ermöglichen die häufig prekären und von Rationalisierung bedrohten Arbeitsverhältnisse am Flughafen ein wirklich hohes Maß an Lebensqualität. Andererseits ist es grundsätzlich absurd, in einer eigentlich reichen Gesellschaft den Zugang zu Ressourcen an das durch ökonomischen Druck erzwungene Ableisten künstlich begrenzter Arbeitsmöglichkeiten zu koppeln – Um dann schließlich Dinge befürworten zu können, weil sie Arbeit machen (womit sich nahezu jede denkbare Schweinerei begründen ließe).
Dazu noch die Litanei, der Flughafen müsse das größte deutsche Luftverkehrsdrehkreuz bleiben – Argumente hierfür gibt es regelmäßig nicht mitgeliefert, es bleibt wohl dem Lokalpatriotismus oder der gemachten wirtschaftlichen Abhängigkeit der Einzelnen überlassen, als Begründung herzuhalten.
Schließlich das Argument steigender Flugbewegungen, ohne das auch nur einen Moment über die alternativen technischen und sozialen Möglichkeiten Mobilität zu organisieren nachgedacht wird.

Auf der anderen Seite seit Jahrzehnten der Verweis auf die ökologischen (Klimakiller, Waldvernichtung), sozialen (Verlärmung, Privatisierung, Abschiebungen) und gesundheitlichen (Fluglärm und Abgase machen krank) Aspekte, die in den letzten Jahrzehnten wirklich jedes Mal weggewischt oder weggeprügelt wurden.

Wer profitiert den letztlich vom Ausbau? Die am Flughafen prekär beschäftigten, die sich der steigenden Verlärmung nicht entziehen können, oder die Aktionäre der Fraport AG?