Kurzbericht vom Samstag an der Mahnwache

Am Samstag begann unser Programm anlässlich der Fraport-Werbeveranstaltung. Nachdem es in den letzten Monaten auf der Mahnwache etwas ruhiger zugegangenen war, sollte es auch wieder Zeit sein, zusammenzukommen.
Am Samstag hielt Dietrich Elsner einen sehr interessanten und informationsreichen Vortrag über die Auswirkungen des Fluglärms auf die Umgebung und die Rolle der Fraport als internationaler Logistik- und Umsteigehub. Den anwesenden Zuhören bot sich ein völlig gegenläufiges Bild zu dem, was uns die Fraport glauben machen möchte. Im Ergebniss ist die Fraport nämlich kein Wirtschaftsmotor der Region sondern ein Produkt von Produktionsverlagerung und getriebener Lobbyarbeit. Sehr schön auch der Vergleich von Dietrich mit dem Ruhrgebiet, wo nach dem Zusammenbruch der Stahl- und Kohleindustrie die Region wirtschaftlich zusammenfällt. Fraport als Arbeitsplatzmotor der Logistikindustrie mit mehr oder (eher) weniger qualifizierten Arbeitsplätzen wird die Region auch irgendwann an diesem Punkt bringen.
Fluglärm sichert keine Arbeitsplätze und keine erstrebenswerte Zukunft. Für die BI-Mainz und für Dietrich heißt es daher: Mainz ist eine Wissenschaftsstadt und nicht der Mülleimer von Fraport. Die Region braucht Fraport nicht, keine Logistikparks und keinen Fluglärm.
Danach gab es einen Vortrag über Greenwashing. Dabei hat der Vortragende die Aussagen der Umweltberichte von Fraport auseinandergenommen und die Hintergründe zu den Umweltzertifikaten für Unternehmen erklärt. Mülltrennung nach ISO Norm und schön gerechnete Kennzahlen wieder dem Verstand, das ist die neue Welle auf der viele Unternehmen mit hohen Umweltbelastungen reiten.
Am Abend gab die Laborinsel ein Konzert, mit ihrer besonderen zuhörergeselligen Art provozierten Sie die Runde zum Mitmachen: Der Zuhörer als Mitwirkender und nicht als Konsument.
Die Stimmung war super und viele freuten sich wieder über bekannte Gesichter und Freunde, die Besucher fühlten sich wohl und gutes Essen gab es auch.
Seltsam anmutend nur die komischen Figuren mit Blauen Halsband und Kappe, nicht weit von der Mahnwache eingesperrt hinter Stacheldraht. Immerhin, auf einem hohlen Kopf gehört auch der passende Kopfschmuck, in Einheitsgröße. Oder wie es die Frakfurter Rundschau ausdrückte: „Erwachsene Männer tragen Baseball-Kappen mit dem Unternehmenslogo des Flughafenbetreibers“.