Fraport verhagelt Flörsheim

Alles gut kommt von Oben? Schon im November hatten wir über Ziegelschlag in Flörsheim berichtet. Jetzt gibt es einen neuen „Schlager“: Faustgroße Eisklumpen schlagen in diesen Tagen vermehrt in Flörsheim ein. Das kam in den letzten Jahren auch schon anderswo im Rhein-Main-Gebiet vor. Klingt gefährlich? Ist es auch.
Dabei klang die Bilanz der BI-Flörsheim zu 100 Tagen Landebahn auch so schon hoch dramatisch.

Mit etwas Anderem von Oben meinen sich die Menschen in Sachsenhausen und Niederrad konfrontiert zu sehen: Kerosin das abgelassen wird oder unsauber verbrennt. Bemerkenswert klarsichtig ist die Gegenargumentation der Behörden: Das darf nicht sein + Das ist schwer nachweisbar = Die Ölschlieren die dort neuerdings auftauchen, kommen irgendwo anders her.

Apropos Behörden: Einige der in Flörsheim geschädigten Menschen scheinen auf die Idee gekommen zu sein, bei der Polizei Anzeigen gegen Fraport und Landesregierung zu stellen. Die armen Ordnungshüter sind mit dieser Flut von Anzeigen gegen das Etablissement völlig überfordert: Bei einer Häufung – zuletzt seien an einem Tag drei Flörsheimer vorstellig geworden – sehe man jedoch die tägliche Polizeiarbeit zunehmend beeinträchtigt. 3! Vielleicht sollte sich die Flörsheimer Polizei Nachhilfe beim Frankfurter Staatsschutz holen. Dort lief man in der Vergangenheit zu wahren Höchstleistungen beim Anzeigenschreiben auf – gegen engagierte Ausbaugegner.
Die Wut der Betroffenen ist berechtigt, ihre Reaktion aber wenig erfolgversprechend. Seit dem die Landebahn projektiert war, haben Behörden, Polizei und Gerichte in allen wesentlichen Punkten im Sinne der Fraport entschieden, und so den Bau überhaupt erst möglich gemacht. Das war kein Zufall, sondern ist landauf landab das normale Vorgehen. Anders wären solche kapitalistischen Großprojekte nämlich nicht zu realisieren.

Alles Gute kann daher nur von Unten kommen. Wir schließen mit etwas Pathos gegen Fraport und halten fest: Es rettet uns kein höh‘res Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun. Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun!