Anti-Atom-Demo im Terminal

Mit dem Karlsruher Urteil zur Versammlungsfreiheit in öffentlich zugänglichen Räumen öffnen sich neue Möglichkeiten wirkungsvollen Protests. Nach der Großdemo der AusbaugegnerInnen nutzte dies jetzt auch die Anti-AKW-Bewegung. Beim Ordnungsamt in Frankfurt meldete sie eine Mahnwache „Atomkraft abschalten-weltweit“ an, die am Samstag den 11.2. mit guter Beteiligung stattfand.

Veranstaltet wurde die Mahnwache mit Kundgebungscharakter von der Gruppe „Bye Bye Biblis“ aus Dreieich, die dem „Ausgestrahlt“-Spektrum entstammt.
Die Organisatoren hatten den Veranstaltungsort bewusst gewählt, um möglichst viel internationales Publikum anzusprechen. Der Airport sei neben seinem Geschäftsbetrieb ein geeigneter Ort zur Auseinandersetzung mit drängenden gesellschaftspolitischen Fragen: „Atomenergie und auch Atomwaffen sind ein internationales Problem, Strahlung mache vor keiner Grenze Halt“

Beiträge leisteten u.a. der Japaner Tomoyuki Takada. Die Rede wurde auch auf japanisch vorgetragen – nicht nur wegen der JapanerInnen vor Ort (die zahlreicher anwesenden chinesischen Fluggäste zeigten wenig Interesse..), sondern auch um den Beitrag für die japanische Anti-AKW-Bewegung aufzuzeichnen und auf „You Tube“ einstellen zu können.
Über die Situation der japanischen Anti-AKW-Bewegung wurde berichtet, dass es vielen Menschen schwer falle, öffentlich eine kritisch-abweichende Position zu bekennen. Die Vorgänge in Deutschland seien für sie wichtig und motivierend, nicht aufgrund die Kurskorrektur der Bundesregierung, sondern wegen des beispielhaften, vielfältigen Protests aus der Bevölkerung. In Japan habe es bis in die fünfziger Jahre eine atomfeindliche Grundstimmung gegeben. Die Amerikaner hätten aber massiv aus Eigeninteresse daran gearbeitet, dies zu ändern.

Auch der Beitrag zur Energiepolitik des Irans stand unter der Prämisse, dass Atomenergie der Bevölkerung des Landes mehr schade denn nütze und aus strategischen Interessen betrieben werde. Atomenergie sei international zu beenden. Es gäbe genug andere Energiequellen, und die Jugend des Irans bräuchte vor allem einen Abbau der Arbeitslosigkeit.
Vor einem Präventivschlag gegen das Land warnte der Redner, ein Exil-Iraner, ausdrücklich. Damit würde man nur Solidarisierungseffekte mit der Regierung auslösen.

Zahlreiche Flyer konnten auch an Airline-Personal abgesetzt werden. Fliegen ist die Fortbewegungsart mit der höchsten -teils auch natürlichen- Strahlenbelastung. Mit dem Fallout der Katastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 stiegen die Belastungswerte über Monate signifikant an. Damals gab es bei der Lufthansa zeitweise eine atomkritische Bewegung. Auch nach dem Super-Gau in Fukushima wurden Ostasien-Flüge überprüft.