Ja zu Fra? Versachlichung mal anders

Das Krisenmanagement der „fragwürdigen PR-Agentur Burson-Marsteller(Bericht in der FR vom 21.02.) treibt Blüten.
Nach Berichten von BI-Aktiven, aber auch Einträgen in Internetforen, verschickt die Lufthansa persönliche Werbeschreiben für die Kundgebung an ihre Kunden. Das Pikante: Diese haben der Lufthansa in der Vergangenheit ihre Daten für die Abwicklung einer Flugbuchung gegeben – aber nicht um ungefragt für deren Lobbyarbeit agitiert zu werden. (Kleiner Tipp an die Betroffenen: Zurück an den Absender… Porto bezahlt Empfänger)
Wer das Kampagnenmotto mal googelt, wird außerdem in mehreren Online-Mitmach-BürgerInnen-Zeitungen aus der Fluglärmregion wortgleiche Jubelbeiträge über diese Kundgebung finden [1] [2]. Ein Schelm wer da an eine PR-Agentur denkt, die sich ja schon in der Vergangenheit einen Namen damit gemacht hat, scheinbar unabhängige Presseberichte zu lancieren.

Schlüsselphrase dieses PR-Mülls ist eine vermeintliche „Versachlichung“ der Debatte. Diesem Anspruch folgend wären ja eigentlich Argumente zu erwarten. Fehlanzeige! Es gelingt den Verantwortlichen, nicht mit einem Wort konkret auf Fluglärm, Gesundheitsschäden („Lebensader“), Klimawandel, Flächenverbrauch, Privatisierung, Abschiebungen („weltoffenheit“), Umweltzerstörung, ökonomische Zurichtung und prekäre Arbeitsverhältnissen („hart erarbeitete Wettbewerbsfähigkeit“ „Wohlstand“ [für die Aktionäre?]) einzugehen Also alles das, wofür der Flughafen seit Jahrzehnten fundiert kritisiert wird.
Stattdessen das seit Jahrzehnten gleiche Arbeitsplatz-Mantra. Die Initiative gegen Fluglärm Mainz Oberstadt hat in bemerkenswerter Akribie mal ein paar mehr Zahlen als die Fraport zusammengetragen. Es bleibt nicht viel übrig von der Jobwunder-Legende.
Aber selbst wenn es anders wäre: Der Angriff auf unsere natürlichen Lebensgrundlagen und die Lebensqualität von Millionen Menschen zwecks Profitsteigerung wäre nicht gerechtfertigt, wenn nur genug Menschen ausgebeutet werden und genug Geld an den Staat fließt, der mit Gerichten und Polizeiknüppeln den Ausbau verteidigt.