„Gießen 21″

Direkte Aktionen gegen Landesgartenschau Gießen

In Gießen soll 2014 eine Landesgartenschau stattfinden. Verhältnismässig spät artikulierte sich öffentlicher Protest gegen die Pläne. Die relativ naturnahe, aber auch innenstadtnahe Wieseckaue soll zur bezahlpflichtigen Attraktion umgebaut werden. Dafür sollen 170 Bäume gefällt werden, die dem ästhetischen Empfinden sowie den geplanten Hallen und Parkplätzen im Weg stehen.

Eskaliert ist der Konflikt, als kürzlich ein Bürgerbegehren „teilzugelassen“ wurde: Über eine Kreditaufnahme für die Laga durch die pleite-nahe Stadt darf abgestimmt werden, aber es gibt keinen Baustopp. Das VGH Kassel erlaubte vor einer Woche die Baumfällungen. Eigentlich ist die Zeit dafür wegen des Beginns der Vegetationsperiode abgelaufen. Es kam zu Sitzblockaden, Ankettaktionen und Baumbesetzungen, um die Schaffung vollendeter Tatsachen zu verhindern. Allerdings war die Beteiligung schwach (maximal 30 Leute) und so waren es zumeist Kleinaktionen. Die Polizei verteilte Platzverweise. Die Kontrolle des Geländes erfolgt durch den Grossdienstleister WISAG, was den Protest nicht verhindern konnte.

All dies reicht allerdings, um den Druck auf die zweite Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich zu erhöhen: Sie ist Mitglied der Grünen. Interessanterweise beteiligen sich an dem Protest auch Studierende. Das hängt damit zusammen, dass die Technische Hochschule Mittelhessen an die Grünzone angrenzt. Da hier ein traditionelles Großpotental für Gießener Unruhe liegt, will die Bürgermeisterin jetzt den ASTEN der Liebig-Uni ein Billig-Buga-Dauer-Ticket anbieten. Die Proteste werden fortgesetzt, jedoch dürften die betroffenen Bäume bald gefällt sein