Vogelschlag am Mönchwaldsee

Eine neue Landebahn direkt an einen Fluss zu bauen, das ist keine besonders gute Idee. Wie für New York gilt dies auch in Frankfurt: Das Unfallrisiko für Feder- und Metallvögel steigt.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Eddersheim befasst sich seit Jahren mit dem Absturzrisiko durch Vogelschlag. Hattersheim-Eddersheim befindet sich genau da, wo aus Westrichtung anfliegende Maschinen den Main kreuzen. Die BI Eddersheim hat während der Planfeststellung -u.a.mit Unterstützung des Biologen B. Petri vom NaBu- eklatante Mängel bei der Einschätzung des Vogelschlagrisikos durch die Ausbaubetreiber nachgewiesen. Fraport wurde vom VGH Kassel die Betriebszulassung der Landebahn nur unter der Voraussetzung erteilt, mit „Mivotherm“ über ein betriebssicheres Warnsystem zu verfügen. Die Praxisreife des Systems ist aber bis heute nicht bewiesen, sondern wurde im Gegenteil wiederholt widerlegt. Die BFU hat sich dabei zur Spezialistin in der Aufdeckung von Betriebs(unfall)geheimnissen qualifiziert. Sie berichtet über einen neuerlichen Vogelschlag an der neuen Landebahn.

Er ereignete sich am frühen Morgen des 21.Februars und betraf eine Maschine, die aus Ostrichtung anflog. Zwei nachfolgende Maschinen mussten durchstarten. Der Vorfall soll sich auf Höhe des ehemaligen Waldcamps abgespielt haben und Vögel betroffen haben, die den Vogelabwehrzaun umflogen hätten.
Gewässernähe ist für Flugplätze stets ein Risiko. Die Zukunft des Mönchwaldsees ist wohl nur bei einer Stillegung der Landebahn gesichert, ansonsten droht der weitere Verlust von Natur Rate für Rate. Sollten die Angaben stimmen, müsste es das Flugzeug in der Phase des Umkehrschubs oder des Abrollens erwischt haben.
Es gibt aber mit dem „Lebendbesatz“ des Staudenweihers noch eine zweite Gefahrquelle für die Metallvögel bei Anflug aus Ost. Und dann wäre da noch das als „Bügelbrett“, „Titanic“ oder „The Squaire“ bezeichnete milliardenschwere Großgebäude direkt in der Einflugschneise.
Ein Pressesprecher der Lufthansa bezeichnete das Phanomen Vogelschlag als „Teil der Lebensrealität“. Wenn dem so ist, wird er auch den wachsenden Widerstand der AnwohnerInnen als „lebensnah“ akzeptieren müssen.

Information der BfU