Stadt Kelsterbach zeigt sich contra-produktiv: Alte Mahnwache geschleift

In der vergangenen Woche haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofs auf Geheiß der Bürgermeisterei Kelsterbach sämtliche am Mahnwachenplatz verbliebenen Einrichtungen der Ausbaugener abgebaut und in die Stadt verbracht.
Dies geschah ohne vorherige Information der Eigentümer der Gegenstände. Mündlich begründet wurde der Schritt auf Nachfrage mit Vernachlässigung, einem Einbruch in den Bauwagen und dem Fehlen einer Kommunikation mit dem zuständigen Verein. Dieser Begründung wurde von den Initiatoren der Mahnwache scharf widersprochen. Man vermutet politische Gründe.


Um Vandalismus und Verletzungsgefahren vorzubeugen, war der Platz bereits im Winter seitens der Ausbaugegner weitgehend beräumt worden. Am Ort verblieben Bauwagen und eine Erdhütte, die in Absprache als erhaltungswürdig eingestuft worden waren. Sie sollten an den Protest gegen den Landebahnbau erinnern und als vandalismussicheres Depot für Materialen, etwa Sitzbänke, dienen. Das alles ist jetzt weg. Im Frühjahr hatte der Aufbau einer Info-Ausstellung starten sollen.

Der „robuste“ Umgang der Stadt Kelsterbach gegenüber einem Platz mit Symbolcharakter, vor allem aber das heimliche Vorgehen, hat einiges an Emotionen freigesetzt. Der Mahnwachenplatz befindet sich in der Schnittstelle der Sicherheitszone der Landebahn, des illegalen Badesees Mönchwald, der stadtnahen Erholungszone und eines Naturschutzgebiets.
Das Verhältnis zwischen der Stadt Kelsterbach und den in unterschiedlichen Zusammenhängen organisierten AusbaugegnerInnen gilt als angespannt – insbesondere aufgrund der Kritik an dem Anpassungskurs der Stadt gegenüber der Fraport.
Jetzt wird juristisch und politisch geklärt, wie es mit dem Infoplatz weitergeht. Auch das Bündnis der Bürgerinitiativen verfolgt aufmerksam die anstehenden Gespräche zwischen den Initiatoren des Infoplatzes und der Stadt Kelsterbach.