Archiv für April 2012

Dicke Luft in Wiesbaden

Wiederum erfolgreich verlief die bereits 20. Montagsdemo im Terminal 1b. Viele Teilnehmende trugen Einweg- Mundschutzmasken (ein Anblick, den chinesische Touristinnen aus ihren eigenen Feinstaub-Metropolen kennen).
Erneut hat ein Stamm von etwa 2500 Menschen lautstark deutlich gemacht, dass sie weiter aktiv für die Zukunft der Region kämpfen. Ein Thema war natürlich auch der angekündigte Rücktritt von Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP). Ein Demonstrant: „Wenn ich dazu etwas beigetragen habe, dann bedauere ich es nicht“.
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Montagsdemos gehen weiter – auch was die Forderungen betrifft

Ein unhörbares Aufatmen gab es bei den Organisatoren der ersten Montagsdemo nach dem Leipziger Urteil – Tatsächlich „unhörbar“, denn um die Seufzer der Erleichterung hören zu können war es einfach zu laut. Die Abfertigungshalle Abflug A war nämlich gut gefüllt, etwa 2000 Leute waren da, und das Publikum war weiterhin nach Alter sowie räumlicher und sozialer Herkunft bunt gemischt – die große Stärke der Terminal-Demos.

Schon fast trotzig ertönte immer wieder der Schlachtruf „Die Bahn (und Bouffier) muss weg“, aber auch „Deckel drauf“.
Für die Süd-BIs begrüsste der Sprecher der BI Erhausen, Gebhard Moritz, die TeilnehmerInnen. Heute sprächen die Süd BIs und mit ihnen die Leute, die die Hauptlast im Kampf gegen die Startbahn West getragen hätten. Sie ständen aus ihren leid- und lärmvollen Erfahrungen in Solidarität mit den Betroffenen der anderen Start- und Landebahnen. Die Proteste müssten weitergehen. (mehr…)

Interview mit BBI-Sprecherin

Lesenswertes Interview aus der FR vom 18.04.

Waldbesetzung macht Schule

Die Besetzung des Kelsterbacher Waldes 2008/09 hat (zusammen mit den Genfeldbesetzungen) die Aktionsform des Hüttendorfs wieder etabliert. Diese Form des direkten Widerstands und der Selbstermächtigung gegen Großprojekte war in den Jahren zuvor im deutschsprachigen Raum etwas aus der Mode gekommen. Das Beispiel hat Schule gemacht: Nach der Bauplatzbesetzung eines Tierversuchslabors in Hannover (2009) und einer Schlachtfabrik in Wietze (2010), gibt es nun eine neue Waldbesetzung. Im Hambacher Forst bei Köln wehren sich AktivistInnen so gegen die Expansion eines Braunkohletagebaus.

Die Parallelen beschränken sich nicht nur auf die Aktionsform: Auch dort soll ein wertvolles Ökosystem geschützt und ein Klimakiller gestoppt werden. Und auch dort geht es genau wie im Rhein-Main-Gebiet darum, was über die Entwicklung einer Region entscheidet: Die Lebensinteressen der Bevölkerung oder die Profitinteressen der Unternehmen.

Viele gute Gründe also, sich mit den BesetzerInnen zu solidarisieren!

http://hambacherforst.blogsport.de/

Zwei Gruppen und ein Seil – Süd BIs gestalten Montagsdemo am 16.April

„Wir ziehen alle an einem Strang“ ist das Motto der 19. Montagsdemo am Frankfurter Flughafen. Sie wird erstmals von Bürgerinititiativen aus dem Süden des Rhein Main Flughafens gestaltet. Diese sind insbesondere von der Startbahn West, der Südumfliegung Mainz, dem Terminal 3 und dem Flugplatz Egelsbach betroffen.
An diesem Tag stehen Analyse und Bewertung des Leipziger Flughafenurteils an. Ausserdem sollen Standortbestimmung und Marschrichtung für eine Fortsetzung des Protests aufgezeigt werden: „Wir wollen in Offenbach nicht nur schlafen, sondern auch leben“, dieser Kommentar der Offenbacher Dekanin Eva Reiss zum Nachtflugurteil trifft ganz gut die Stimmung der Aktiven. (mehr…)

Dublin II: Flughafenproteste gegen innereuropäische Abschiebungen

Im Flughafen wird nicht nur gegen Lärm demonstriert, sondern auch gegen Abschiebungen. Ende März fanden an den fünf größten deutschen Flughäfen Proteste gegen die Dublin-II-Verordnung statt, derzufolge Flüchtlinge innerhalb Europas in das Land abgeschoben werden, das ihre Einreise „verschuldet“ hat.

Ein Bericht zum Aktionstag findet sich auf http://dublin2.info/

Ostermarsch – warum nicht mal an der Mosel?

Am Montag, den 9.4. findet keine Montagsdemo am Flughafen statt – auch wenn es nach dem Leipziger Entscheid manche(n) in den Füssen und in der Kehle juckt…
Der Ostermontag, so kommunizieren es die BI-OrganisatorInnen, gehöre der Familie – oder den Ostermärschen. Neben der klassischen Kundgebung auf dem Römerberg in Frankfurt (13 Uhr) bietet sich – besonders den rheinhessischen AusbaugegnerInnen – ein Besuch des Ostermarsches in Uerzig bei Traben Trarbach an.
Dort ist es schön, schöner als in Frankfurt jedenfalls. Noch.

Hier soll eine gigantische Brücke für eine Hochleistungsstrasse, die B 50 neu, gebaut werden. Die Trasse, einst als strategische Verbindung vom Seehafen Rotterdam zum US-Stützpunkt Hahn projektiert, soll aktuell dem Strassengüterfernverkehr, insbesondere auch der Luftfracht aus Rhein Main und vom Hahn, dienen. (mehr…)

Leipzig bleibt Heimat der Montagsdemos

Als wenig spektakulär erwies sich die Gerichtsentscheidung in Leipzig. Sicher ist die Bestätigung des Nachtflugverbots in der „Kernnacht“ ein echter Erfolg, gemessen an der relativen Bedeutungslosigkeit, in der sich die Ausbaukritikerinnen politisch noch im Sommer befanden. Jetzt, eine Landebahneröffnung und bald 20 Montagsdemos später, ist es aber definitiv zu wenig. Die „Nachtrandstunden“ dürfen weiter verlärmt werden (auch wenn hier erstmals ein freilich ausbaufähiger „Deckel“ greifen könnte, der die Nachfrage dem gesetzlich erlaubten Slot-Angebot anpasst- tagsüber wäre das auch ganz nett….) Ein echtes Problem für die Weiterexpansion des Flughafens ist dies aber nicht. Abflüge zwischen 22 und 23 Uhr lassen sich strecken, die Anflüge der Interkontinentaljets ab fünf Uhr und die ersten TUI Fly und Condor-Starts werden über zwei verschiedene Bahnen verteilt, um ein „langsames Anschwellen“ zu gewährleisten. Eine weitere Bahn wäre, um diese Vorgaben besser erfüllen zu können , in der Logik des Airports sicher auch ganz hilfreich..

Genau hier liegt der Punkt: Eine Abwägung der Gesamtbelastung der Region gegenüber den Interessen des Flughafens hat das Gericht nicht vorgenommen und sich hier fast ganz dem Planfeststellungsbeschluss von 2009 angeschlossen. (mehr…)