Die Besetzung des Kelsterbacher Waldes 2008/09 hat (zusammen mit den Genfeldbesetzungen) die Aktionsform des Hüttendorfs wieder etabliert. Diese Form des direkten Widerstands und der Selbstermächtigung gegen Großprojekte war in den Jahren zuvor im deutschsprachigen Raum etwas aus der Mode gekommen. Das Beispiel hat Schule gemacht: Nach der Bauplatzbesetzung eines Tierversuchslabors in Hannover (2009) und einer Schlachtfabrik in Wietze (2010), gibt es nun eine neue Waldbesetzung. Im Hambacher Forst bei Köln wehren sich AktivistInnen so gegen die Expansion eines Braunkohletagebaus.
Die Parallelen beschränken sich nicht nur auf die Aktionsform: Auch dort soll ein wertvolles Ökosystem geschützt und ein Klimakiller gestoppt werden. Und auch dort geht es genau wie im Rhein-Main-Gebiet darum, was über die Entwicklung einer Region entscheidet: Die Lebensinteressen der Bevölkerung oder die Profitinteressen der Unternehmen.
Viele gute Gründe also, sich mit den BesetzerInnen zu solidarisieren!
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