Archiv für Juni 2012

Baubeginn für HoLM in der Airport-City

Anfang dieser Woche haben die Erdarbeiten und die Baustelleneinrichtung für das umstrittene House of Logistics and Mobility (HoLM) begonnen. Auf dem bereits umzäunten, 6500 Quadratmeter grossen Gelände sollen zwei Bürogebäude entstehen. Verstecken tut man sich nicht. Ein grosses Werbeschild wirbt für das Holm als Zentrum der wirtschaftsnahen Logistikforschung am „zentralsten Platz Europas“. (mehr…)

Holyday at Terminal

In den Sommerferien sind die Montagsdemos ausgesetzt, gemäss der Ueberlegung, dass sich viele vom Stress erholen wollen. Auch die Montagsdemos sind nicht eben erholsame Veranstaltungen. Viele können sich wegen der Umweltbelastung zu Hause aber nicht mehr richtig erholen. Nicht zuletzt , weil so viele andere weit weg flüchten – per Urlaubsflieger. Lärm und Umweltzerstörung -aber auch Abschiebungen in Länder, wo viele Urlaub machen- kennen keine Sommerpause. Im Gegenteil.
Für „Ferienflüchtlinge“ , so wurde auf der Montagsdemo angekündigt, gibt es in den nächsten sechs Wochen jeden Montag von 18 Uhr bis ca. 19.30 die Mahnwache „Holyday at Terminal“. (mehr…)

Startbahn West Veteran: Horst Amann wäre Idealbesetzung als Hüttenbauer

„Etwa alle zwanzig Jahre kommt es am Flughafen zu einem neuen Ausbauschub. Und damit auch zu einem neuen Hüttendorf. Dass wir immer wieder gegen Fraport verloren haben, liegt nicht an der Stärke der anderen, sondern an unserer Schwäche. Im Kelsterbacher Waldcamp hatten wir eine BI_Hütte, die war ganz nett geplant. Aber die Ausführung! Unmotivierte Arbeitskräfte, Pfusch , Logistikmängel- das Ding wurde nie fertig. Dagegen hilft nur ein Schwergewicht, das Probleme erkennt bevor sie entstehen. Jemand von aussen, nicht aus der verzottelten und verzettelten Szene. Sondern einer, der ihr Beine macht. Horst Amann wäre da optimal und fände dazu noch eine neue, geschichtsbildende Grenzerfahrung“.
Witziges Szenario ? Vielleicht für Alt-Aktivistis, nicht aber für Fraport. Denen ist gerade genau das passiert. Die besten Leute kauft man nicht nur dafür ein, dass sie für einen arbeiten. Sondern auch dafür, das sie nicht für den Hauptkonkurrenten arbeiten. Der Baumanager Horst Amann tut das jetzt und schafft neu als „Geschäftsführer Technik“ an einer BI-Hütte. Allerdings steht BI nicht für „Bürgerinitiative, sondern für „Berlin international“. (mehr…)

MP Bouffier wütet gegen Wutbürger

Am 19.Juni fand am Ifo.Institut im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Münchner Seminare“ ein Vortrag mit einem illustren Titel statt: „Vom Wutbürger zum Mutbürger – welche Gesellschaft braucht unsere Industrienation ? “
Gehalten wurde er vom Ministerpräsidenten des Landes Hessen, Volker Bouffier. (mehr…)

Aktiv für Region und Nation: MdB Heinz Peter Wichtel erklärt den Flughafen

Es ist ein schwüler Freitagabend im Mitt-Juni. Ein Reisebus hält an einem Wäldchen am Zaun des Flughafens. Ihm entsteigt eine erwartungsvolle Reisegruppe: Die Mitglieder der NaturFreunde Obertshausen unternehmen eine Führung zu Flora und Fauna am Flughafen.
Mit dabei: Der Fraport-Oberförster, der Leiter der politischen Kommunikation Fraports, sowie ein Aufsichtsratsmitglied der Fraport: Heinz Peter Wichtel. (mehr…)

Pursuing Nothing

Mit dem Mobilitätsverhalten ist das so eine Sache. Jedes Wochenende sind die Airports, Bahnhöfe und Autobahnen voll. Dann eine Woche Arbeit, zum Geldverdienen Um dann wieder Airports, Bahnhöfe und Autobahnen voll zu machen.
Dass es auch anders geht, zeigt der Blog pursuingnothing.com von Garth Kiser. Dort erfährt mensch zudem, warum Flösse aus Müll in Deutschland nicht schwimmen, warum es für Ratten in Schlafsäcken gefährlich werden kann und wie die Baufortschritte des Waldcamps im Hambacher Forst aussehen.

Professor Singer: Flugsicherung darf nicht einfach machen, sondern muss rational begründen.

In einem Leserbrief an die FAZ hat der international renommierte Mediziner und Hirnforscher Prof. Dr.Dr h.c. Wolf Singer den laxen Umgang der Deutschen Flugsicherung (DFS) mit den gesundheitlichen Schutzansprüchen der BürgerInnen kritisiert. Die Flugsicherung müsse sich fragen, ob sie nicht ohne Not durch den Dauerbetrieb der Nordwestbahn mehr Menschen unzumutbarem Lärm aussetze, als bei der Wahl anderer, aber aufwändigerer Abfertigungsverfahren nötig. (mehr…)

München kämpft auch für Frankfurt

Ein Kommentar zum BürgerInnenentscheid über die dritte Startbahn im Erdinger Moos

Am Sonntag, den 17.6. sind die MünchenerInnen aufgerufen, über den Ausstieg ihrer Stadt aus der Erweiterung des Flughafen „MUC-FJS“ abzustimmen. CSU, SPD und die Wirtschaftseliten haben sich deutlich für ein Ja zum Ausbau ausgesprochen.
Einen „Mir san mir“-Trotzeffekt erhofft die Nein-Fraktion. Von allen, die sich nicht einreden lassen von ungebremstem Wachstum hinge Wohlstand und Segen der Grossregion ab. Und die sich vielleicht daran erinnern, wie es war, als der Stadtflughafen Riem noch angeflogen wurde. Aus Solidarität mit den Leuten vom Land.
Ein grosser Teil der Menschen, in deren Interesse das Referendum vorangetrieben wurde, dürfen nämlich gar nicht selbst abstimmen: Die Bevölkerung im ländlich strukturierten Gebiet zwischen Erding und Freising, die vor 20 Jahren die Belastung durch den ausgelagerten Flughafen aufgedrückt bekommen hat.
Anders als in Frankfurt, wo die Nordwestbahn mehr Fluglärm in die Stadt zurückgebracht hat, sind die Münchner hinsichtlich der direkten Belastung fein heraus. Entsprechend sind es vor allem Appelle an nachhaltiges Wirtschaften und verkehrspolitische Vernunft sowie Argumente zum Schutz des Klimas und des knappen Bodens , welche die StädterInnen zum Ausstieg bewegen sollen.
Doch: Was für die Anrainer „Wahnsinn“ ist, einen nicht ausgelasteten Flughafen massiv auszubauen, hat für die Planer Methode: Mit der dritten Bahn und einer Erweiterung der Terminalanlagen soll sich „MUC“ als internationales Drehkreuz nach vorne positionieren . Da glaubt man sich im Vorteil gegenüber stadtnahen Airports wie London, Berlin oder Frankfurt , welche zunehmend mit Protesten grosser Bevölkerungsgruppen konfrontiert sind.
Trotzdem: Die Flughäfen -auch die stadtnahen- werden international weiter ausbauen , weil die anderen es auch tun. Selbst wenn das Aufkommen nur noch durch Umverteilung wachsen sollte. Zum Nutzen der Airlines und der Bauwirtschaft – und all derer , die billige Lifts im Ueberangebot wollen. Zum Schaden von Umwelt, AnwohnerInnen und der meisten Beschäftigten.
Da helfen Ausbaustopps – nach dem erkämpften Vorbild von Heathrow. Die Flughäfen in England müssen sich nun unter der raumordnerischen Massgabe entwickeln, dass sie nicht mehr flächig wachsen können.
Ein Aus für die dritte Bahn auch in München verbessert die Chancen für einen Baustopp oder perspektivlich sogar Rückbau bei uns in Frankfurt erheblich (auch umgekehrt wird ein Schuh daraus) . Eine Beschränkung der Zahl der Flugbewegungen -wie das BBI sie fordert- und eine Beschränkung der Flughafenkapazität sind die zwei Stiefel, die ein Paar bilden.
Solidarität haben die vielen Betroffenen aus Attaching, Freising und Erding, die erbittert gegen die Landnahme kämpfen, nicht nur aus München verdient. Sondern auch aus Rhein Main, in gemeinsamen Interesse.

Mit Köpfchen und Beton gegen Betonköpfe

Ausgeh-Tip: Ausstellung zu Anti-Atom-Ankett-Aktionen noch bis Samstag auf dem Wagenplatz in Rüsselsheim

Wer in unserer Protestbewegung gegen den Flughafenausbau aktiv, ist macht sich zwangsläufig Gedanken, wie sich die gesetzten Ziele erreichen lassen. Dazu ist eine genaue Kenntnis und eine kritische Einschätzung der unterschiedlichen Protestformen hilfreich . Ebenso auch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte von Protestbewegungen . Gerade die Anti Atom Bewegung hatte in den letzten 35 Jahren mit ihren Niederlagen, aber zuletzt auch grösseren Erfolgen Vorbildcharakter. Die Wanderausstellung „Beton im Gleis“ bietet Anschauungs- und Diskussionsmaterial und ist ein Pladoyer für die Vielfalt von Protestformen . (mehr…)

The spirit of 1848- Montagsdemo wandert aus

Zum ersten Mal findet am 11.6. die Montagsdemo nicht wie gewohnt im Terminal statt, sondern als „Auswärtsspiel“ bereits um 16 Uhr am Paulsplatz in der Frankfurter City. Viele werden auch schon etwas früher kommen: Gegen 15.30 Uhr werden die Festgäste für die Petra-Roth-Verabschiedung , allen voran Angela Merkel, erwartet. Denen soll deutlich gemacht werden: Verdiente Ruhe und Würdigung von Leistungen haben sich PolitikerInnen erst dann verdient , wenn sie dies auch den BürgerInnen zugestehen.
Damit sieht es aber nicht wirklich gut aus… (mehr…)

Sehring: „T 3 muss aus unmittelbarer Nähe beliefert werden“

Am vierten und letzten Erörterungstag zur geplanten Kiesgrubenerweiterung ging es um das Thema „Rohstoffe“. Sehring befürchtet eine „Kieslücke“ und Versorgungsengpässe, wenn die Auskiesung nicht käme. Grund sei auch der allgemein wachsende Widerstand gegen den Kiesabbau, so auch in Trebur und Kelsterbach. Tunlichst vermieden wurde in der Begründung von Sehring ein direkter Bezug zum Thema Flughafenausbau, von welchem Sehring ja ausserordentlich profitiert. In der Diskussion kam er dann aber doch. (mehr…)

Die Deals der Firma Sehring

Am dritten Tag der Anhörung zur Abholzung von 80 Hektar Bannwald hatten sich die Reihen der Behördenvertreter und Privateinwender stark gelichtet. Nicht aber die Bänke des Antragstellers, der Firma Sehring, sowie die der Umweltverbände. Von Seiten des hessischen Bergamtes war zu hören, dass man das Planfeststellungsverfahren weiterzuführen und gegebenenfalls auch abzuschliessen gedenkt. Privatrechtliche Einigungen zwischen Sehring und einigen Klageberechtigten könnten den Vorgang beschleunigen. (mehr…)

Was die anderen machen- Ausbaubefürworter in Brüssel aktiv

„Wir konnten diverse Konflikte um die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie im Stillen lösen, als es um den Bau der neuen Landesbahn des Flughafens ging oder um den Bau der A 44″. So lobt sich der hessische Justiz- und Europaminister Jörg Uwe Hahn in einer Mitteilung seines Hauses, in der er die Aufwendungen unseres klammen Bundeslandes für eine schicke neue Repräsentanz in Brüssel rechtfertigt (Richtfest am 3.5.2012): „Wir müssen dahin, wo die Musik spielt“.
Während die Montagsdemonstranten im Terminal ihre Verstärkeranlage einpackten, bereiteten sich Jörg Uwe Hahn und die MitarbeiterInnen des HoLM in Brüssel auf das vor, was sie unter Musizieren -sprich: Die Interessen Hessens vertreten- verstehen (mehr…)

Erörterung zur Sehring-Auskiesung hat begonnen

Tiefe Einblicke in die Nöte hessischer Behörden bot der Auftakt des Erörterungstermins nach § 73 Abs.6 Hessisches Verwaltungsverfahrensgesetz (HVwVfG) zur Südosterweiterung des Quarzsand und-kiestagebau „Langener Waldsee“.
Das sei „alles sehr kompliziert, jedenfalls komplizierter als bei den meisten anderen Verfahren“, so der Leiter der Veranstaltung, die vom hessischen Bergamt in Wiesbaden durchgeführt wird. Das liegt nicht zuletzt an den insgesamt 243 EinwenderInnen, die fast alle die Gefahr der Rodung von 80 Hektar Bannwald gebannt sehen wollen… (mehr…)