zu den Montagsdemos

wenn wir jetzt ein Resümee ziehen wollen, können wir feststellen, dass wir mit unseren Montagsdemos sehr viel erreicht haben. Die ständige Anwesenheit im Terminal, das viel stärkere in der Presse präsent sein und die erhöhte Aufmerksamkeit zum Thema Fluglärm, Abgase und die Still-legung der Nordwest-Landebahn bzw. Stopp der weiteren Flughafenerweiterung war noch nie so stark in der Presse wie jetzt. Die Aufmerksamkeit und Sensibilität der Bevölkerung für dieses Thema nicht nur in der Region, sondern auch bundesweit hat zu den erfolgen beigetragen. Ohne unsere Montagsdemonstrationen, wäre das Leipziger Urteil nicht so ausgefallen wie es ausgefallen ist (wohlweislich, dass es sehr kastriert ist), wäre aber auch der Volksentscheid der Bürgerinnen und Bürger von München möglicherweise anders ausgegangen. Nach der Menschenkette steht zweifelsfrei fest: das Thema Fluglärm ist in aller Munde. Das müssen wir weiter nutzen! Wir haben mit unseren montags Demos insgesamt über 80.000 Menschen (wenn auch vielleicht oftmals die gleichen) in den Flughafen „gebracht“ und auf unseren zwei Demonstrationen knapp 30.000 Menschen. Zahlen von denen wir noch vor einem Jahr vielleicht geträumt haben. Hinzu kamen die großen Demonstrationen in Mainz und Frankfurt (über 40.000). Vielleicht sind die Zahlen für den einen oder anderen zu „schön gerechnet“, aber machen wir uns nichts vor: diese Tausende regelmäßig gegen den Lärm und Abgasterror, durch Fraport, Lufthansa und Co. haben bei der Bevölkerung ihre „Spuren hinterlassen“. Ein sichtbarer Ausdruck (ohne es hoch hängen zu wollen) ist die „abwatschung“ von Innenminister Rhein bei der OB- Wahl in Frankfurt. Ich möchte auch noch einmal hervorheben, die 26. Montagsdemo auf dem Paulsplatz. Es war richtig, dass wir uns „das Recht auf dem Paulsplatz zu gehen“ erstritten haben und es war ebenfalls richtig, dass wir nach der erfolgreichen Menschenkette in Frankfurt bei der 28. und letzten Montagsdemo vor der Sommerpause am Flughafen auf die Fahrstraße raus gegangen sind.

Für uns heißt das, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es ist auch der erfolgreichste Weg in der jüngeren Geschichte gegen die Flughafen-erweiterung. Damit tue ich auf keinen Fall das Waldcamp im Kelsterbacher Wald geringschätzen, aber hier erreichen wir Massen, die wir vielleicht vorher gebraucht hätten. Das Zusammenwirken aller Initiativen zu unseren Zielen und das nicht auseinanderdividieren lassen durch Fraport und die Politik ist und bleibt unser Faustpfand. Wir müssen auch erkennen, dass wir auf dem Flughafen wieder mehr sein müssen, um noch stärker in den Medien präsent zu sein. Dazu müssen wir alle vor Ort Strategien entwickeln und Aktionen durchführen. Das ist auch ein Grund warum wir gesagt haben, unser Engagement im Terminal darf nicht abreißen. Deshalb machen wir auch in den Ferien Mahnwachen im Terminal. Wir müssen neue kreative und außerordentliche „behindernde Aktionen“ durchführen. Das „sleep-in“ ist eine solche Maßnahme, aber darf keine Ausnahme bleiben. Noch eins muss erwähnt werden, damit unsere Montagsdemos in das richtige Licht gerückt werden. Unsere Montagsdemos KÖNNEN nur durch das zum Erfolg geführte ringen von Julia Kümmel (Abschiebegegnerin/Trägerin des Menschenrechtspreises von Pro-Asyl) im Terminal durchgeführt werden, was uns logischerweise zur Vernetzung mit anderen Kräften führt. Darüber müssen wir nachdenken und Strategien entwickeln. Dazu ist jeder aufgefordert. Die Ferien geben uns dazu ein Polster.