Spassbremsen

Das Ferienprogramm „Holiday at the Airport“ der Montagsdemo geht weiter. Auch wenn es der Fraport die ihr eigene Ferienstimmung, die bei den saisonbedingt gestiegenen Reisendenzahlen aufkommen müsste, eintrübt. Gegen die „Happenings“ (wie einer der Oberpolizisten das Geschehen charakterisierte) ist sie ziemlich hilflos. Da bleibt nicht viel mehr übrig, als oben auf der Reling zu stehen und nach Auflagenverstössen zu schielen – aber was soll sie beispielsweise gegen diese Familie aus dem Vordertaunus machen ? Die hat ihre Decken ausgerollt, das Baby in einer Tragetasche zwischengeparkt und die älteren Kinder kauen auf ihren im Tiefgeschoss organisierten Chicken Mc. Nuggets.
Das Programm der zweiten Ferienhälfte steht bereits fest – damit Ihr wisst wasIhr mitbringt -(gute Laune reicht auch)

-23.7.: „Die Schifffahrt auf Rhein und Main musste wegen Fluglärmterror unterbrochen werden“ (Gummiboot/Matrosenanzug/Flusskreuzfahrtequipment ???)
-30.7.:“Sommerspaziergang im Regen -wir trotzen dem Regen und dem Lärm“ (Regen/Sonnenschirm als Mindestausstattung)
6.8: Sommerfest gegen Flughafenausbau und Fluglärm
(da könnte es etwas zu essen geben)

Nicht nur die Fraport, die beispielsweise kein Federballspiel im Terminal mag, erweist sich als Spassbremse. Da gab es doch tatsächlich ein wenig lustiges Plakat bei dem Gelage im Terminal:

Flugreise Frankfurt- New York und zurück:
CO.2 -Ausstoss pro Person 4140 kg
24ooo km pro Jahr mit Mittelklassewagen
CO.2 -Ausstoss 4000 kg
Klimaverträgliches CO2-Jahresbudget pro Person:
2000 kg

Jetzt wurden noch weniger lustige Zahlen veröffentlicht, die plausibel machen, warum die Bundesregierung die Energiewende zurückbiegen will. Es ist nicht nur die Kurzreise und die alte Oelheizung , es ist auch die Stromerzeugung, die richtig zur Klimaverschlechterung beiträgt- und damit das allgegenwärtige Leben im hier und jetzt . 24,9 Prozent der Stromerzeugung kommt aus besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerken. Die Braunkohle ist im Energieträger-Mix beim Strom die Nummer eins. Das heisst, wer mit der S-Bahn zum Terminal fährt oder mit dem Pedelec, der/die hat üblicherweise 25 Prozent Braunkohlestrom intus, dazu noch den Atomstromanteil.
Warum nicht nur im Terminal -was schon sehr klimaverträglich ist- Urlaub machen, sondern „doppelt umweltfreundlich“ auf einem der Klimacamps ? Sie finden im Raum Köln und bei Cottbus statt.
Wer es nicht schafft: Die Forderung nach einer Deckelung des Flugverkehrs ist auch schon was wert. Wer sich schnell mal per Flieger in andere , genehmere Klimazonen zoomt und das zu einem (Urlaubs)preis, der oft unter den hiesigen Lebenshaltungskosten liegt, tut jedenfalls der eigenen Zukunft keinen Gefallen.