Braunschweig: Landebahnverlängerung in Betrieb

Am VW- und Forschungsflughafen Braunschweig ist am 18.10. die Verlängerung der Hauptlandebahn um 520 Meter in Betrieb genommen worden. Neben der Bahn gehen aber auch die damit verbundenen politischen Tiefflüge und Skandale in Verlängerung.

Begründet wurde der rechtlich umstrittene Ausbau mit dem gemeinwirtschaftlichen Nutzen der Massnahme. Von den versprochenen positiven Effekten hinsichtlich Standortsicherung der Forschung und der Existenzsicherung der Bevölkerung ist fast nichts eingetreten.
Im Gegenteil: Ganz anders als im Planfeststellungsbeschluss behauptet, überwiegen die Negativeffekte – besonders für die BewohnerInnen der Anliegerkommune Waggum. Die dortige Bürgerinitiative, deren Kurs massgeblich von einem Berufspiloten bestimmt wird, kämpft auch nach der Eröffnung weiter. Nicht mehr für den Wald, aber für einen Startbahntunnel.
Die Verbindungstrasse nach Braunschweig war der Startbahn im Weg. Sie wurde in einer-nachträglich als rechtswidrig eingestuften- Nacht-und Nebel-Aktion im November 2010 abgerissen. Die Sperre hat zu einer Verlagerung der Verkehrsströme auf dafür nicht geeignete Nebenstrassen geführt. Seitdem ist es vermehrt zu teils tragischen Unfällen auf diesen Strassen gekommen.
In Kelsterbach war der Bau des Tunnels für die Okrifteler Strasse selbstverständlich. Schliesslich hatten auch das Land Hessen und die Fraport ein ökonomisches Interesse daran.
In Braunschweig ist das anders. Die Mehrkosten für den Tunnel hätten etwa 10-15 Millionen Euro betragen und das 39 Millionen Euro teure Projekt hinsichtlich der öffentlichen Kosten-Nutzen Abwägung von vorneherein unwirtschaftlich gemacht.
Heimlicher Bauherr und Profiteur der Bahnverlängerung (für ihren globalen Werksflugverkehr) war aber immer die Volkswagen AG. Die Milliardengewinne macht. Deshalb gibt es auch in Braunschweig -Waggum die Forderung, die Bahn wieder zu schliessen, aufzureissen und den Tunnel auf VW-Kosten doch noch zu bauen.


1 Antwort auf “Braunschweig: Landebahnverlängerung in Betrieb”


  1. 1 vega -lounge 27. Oktober 2012 um 16:06 Uhr

    Abzuwarten ist, ob an den Flughafen -der ja in den 30er Jahren ähnlich wie der Frankfurter Flughafen an einer Verknüpfungsstelle mit dem Autobahnverkehr gebaut wurde, noch mit einem Logistikzentrum von VW bereichert wird. Der dafür benötigte Wald ist bereits ausgeguckt.
    Ein grosser Skandal in Braunschweig war der Prozess gegen Peter Rosenbaum vor dem dortigen Amtsgericht wegen angeblicher Rechtsverstösse gegen das Versammlungsrecht. Meist in seiner Eigenschaft als Anmelder oder Leiter von Aufzügen.
    Das Grundrecht der Ausübung des Demonstrationsrechts, das mit den entsprechenden Paragraphen des Versammlungsgesetzes eigentlich geschützt werden sollte, wurde dabei mit Füssen getreten.
    Das Beweismaterial war von der städtischen Ordnungsbehörde, der städtischen Flughafenleitung und von der politischen Polizei für die Staatsanwaltschaft zusammengestellt worden.
    Der Amtsgerichter gab sich dann zu einer haarsträubenden Tendenzverurteilung hin, mit dem einzigen Ziel, den Stadtrat in der Oeffentlichkeit als Kriminellen hinstellen zu können.
    Das Urteil ist nicht berufungs- oder revisionsfest, aber mit einer Klärung wurde bis nach den Kommunalwahlen gewartet, wo die Bürgerliste BIBS deutlich an die Grünen verlor.

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