Sonntagsspaziergang zeigt: Terminal 3 liegt nicht mehr auf Eis

Etwa 50 Leute aller Altersstufen haben sich am Sonntagnachmittag von Walldorf aus zum Baufeld des Terminal 3 auf den Weg gemacht. Die Aktion, die trotz widrigstem Wetter erfolgreich durchgeführt wurde , soll Auftakt zu weiteren Aktivitäten gegen den Bau des neuen Terminals sein.

Sowohl zum Auftakt am Gundhof als auch auf dem Gelände der Cargo City Süd wurden die TeilnehmerInnen mit kurzen Statements über den Stand der Planungen informiert. Der geplante Zielpunkt am Zaun bei den Flugzeugabstellpositionen fiel aus, da sich massive Verkehrsbeeinträchtigungen durch Blitzeis abzeichneten.
Ortstermine wie der an diesem Sonntag sind wichtig, um sich die Dimensionen des Projekts begreifbar zu machen. Auch lässt sich Vorstellungsvermögen schärfen und Bewusstsein erzeugen, wie dramatisch sich unsere Umgebung verändern könnte.
Am Gundhof könnte, wenn der Luftverkehr weiter so stark wächst wie von Fraport erhofft, das östliche Kopfende einer neuen Start- und Landebahn entstehen. Nur so könnte eine Kapazitätsausweitung von bis zu 50 Millionen Passagieren pro Jahr im Süden flugtechnisch abgewickelt werden. Darüber wird von Fraport nicht offen geredet. Der Unterschied zwischen der geheimen internen strategischen Planung der Fraport und ihrem Auftritt in der Oeffentlichkeit wurde in den Redebeiträgen immer wieder thematisiert. Mensch hat ja seine Erfahrungen aus 3-4 Jahrzehnten Auseinandersetzung. Was Fraport sagt ist das Eine, was Fraport tatsächlich plant und hinter den Kulissen macht ,das Andere.

Schwer fällt es auch sich vor Augen zu führen, was Fraport mit dem Streifen Brachland zwischen Cargo City Süd und der A 5 vorhat. Früher diente er als Sichtschutz für das Air Base Gelände. Schon bald soll hier ein riesiger Anschlussknoten für den Bau- und später den Zubringerverkehr entstehen. Allerdings ist völlig unklar, wie der Anschluss an das öffentliche Strassennetz angebunden werden soll, ohne es zuzustauen. Aehnliches gilt für den schienengebunden Verkehr. Wie die BI Walldorf berichtete, setzt Fraport sein Baurecht um, ohne sich mit den Betroffenen im Umland abgestimmt und geeinigt zu haben. Diese sollen unter Zugzwang gesetzt werden.

Die Verlegung des bestehenden Anschlussknotens nahe dem Luftbrückendenkmal zwecks Baufeldfreimachung, die hier im Blog vor einigen Wochen angekündigt wurde, hat inzwischen begonnen. Sie soll etwa 2 Monate in Anspruch nehmen, ihre Durchführung im Winter zeugt von einem straffen Zeitplan.
Ausgeführt wird die Massnahme von der Firma Bickhardt Bau AG aus Kirchheim, die sich auf Verkehrswegebau spezialisiert hat. Sie war und ist für den grössten Teil der Erd- und Hochbauarbeiten am Flughafen Kassel Calden verantwortlich, auch an der A 44 ist sie aktiv.


1 Antwort auf “Sonntagsspaziergang zeigt: Terminal 3 liegt nicht mehr auf Eis”


  1. 1 Swing & Flughafendebatte « Waldbesetzung Pingback am 09. Februar 2013 um 11:27 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.