Fällungen an sensibler Stelle

Die Stadt Frankfurt braucht dringend Geld. Deshalb lässt sie in den Wäldern viel Holz schlagen- mehr als nachwächst. Leider auch an Stellen, wo es auf jeden Baum ankommt: Zwischen Flughafen/A 5 und der Ortslage Zeppelinheim

Es ist nur ein schmaler Waldstreifen zwischen der Bahnstrecke Frankfurt-Mannheîm und der Autobahn 5, der für Zeppelinheim die durch Abgase , Lärm und auch Lichtverschmutzung des „Verkehrsknoten Europas“ausgelöste Belastung mindert.
Ausgerechnet dort sind seit zwei Wochen Holzfällertrupps im Einsatz. Sie betreiben, wie das so schön heisst und wie sie auch selbst behaupten, die „Verjüngung“ des Waldbestandes. Die alten Bäume müssten nach und nach weg, damit jüngere nachwachsen können.

Das ist eine schöne Geschichte, aber wahr ist sie nur dann, wenn es um eine relativ schonende, kahlschlagvermeidende Holzernte geht.

Aber im Rhein Main Gebiet sind andere Funktionen des Waldes längst viel wichtiger:

In dem durch Bahn, Autobahn und vor allem Flughafen hochbelasteten Wald kommt es auf jeden Baum an, wenn es um Schallabsorbierung, Sauerstofferzeugung, Feinstaubbindung und Temperaturregulierung geht. Das ist,als würden die Frankfurter ihre Klimaanlagen vorsätzlich kaputt machen. Es gibt wohl nur wenig Waldflächen, die so viel ein- und wegstecken müssen wie die rund ums Frankfurter Kreuz.
Gerade die 60-120 Jahre alten Buchen, die ein Vielfaches von Jungbäumen leisten, werden massiv rausgehauen- sie bringen am meisten Geld. Etwa jede dritte grössere Buche wird gefällt.
Die Sache ist besonders ärgerlich, weil gerade Frankfurt von dem Flughafen am meisten profitiert und den Ausbau vorantreibt, auch unter schwarz-grün und auch mit Peter Feldmann.
Vor über einem Jahr hat die Stadt Frankfurt mit viel öffentlichem Tamtam die Wiederaufforstung des vergleichsweise kleinen Recration-Area-Geländes durchgeführt.
Fraport erhält Oeko-Punkte -als Ausgleichsnahme für die Landebahn- wenn sie Bestände der wirtschaftlichen Nutzung entzieht oder Nadel- in Laubwald umwandelt.
Da kann man nur sagen: Pfoten und Sägen weg von den alten Bäumen – sie werden noch gebraucht ! Frankfurt sollte diese Waldränder schützen und pflegen wie seine Parks.