Rosenmontag Mainz

Richtig aktiv waren die Mainzer BI-Gruppen auf dem Rosenmontagsumzug. Neben schirmbewehrten Fussgruppen und der „Fluglärm-Sau“ war auch der Motivwagen des Vorjahres wieder dabei: Er stand jetzt unter dem Motto: „Deckel druff“ – 380.000 Flüge sind genug. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher werden diese Botschaft aber nicht verstanden haben- so blau wie die gleich am Anfang des Zuges schon waren.


1 Antwort auf “Rosenmontag Mainz”


  1. 1 vega -lounge 15. Februar 2013 um 15:22 Uhr

    Es ist aussergewöhnlich und zeugt von der breiten Akzeptanz des Anti-Ausbau-Protests, dass sich die Bürgerinitiativen mit eigenem Anliegen an dem Mainzer Umzug beteiligen können.
    Es ging ja nicht nur gegen den Lärm an sich, sondern auch um die politische Forderung, dem Flughafenbetrieb bei der Ausübung des Gewerbes Grenzen zu setzen.
    Es mag daran liegen, dass sich der Karneval doch noch einen Rest obrigkeitskritischen Impulses bewahrt hat. Vielleicht ist im katholischen Rheinhessen auch mehr möglich als im evangelischen „Mainhessen“ gegenüber. Und es geht irgendwie auch um die Einsicht, dass das irdische Leben begrenzt ist (sagt ja auch der Noch-Papst) und man/frau sich besser im Diesseits nochmal das an Freude holt, was zu kriegen ist…
    Deutlich wurde aber auch, dass die (klein)bürgerlichen Milieus, welche nicht nur den Karneval tragen, sondern auch den Flughafenprotest, im Abnehmen begriffen sind.
    Das wurde beispielsweise an der St.Bonifaziuskirche am Hauptbahnhof deutlich, die nicht zum Feiern einlud , sondern ihren Hof mit Bauzäunen verrammelt hatte – offenbar nicht wegen Bauarbeiten, sondern zur Abwehr der Stehpisser.

    Die Mehrzahl des Publikums waren eventorientierte Jugendliche, welche die anarchischen Möglichkeiten des Karnevals („ist dieser Polizist wirklich echt?“) auf meist recht platte Weise ausnutzen. Ist ja erst mal nichts dagegen zu sagen.Aber es ist ein Problem, dass sie nur schwer für politische Themen jenseits der „human touch“-RTL 2-Aufbereitung ansprechbar zu sein scheinen. Mitmachen und Selbermachen ist nicht,sie fahren auf vorgestaltete Angebote der kommerziellen Netzwerke und der Finde-den-besten-Preis-Portale wie „Lieferando“, „Fluege.de“, „momondo“, „checkfelix.com“,“svoodo“, „nix wie weg“ „Amazon“ und wie der ganze Kram heisst, -ab.

    Ohne es zu merken, stärken sie die Marktmacht dieser strategischen Agenturen und ruinieren sich selbst langfristig die Chancen auf gutbezahlte, regulierte und gestaltbare Arbeitsverhältnisse. Und auf eine intakte (soziale) Umwelt. Die Portale sind auch ein Killer für verantwortungsvolles Umgehen mit Mobilität.

    Ein Rosenmontagsumzug immerhin wäre billigbilligbillig (europaweit ausgeschrieben ?) sicher nicht mehr auf die Beine zu stellen. Und irgendwann isser weg.
    Aber dann würde halt mit -finde-das-billigste-Pauschalangebot- zum Karneval nach Rio geflogen. Wenn das Geld dann nicht leider alle wäre.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.