Klimakonferenz der Lufthansa


Im Senckenberg Museum sind zahlreiche Dinoskelette aus zurückliegenden Warmzeiten zu bestaunen. Den Ort hat sich am Mittwoch, den 24.4. Lufthansa Cargo wieder bewusst gewählt, um von 9.30 bis 17 Uhr ihre nunmehr dritte „Cargo Climate Care Conference“ durchzuführen. Luftfracht hat ein Image als Klimakiller gewonnen, dem man entgegenarbeiten will. Gerade in Frankfurt. Die besondere strategische Bedeutung des Frankfurter Flughafens für die Grosswirtschaft liegt in der Verknüpfung von Personen- und Warenumschlag und der Ausweitung davon abhängiger Gewerbe.
Der Flughafen Frankfurt blieb mit 2,06 Millionen Tonnen umgeschlagener Fracht auch 2012 führend in Europa. Mit leicht rückläufiger Tendenz, die von LH Cargo („die Fracht braucht die Nacht“) dem Nachtflugverbot und der mancherorts schlechten Konjunktur -sprich: Wirtschaftskrise- zugeschrieben wird. „Deutschland profitiert von der weltweiten Arbeitsteilung“ – sagt die Lufthansa. Der zunehmenden Kritik an den Auswirkungen dieser auf Ungleichheit aufgebauten Arbeitsteilung begegnet man propagandistisch offensiv. Neben behaupteter sozialer Nachhaltigkeit geht es vor allem um die Umweltverträglichkeit. Gesucht: Die „grüne Luftfracht“

Hier setzt man auf Effizienzsteigerung bei den Produktionsmitteln und Abläufen (Handling) und mittelfristig auch auf das umstrittene Biokerosin.

Auf der Tagung werden etwa 200 VertreterInnen des Logistikgewerbes erwartet. Sinn ist natürlich nicht nur eine Reaktion auf die vorhandenen Probleme (insbesondere die schlechte CO.2 Bilanz), sondern auch eine Beeinflussung der Sicht auf diese Probleme und die Steuerung der öffentlichen Meinung. Letztlich geht die Suche aber nur nach systemimmanenten Lösungen im Sinne der Lufthansa und der Luftfrachtindustrie.
Denn es gilt : Vermiedene Transporte sind für die Umwelt immer noch am besten.


3 Antworten auf “Klimakonferenz der Lufthansa”


  1. 1 vega -lounge 06. April 2013 um 21:49 Uhr

    Lufthansa macht auf öko.
    Noch vor wenigen Jahren hat sie bei der Planfeststellung allein für sich 42 (!) Flüge ab/an Frankfurt pro Nacht eingefordert . Wenn sie die bekommen hätte, würde sie jetzt die Einführung neuen Cargo-Fluggeräts als grosse Offenbarung für die Nachtruhe feiern.

    Mal sehen ob sie jetzt erzählen, die neuen 777 wären flüster- leise, da könne man doch überlegen ob nicht doch nachts etwas ginge….

  2. 2 Barbara Maria 11. April 2013 um 4:20 Uhr

    Nicht nur Lufthansa macht mittels Burson-Marsteller auf Öko. Die gesamte Luftverkewhrsbranche putzt sich grün herqus. Die Branche hat ein zunehmend schlechteres Image. Aber dewm wird sie allein durch Grünwäsche nicht beikommen, denn zu viele Memnschen sind inzwischen aufgewacht.
    Es sollten dennoch mehr die wissenschaftlichen Eerkenntnisse publik gemacht werden, die beweisen, wie tödlich ein Flughafennachbar ist und wie sehr die Luftfahrt an unserem Klima den Schalter herumlegt.
    Einmal tiiiiief Luft holen in der Nähe einer Startbahn, wenn ein Flugzeug gestartet ist, könnte allein schon Krebs auslösen… denn die Feinstäube aus den Abgasen sind immens gefährlich.
    Hinzu kommen noch die enorm weite Verbreitung der Abgase, die chemischen Prozesse und dabei entstehenden sekundären nicht minder gefährlichen Schadstoffe und deren temporär verzögerte Anreicherung in den Böden bis zu 40km entfernt vom Flughafen sowie die Bildung von Ozon außerhalb der städtischen Regionen und die Schädigung der Flora und Fauna.
    Flughäfen und Flugverkehr sind tödlich. Lufthansa hat allen Grund sich grün zu waschen. Leider glauben die Menschen an solche PR und dieser Kongress diente vermutlich allein der Lösng des Problems wie man am besten die wissenschaftlichen Fakten rund um die Umweltverschmutzung durch den Flugverkehr retouchiert und wegradiert

  3. 3 irrelevant 11. Mai 2013 um 20:39 Uhr

    Das geht am Kern der Angelegenheit vorbei. Mit den planetaren Klimastörungen verhält es sich nicht wie mit einer überlasteten häuslichen Klimaanlage (oder einer kapuen Compuerasaur) sondern es sind äußerst träge Naturkreisläufe die durch den Raubbau aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Dementsprechend lang sind die Bremswege. Wer Landebahnen betreibt müsste eigentlich etwas von Trägheit verstehen. Solange wie diese Gefährdungszeiträume andauern hält kein Kunstrasen. Der fossile Gelduntergang ist eben keine haushaltspolitische Steilküste sondern eher wie eine schleichende Kohlenmonoxydvergiftung. Dass die Piloten in ihren Cockpits die Umweltzonen-Schilder an den Autobahnen nicht lesen können ist dagegen ein schlechter Witz, und die Heuchelei mit der sich der Flughafen zu verkaufen versucht ein krankes Gerücht.

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