Der Wolkengrill

Am heutigen Dienstagvormittag war auf Satellitenaufnahmen ein interessantes Phänomen zu beobachten: Eine grossflächige Wolkenformation schaffte es bis ans Rhein Main Gebiet, dort war dann mit einer großen „Ausbeulung“ Schluss. Daran dürfte auch der Flughafen seinen gehörigen Anteil gehabt haben. Blauer Himmel über dem Flughafen – kein Grund zur Freude.


Seit Jahrzehnten ist zu beobachten, dass das Rhein Main Neckar Gebiet immer mehr zur Trockenzone wird. Gehörigen Anteil daran hat die massive Bodenversiegelung und die Betonierung. Sommergewitter bringen wegen der nachlassenden Durchfeuchtung immer weniger großflächigen Niederschlag.
Für Gewitter bedeuten große Betonflächen, welche sich aufheizen, ein Hindernis ähnlich wie eine Bergkette. Davor regnet es mehr, dahinter weniger – die kühlere, feuchte Luft versucht auszuweichen oder regnet beim Aufsteigen ab. Die Startbahn West senkte die Regenmenge in Walldorf, während sie in Rüsselsheim und am Taunusrand anstieg.

Der Flughafen beschert dem Rhein Main Gebiet ein „kleines Kontinentalklima“: Im Sommer ist er bis zu fünf Grad heisser, im Winter bis zu fünf Grad kälter als die Umgebung. Wer jetzt auf dem Vorfeld schafft, wird genauso gegrillt wie die Wolken darüber, die sich unter der aufsteigenden Hitze auflösen. – Dumm nur, dass sich die gewöhnliche Arbeitnehmerin/ der gewöhnliche Arbeitnehmer nicht genauso verflüchtigen können.

Hauptgrund für das veränderte Kleinklima: Die großflächige Abholzung. Ein Flughafen, der solch eine große, zusammenhängende Fläche versiegelt, passt nicht mehr in die Zeit.
Nicht abgenommen haben die Extremereignisse. Stärkere Temperaturunterschiede bedeuten mehr Sturm. Das nächste Starkwindereignis könnte schon bald passieren…..