Terminal 3: Eigentlich nur aus der Luft zu erreichen

In Frankfurt hat ein wahlkampfgeprägter Schlagabtausch um den Bau des Terminal 3 stattgefunden. Dabei stellte sich wieder einmal heraus: Es ist Zeit, sich von dem Billigflugterminal zu verabschieden – durch den Druck der Bürgerinitiativen….

Die Stadt Frankfurt am Main hat bekanntlich eine schwarz-grüne Koalition. Während manche Magistratsmitglieder der Grünen „Die Bahn muss weg“ skandieren, sind andere voll in die Flughafenplanungen eingebunden.

In diese smaragdgrün schillernde Allianz der Widersprüchlichkeit bei den Frankfurter Grünen zielte ein Vorstoß der SPD-Fraktion: Sie forderte Planungsderzenent Olaf Cunitz (Grüne) auf, der Fraport die Baugenehmigung für das T 3 zu versagen. Grund: Die Erschließung sei nicht gewährleistet, insbesondere die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Das Stadtplanungsdezernat erklärte darauf, dass der Bauantrag zu genehmigen sei, wenn er mit dem Planfeststellungsbeschluss übereinstimme. Das sei hier der Fall, die S-Bahn-Anbindung sei nur als optionale Absichtsvariante enthalten. Das dürfte auch den SPDlern bekannt gewesen sein, welche die Grünen aber vorführen wollten.
Nach Lesart der FAZ unterstützt auch Verkehrsdezernent Stefan Mejer (Grüne) die Pläne für das Terminal 3. Er fordert allerdings Nachbesserungen, er sieht bei der Finanzierung der Schienenanbindung die nächste Landesregierung am Zug.

Der Fraport selbst ist insbesondere die kostspielige unterirdische Omega-Lösung , also ein Tiefbahnhof unter der Empfangshalle, zu teuer, falls die Kosten nicht von anderer Stelle getragen würden. Überdies täte dies den Beginn der Tiefbauarbeiten (geplant in einem Jahr) weiter verzögern. Der Fraport reicht für ihr Billigflieger-Terminal (die lukrativen Verbindungen bleiben im T 1) ein schnöder Bus-Shuttle zum Mini-Bahnhof Zeppelinheim. Zudem soll ein zweites Shuttle-Bähnchen kommen, das am Squaire beginnen soll.
Fraport setzt auf die Kraft des Faktischen: Im Entscheidungsstadium, bei der Planfeststellung der Regierung Koch, hätte man sich mit detaillierten Planungen von neuen Hochleistungsstrassen und Bahnhöfen nur den Zorn der Umliegerkommunen zugezogen. So will man nun bauen und die Verkehrslawine auf das Umland zurollen lassen. Besonders wegen dem zu erwarteten Kollaps auf A 3, A 5 und dem Frankfurter Kreuz würde sich der Handlungsbedarf schon von selbst aufbauen…

Der einzige wirkliche Ausweg aus diesem Verkehrsdilemma ist die ökologisch ausgerichtete Verkehrsvermeidung, also das Terminal 3 nicht zu bauen… Und da das T 3 „ausprozessiert“ und durch Koch von ganz oben durchgedrückt ist, geht das nur durch Druck von unten.


1 Antwort auf “Terminal 3: Eigentlich nur aus der Luft zu erreichen”


  1. 1 Administrator 27. August 2013 um 8:39 Uhr

    Die Frankfurter Grünen haben auf die Kritik an ihrem Bürgermeister Cunitz reagiert, die SPD könne doch ihren Oberbürgermeister Feldmann auffordern, öffentlich den Bau des neuen Terminals zu verurteilen – und im Fraport Aufsichtsrat dagegen zu stimmen.
    Peter Feldmann gilt nicht als expliziter Ausbaugegner. Er hat immer wieder betont, für den Ausbau des Flughafens zu sein, sofern Frankfurt selbst davon nicht betroffen ist.(„der Ausbau ist an der falschen Stelle erfolgt“)

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