Hund und Katze sind beides Haustiere -Go wild!!!

Am Freitag findet in Kelsterbach eine Veranstaltung zur Vorstellung der sogenannten Lärmpausen statt. Tarek al Wazir soll als Verkehrsminister dabei den politisch-öffentlichen, der Wissenschaftsfunktionär Johann Dietrich Wörner den technisch-organisatorischen Part übernehmen.
Das klingt ein bischen so wie die Einigung von Hund und Katze.
Die Bürgerinitiativen sind über diese Konstellation zu Recht alarmiert. Wie bei Eichel und Koch droht jetzt auch bei Bouffier die „Mediationsfalle“ zuzuschnappen.

Ein unfreiwillig komisches Schaubild aus dem Hause DLR/ Wörner. Die -wertlosen- Orangenschalen entsprechen in unserem Falle den Lärmpausen.

Vereinfacht lässt sich die Mediationsstrategie als „Aufhebung von Gegensätzen zum gegenseitigen Vorteil -jede/r bekommt, was er braucht“ beschreiben.
Allerdings sind dabei die politischen Ziele -in diesem Falle : „Es besteht Ausbaubedarf“ bereits festgelegt. Deshalb haben um das Jahr 2000 die Bürgerinitiativen bei der sogenannten Mediation nicht mitgemacht.

Professor Wörner sieht das Ausbaupaket -also auch das T 3- als bereits in der Mediation beschlossen an. Nach der Umsetzung des Nachtflugverbots (er hält es für umgesetzt) fehlt jetzt nur noch der „Anti-Lärm-Pakt“. Als solchen wird er die „Lärmpausen“ zu verkaufen suchen.

Dieses Schaubild präsentierte Prof. Wörner vor einem Jahr bei einer Veranstaltung im Umwelthaus Kelsterbach. Damals nahm er noch an, das Terminal drei sei schon durch…
Professor Wörner hat bereits seit den 90ern eine steile Karriere als strategischer Verflechter von Politik und Wissenschaft im Sinne der Wirtschaft hingelegt. Dabei ist seine Rolle die eines Entwicklers und Positionierers. Eine seiner ersten Schritte dazu war als Präsident der TU Darmstadt eine weitgehende Autonomisierung von der Politik des hessischen Kultusministeriuns.
Später besetzte er Entscheiderstellen im DLR, die sich mit Verkehrsentwicklung in der Luft- und Raumfahrt befasst, und in den 2000er Jahren bei der damals katastrophal geführten Helmholtz Gemeinschaft (siehe: Atomlager Asse-Desaster).
Nebenbei war Johann Dietrich Wörner auch immer dabei aktiv, mögliche Widerstände gegen seine langfristigen Ziele aus dem Weg zu räumen – und sich nicht zu schade, sich als vermeintlich neutraler Berater in sogenannte Dialogforen zu setzen.
Wer mehr über Wörners Politik wissen will, wird im unseren Artikel zum Umwelthaus Kelsterbach fündig (ab Absatz 4).


Noch ein Wörner-Schaubild: Es unterstellt, die GegnerInnen von Infrastrukturprojekten würden ihre Privatinteressen über die anderer Privatinteresssen und letztlich über das öffentliche Interesse stellen. Eine Mediation (siehe Bild 1) könne das Problem lösen.

Neutral? Versachlicher? Vermittler?
Nicht die Bohne.

Sitzung des RDF in Flörsheim, Dezember 2009, rechts Dr. Wörner, links Wirtschaftsminister Posch und Fraport-Chef Schulte.

Aus dieser Sicht passt der Vergleich mir den Tieren: Es geht tatsächlich um Hund und Katze.
Wörner erklärt eine Wildkatze zum Salontiger – er will, dass die Wildkatze irgendwann selbst glaubt, sie sei ein Haustier.
Bis sie, wehrlos geworden, vom Hund vertrieben wird….

Am Freitag wird die Präsentation der Lärmpausen in der Treutel-Halle in Kelsterbach (wenige 100 Meter vom Bahnhof entfernt) von einer Mahnwache der BIs ab 15 Uhr begleitet werden. Nee, nicht begleitet. Konterkariert !!!