Eindrücke von der Weihnachtsfeier des BBI


Allen ihre Weihnachtsveranstaltung, so auch dem Bündnis der Bürgerinitiativen. Jetzt im vierten Jahr in Fraport ihr`m Wohnzimmer. Besinnlichkeit und Freundlichkeit untereinander standen im Zentrum der letzten Montagsdemo des Jahres…

Alle – außer der Fraport- bekamen heute ein Lob, so auch die Polizei. Zwei (übrigens exzellent gerade gewachsene) Weihnachtsbäume waren mit den Wunschzetteln der Ausbaugegnerinnen behängt.

Im Zentrum der Veranstaltung stand eine politische ökumenische Besinnung des Pfarrers Werner Portugall (Bistum Limburg, Katholische Kirche) und der Pfarrerin Silke Alves Christe (Regionalverband Frankfurt, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).

Politisch insofern, als das Partei und Beistand für die Lärmbetroffenen ergriffen wurde, und die Teilnahme von Amtsträgern der Kirchen als solche schon ein Politikum ist. Grössere Bezüge auf die Verortung in der Welt -was an einem Weltflughafen ja gar nicht so abwegig wäre- gab es heute nicht.
Auch die liturgische Form eines „richtigen“ Gottesdientes wurde vermieden. Trotzdem gab es am Ende einen persönlichen Segen „im Namen der Stille“. Tatsächlich wurde es im Terminal kurzzeitig einmal relativ still und die Unterhaltungen wurden unterbrochen.

Die Unterstützung aus den Kirchengemeinden hat sich als ein stabilisierendes Moment des Ausbauprotestes erwiesen, ähnlich wie die Unterstützung durch MedizinerInnen. Natürlich gibt dies dann auch in starkem Maße Inhalte und Formen des bürgerlichen Protestes vor.

Für zahlreiche Kirchengemeinden in den Lärmzonen bedeutet der Ausbau eine Bestandsgefährdung. Gerade in Gemeinden, die stark in der Gemeinwesenarbeit engagiert sind und soziale Zusammenhänge schaffen, gibt es Schnittmengen mit der konservativen bürgerlichen Protestbewegung.
In einem Zeitungsinterview begründete Pfarrer Portugall sein Engagement für die Bürgerinitiative: Kirche sei hier seelsorgerisch gefragt. Viele Gemeindemitglieder berichteten, die soziale Zusammensetzung des Viertels verändere sich auf schleichende Weise, eine langsame, aber drangvolle Entwicklung, die persönlich ohnmächtig machen könne.
Kirche müsse sich am gesellschaftlichen Diskurs beteiligen, wenn sie nicht beliebig werden wolle. Dazu gehöre auch die Auseinandersetzung mit Veränderungen und Widersprüchen. Dabei fällt aber auf, dass anders als zu Startbahn West Zeiten vermieden wird, zu polarisieren und Konflikte ausgesessen werden. Da stehen dann auch einmal sich ausschliessende Meinungen konsequenzlos nebeneinander …..und jede/r macht halt……..

Und die BI? Vielleicht schafft sie ja, etwas von dem Trost und der Besinnlichkeit in die nächste Delegiertenversammlung hinüberzuretten…. Und dann gibt es ja lange Weihnachtspause.