Warum Sehring ?

Bei der heutigen Robin Wood Kletteraktion am Kieswerk Sehring fragte ein Polizist : „Sie kommen doch offenbar vom Flughafencamp, was wollen Sie beim Sehring?“ Nun, ohne Beton wurde noch kein Flughafen erbaut…

Der Grossflughafen Frankfurt ist angewiesen auf ein Netz von Zulieferern und verbindender Infrastruktur. Auch dies alles kostet Fläche – und Wald.
Dazu gehört auch die Baustoffindustrie, in diesem Fall der Quarzsand – und Kiestagebau Sehring. Der verarbeitet diese Produkte auch weiter. Sehring ist seit vielen Jahrzehnten gewissermassen der Hoflieferant von Flughafen AG und später Fraport.

Um den Kies abzubaggern, muss zuerst die Deckschicht mit dem Wald abgetragen werden- aktuell möchte Sehring Zugriff auf 80 Hektar Wald haben, von denen im Planfeststellungsbeschluss nach Bergrecht unter der CDU-Regierung etwas über 60 Hektar genehmigt wurde.

Jetzt hat die Regionalversammlung Rhein Main, ein Planungsverbund der Regionalkommunen und Frankfurts, beschlossen, die designierte Produktionsfläche wieder in Wald zurückzuwidmen- aus Naturschutzgründen und als Erholungsfläche.

Die Demo hat auch deshalb bei Sehring stattgefunden, um von den PolitikerInnen und Behördenvertretern mehr Engagenment einzufordern. Sowohl der Posten der Umweltministerin, der Regierungspräsidentin und des ersten Stadtrates in Langen sind von Mitgliedern der Grünen besetzt. „Hier gilt es den politischen Willen der Regionalversammlung gestaltend umzusetzen und nicht betriebliche Interessen von Sehring über das öffentliche Interesse am Erhalt des Waldes zu stellen“, so ein Aktivist.

Bereits im Herbst – pünktlich zum geplanten Baustart des Terminal 3 – möchte Sehring wieder bis zu 5 Hektar Wald über einen Sofortvollzug roden lassen. Der Planfeststellungsbeschluss ist von Umweltschützern beklagt, und bereits zum zweiten Mal nach 2014 könnten vollendete Tatsachen geschaffen werden.

Die grüne Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid hat mit ihrer Zustimmung zu vorbereitenden Massnahmen eine erneute Rodung erst in den Bereich des Möglichen gebracht- und ihre Begründung pro Sehring könnte durchaus Eindruck auf das zuständige Gericht machen

Bannwald heisst aber nicht umsonst Bannwald – er soll den Wald vor dem Zugriff anderer, durchaus auch berechtigter, Interessen schützen. Gerade daran sollte mit der Aktion am Haupteingang von Sehring erinnert werden.