Proteste gegen Primark-Eröffnung in Weiterstadt

Zwischen 30 und 50 Menschen haben am Samstag gegen die Neueröffnung einer Filiale der irischen Modekette Primark im Einkaufscenter Loop 5 im Stadtteil Riedbahn von Weiterstadt demonstriert.

Deutliche Kritik an der Geschäftsstrategie von Primark übten VertreterInnen der Organisationen Attac und Medico International. Sie bezeichneten die dort verkaufte Kleidung als „untragbar“, weil das Geschäftsmodell von Primark auf Ausbeutung der Menschen, welche die Textilien herstellen, beruhe. Mit einer zum Einsturz gebrachten Wand erinnerten sie an den Brand in einer Textilfabrik in Bangla Desh, bei dem hunderte Näherinnen ums Leben kamen.

Das Loop 5 (der Name steht für Überschlag / Aviation und für die Autobahn A 5, die das Einkaufszentrum mit dem Frankfurter Flughafen verbindet) wurde 2009 eröffnet und ist Bestandteil eines Airport City-Konzeptes, wie es auch international an anderen Standorten entwickelt wird. Es wurde von einer portugiesischen Betreibergesellschaft gebaut. Das Flughafenthema wird in einer „Erlebniswelt“ umgesetzt und gespiegelt, zu der neben flughafenähnlicher Architektur auch ein russischer Düsenjäger gehört.

Die Neueröffnung von Primark soll mehr junge Kundinnen und Kunden ins Loop 5 locken und gilt als „Anker-Ansiedlung“, von der auch die anderen Shops und die Gastronomie profitieren könnten. In letzter Zeit sollen Besuchsfrequenz und Gewinn abgenommen haben.

Primark ist gerade bei einer Kundschaft beliebt, die selber ausgebeutet wird, aber „fashionable“ Kleidung wünscht, mit der sie mit den Besserverdienenden mithalten kann. Auch wenn die Klamotten nur ein halbes Jahr halten – es gibt dann halt neue.

Primark selber hängt sich ein soziales und ökologisches Mäntelchen um, das sie der Handelsspanne der Billigkleidung finanziert.
Davon kommt aber nur das wenigste den asiatischen ArbeiterInnen selbst zu Gute, “ da das eigenständige Firmen seien, die man aber scharf kontrolliere“.
Um aufzuzeigen, was hinter den Kulissen läuft und um die potentielle Kundschaft über die Fakten zu „vergewissern“, kam es zur Demo – wie bereits bei der Eröffnung der Filialen in Berlin, Frankfurt und Stuttgart.