An solchen Tagen von Niederlagen…..


….rückt man enger zusammen. So formulierte eine Teilnehmerin ihre Motivation, an der 151. Montagsdemo am Tag des Spatenstichs teilzunehmen. Wer dort aber auf eine politische oder gesellschaftspolitische Analyse und Antwort auf die Argumentation der T-3 -Bauherren gehofft hatte, ging ziemlich leer aus.

Flughafenchef Schulte wusste, dass seine Argumente für die Notwendigkeit des T 3 in der Region wenig ziehen. Also griff er zum Arbeitsplatzargument. Er liess einen ganzen Schwarm von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern buddeln. Getreu dem Motto: „So sichern wir unsere Arbeitsplätze durch Handarbeit.“

Auf der nur mässig besuchten Montagsdemo war das Spatenstich-Ereignis zwar ständig präsent, wurde aber fast nicht angesprochen. Statt dessen ging es um den Start der Anti-Umsteiger-Kampagne „Halteverbot“.

Die hat aber eher nur indirekt mit Terminal 3 zu tun. Für die Drehkreuzfunktion der Lufthansa (welche -noch- zahlreiche Arbeitsplätze bietet) wurde der Flugsteig A O gebaut, das Terminal 3 soll viel neu anzuwerbenden Punkt-Ziel-Verkehr und Urlauberverkehr zu Lastspitzenzeiten aufnehmen (was die Frage der Verkehrsanbindung verschärft gegenüber einem Drehkreuzbetrieb, wo viele Fluggäste den Flughafen am Boden gar nicht verlassen.)

Die Argumentation, eine Drehkreuzfunktion nutze nur dem Retailservice-Geschäft der Fraport, die mit ihren Ladenmieten Geld verdient, ist verkürzt. Es ist auch der tatsächliche öffentliche Nutzen der Drehkreuzfunktion zu prüfen und abzuwägen, soll die eigene Kampagne politisch überzeugen.
Ebenso wie die Argumentation der Fraport zu prüfen (und gegebenenfalls anzuprangern) ist, ein weiteres Wachstum des Frankfurter Flughafens sei gut für Nutzer (welche?) und Anwohner oder zumindest „unvermeidlich“. Eine Widerlegung dieser Position, verbunden mit einer Kritik des Wirtschaftssystems, wurde bei der Montagsdemo leider nicht (mehr) versucht.

Eine Sicht allein durch die Fluglärm-Brille („wenn der Umsteigerverkehr erstmal weg ist, wird es ruhiger und es verbleiben dann nur die Start-Ziel-Flüge von Frankfurt, wir können dann wieder nach Herzenslust nach Hamburg und sonstwohin fliegen“) verkürzt das Problem – es wird, ebenso wie ein großes Quantum Fluglärm, nur verlagert. Sollen Amsterdam, München oder Leipzig den Umsteigerverkehr -dann auch aus Frankfurt- aufnehmen?
Unter Umständen wird dadurch sogar noch mehr Luftverkehr produziert – ein ökologischer Bumerang.
In die Hände gespielt wird dabei auch einer Diskussionslinie der Fraport, wenn allein der Lärm für die betroffene Minderheit das Problem wäre, käme „die Mehrheit“ der Protestbewegung mit einer Lärmreduzierung der Maschinen doch schon weit entgegen. Nur mit einer klima-ökologischen Argumentation bekommen wir den Fluglärm wirklich runter.

Wirklich sinnvoll ist der „Deckel“ mit kontinuierlich sinkender Zahl zugelassener Flugbewegungen, welcher eine Diskussion über den dann verbleibenden „wichtigen“ Flugverkehr provoziert. Wie das funktioniert, war ja bei den Notflugplänen während der Streiks bereits zu sehen.
„Wo Fraport buddelt, wird der Klimaschutz begraben“ – diese Parole ist die angemessene Antwort auf die peinliche Massenbuddelei der Fraport-Belegschaft.