Die ungeliebte Kiefer….

trotzt der Hitze und der Dürre im Frankfurter Stadtwald am besten. Buchen hätten sich in diesem Jahr kaum fortpflanzen können, die Eckern seien verdorrt.

Das ergaben flächendeckende Untersuchungen des Baumzustandes im Frankfurter Stadtwald im Auftrag des Magistrats. Die
von Biologen oft als nicht angestammt bezeichnete Kiefer kommt auch mit sandigen , vertrockneten Böden zurecht. Nach dem Bau der A- 380 Halle und der Nordwestbahn hatte die Fraport für das Fällen von Kiefern und den Ersatz durch Buchensetzlinge sogenannte Oekopunkte als Ausgleich und Kompensation der grossflächigen Abholzungen kassiert.

Als besonders dramatisch -so Umweltdezernentin Rosemarie Heilig- zeichnen sich die massiven Trockenheits- und Hitzeschäden an älteren Buchen- und Eichenbeständen aus. Die Wetterextreme haben in diesem Rekordsommer eine mehrjährige Erholungsphase mit einem Schlag wieder zunichte gemacht: Ueber 48 Prozent der Bäume seien krank, dass heisst, es fehle ihnen ein grösserer Teil der Belaubung, 1 Prozent seien ganz abgestorben.

Als Ursache wird der Klimawandel genannt, der den Luftschadstoffeintrag als Hauptschadensursache abgelöst habe. Die Zahl der Hitzetage verdoppele, die der Frosttage halbiere sich. Zudem bleibe der flächendeckende Regen zunehmend aus.

Wer allerdings einen heimischen Förster fragt, wird bestätigt bekommen, dass gerade die Bäume unter den Hauptflugschneisen
seit Jahren besonders geschädigt sind. Und dies eher unabhängig von freundlicher oder schädigender Witterung, welche den Effekt nur jeweils verschärfe oder verlangsame.
Viele Bäume in den „Hot Spot Zonen“ tauchen in der Schadensbilanz schon deshalb nicht mehr auf, weil sie Jahre vor ihrer sogenannten Schlagreife schon abgestorben sind. Statt dessen bildet sich oft nur noch Niederwald. Ein Beispiel ist der Wald um das Frankfurter Kreuz und entlang der B 43.

Die Begründung, der Wald im Westen sei deshalb stärker geschädigt, weil dort der Sandboden vorherrsche, muss als stark verkürzt betrachtet werden. Der Flughafen und die ihn umgebendenen Verkehrswege sind ein massiver Schädiger des Mikroklimas. Ein zusammenhängendes, regenerationsfähiges Waldgebiet existiert hier nicht mehr.

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, und die Fraport wird Oekopunkte für das Anpflanzen von Kiefern bekommen. Weil rund um den Flughafen die klassischen Laubbäume nicht mehr angehen…..