Montagsdemo: Platz für Buchen suchen

Eigentlich war es nur eine Randnotiz auf der 154. Montagsdemonstration, aber für einen Waldblog ist es Thema: Die 200 Hainbuchensetzlinge, welche die BI Nordend ursprünglich für eine Wiederaufforstungsaktion eingekauft hat, suchen immer noch eine öffentliche Heimat. Die Stadt Frankfurt habe das Ansinnen,-so die BI- die „Beemsche“ auf städtischem Grund anzupflanzen, mit einer recht zweifelhaften ökologischen Begründung abgelehnt. Der Hintergrund ist wohl eher, dass sie das dahinterstehende politische Anliegen nicht wirklich wertschätzt……

Zu viele Hainbuchen und Rotbuchen nähmen den Kiefern und Eichen das Licht weg, schilderte der BI-Sprecher eine Ablehnungs-Email der Stadt Frankfurt, die er über den Tag erhalten habe.

Dabei ist die Hainbuche einer der genügsamsten Laubbäume schlechthin und wäre als Symbolpflanze für den langdauernden Flughafenprotest trefflich geeignet. Sie wächst langsam, passt sich an andere Baumarten an , wird alt und treibt immer wieder neu aus, wenn es zu Ast- und Stammbruch kommt.
Mit Hainbuchen und Brombeeren wurden Grenzwälle und Durchgänge befestigt. Aus ihrem Holz entstanden Zahnräder.
Denn es ist hart, aber nicht astrein und es ist eine Plage für die Säge – als moderner Wirtschaftsbaum ist die Hainbuche ungeeignet. Die Förster lichten sie aus, wo sie ihnen im Wirtschaftswald gewinnbringenden Platz wegnimmt…..

An die DemoteilnehmerInnen ging der Aufruf, sich in ihren Gemeinden nach Plätzen für die Hainbuchen umzuschauen.

Die -schlecht besuchte- Demo fand an einem historischem Datum statt, dem 9. November. Darauf bezog sich der Hauptredner des Abends, Eric Ludwig von der IG Fluglärm Hanau. Hanau ist von den Anflügen der Nordwestbahn und der Centerbahn massiv betroffen.
Eric Ludwig sitzt auch für die Linke im Ortsbeirat Innenstadt und beschäftigt sich mit dem dortigen „Stadtumbau“, der zunehmend finanzschwache EinwohnerInnen , Industriebetriebe und kleine Geschäfte aus der Innenstadt verdrängt.

Der 9. November – so sagte er in der Einführung- stehe unter anderem für die Erinnerung an die Reichspogromnacht, was für ihn ein Anlass wäre, sich klar von der Montagsdemo Dresden zu distanzieren. Diese wäre antidemokratisch und gegen Menschen gerichtet.

In Gegensatz dazu stehe die Frankfurter Montagsdemo für eine menschenfreundliche Politik, sie richte sich gegen die Funktion einer Dreckschleuder, gegen einen letztlich elitären Verkehrsträger, der mehr Subventionen erhalte als er Steuern zahle. Und der zwar viele Arbeitsplätze schaffe, aber für den -zu hohen- Preis der Gesundheitsschädlichkeit und der Unterbezahlung.

In diesem politischen Zusammenhang müsste doch manch ein prominenter Platz für die Hainbuchen zu finden sein…….