Ein viel zu gutes Klima…

..herrschte nach dem COP 21 Gipfel bei NGOs und vielen UmweltschutzlobbyistInnen. Regierungen und Wirtschaftsverbände haben sich mit der Ratifizierung des Klimavertrags Luft -und Zeit- verschafft. Die nicht da ist, wie eine radikale KritikerIn anmerkte: „Der Zug fährt zwar jetzt etwas langsamer, aber dann kommt es halt etwas später zum Crash“.
Der Verkehrssektor hat zuletzt beim Klimakillertempo sogar noch zugelegt. Nicht zuletzt, weil bei der Luftverkehrswirtschaft die „Decarbonisierung“ besonders schwierig ist….

Verträge sind so eine Sache. Werden sie nicht eingehalten, können die Vertragspartner auf Schadensersatz klagen. Das hätte bei einem 1,5 Grad Klima-Ziel ganz schön teuer werden können, gelänge es nicht, die CO.2-Werte gemäss der internationalen Vereinbarung zu drücken. Das es jetzt überhaupt zu einem Vertrag gekommen ist, liegt daran, dass die reichen Staaten erkannt haben, dass der Verzicht auf Klimaschutz für sie teurer werden dürfte als die „Decarbonisierung“.
So wächst der ökonomische Druck, das Klima zu schützen, und damit auch seine „Marktwirtschaftsfähigkeit“. Versprechen, die man nicht einhalten muss, sind nichts wert, sind auch keine Investitionen wert. Verträge schon.

Im Verkehrssektor ist das Ziel, bis 2050 „klimaneutral“ zu operieren, besonders schwer zu erreichen. Das gilt vor allem für Schiffe, LKW und besonders für Flugzeuge.
Die Ersatzstoffe für Kerosin -pflanzliches Bioöl aus Feldpflanzen oder Algen- erfordern eine Plantagenwirtschaft, die andere Nutzungen verdrängt oder Lebensräume zerstört. Zudem ist ihre Gewinnung, Verarbeitung und auch Nutzung teurer als das Fördern und Verbrennen von Mineralöl. Die Anbauflächen sind nicht beliebig vermehrbar wie die Förderquoten beim Rohöl.

Ein Ausweg -für die Fliegerei- wäre der Klimaablasshandel.

Wenn der Staat die Rahmenbedingungen schafft, bliebe der Luftverkehrswirtschaft -wir leben schließlich im Kapitalismus- die Möglichkeit, die Gewinne aus der Fliegerei an Stellen in die CO.2-Reduzierung zu investieren, wo dies billiger geht als im eigenen Bereich. Beispielsweise könnte Lufthansa der RWE ein Braunkohlekraftwerk abkaufen, stilllegen und die „Verschmutzungsrechte“ der zugelassenen Kraftwerksrestlaufzeit zur Teilkompensation der Umweltbelastung durch ihre Flugzeugflotte nutzen.
Das würde die Wirtschaft schützen, aber nicht die Umwelt.
Denn dann wären die alten Kraftwerke plötzlich wieder Gold wert, und RWE wäre blöd, sie selbst abzuschalten, wozu es sonst wohl aus Wirtschaftsgründen gezwungen wäre…..Und die Flieger verpesten munter weiter….

Dass die Energiekosten steigen, dürfte für die Fliegerei so oder so kaum zu verhindern sein. Schon heute versucht man dies über die Reduzierung der Personalkosten zu kompensieren. Fliegen macht arm.

Es muss weiterhin das Ziel sein, das weitere Wachsen der Luftverkehrswirtschaft zu verhindern. Sie hat keinen Kompass, wie sie sich sozial- und umweltverträglich entwickeln will und kann. Erster Schritt wäre ein Verzicht auf das Terminal 3 und die Investition der dadurch freiwerdenden Mittel in den Klimaschutz.