Verkehrsplaner kritisiert Regionaltangente West

Als nicht dem öffentlichen Interesse dienend hat der Referatsleiter für Eisenbahnpolitik der Landesregierung Rheinland- Pfalz, Georg Speck, die geplante Regionaltangente West bezeichnet. Diese Schienenverbindung soll als Zwitter zwischen Strassenbahn und Eisenbahn betrieben werden und den Flughafen mit dem Umland unter Umgehung von Frankfurts City verbinden.

Die Projektkosten, die zu mindestens einem Drittel von den Umlandkommunen aufgebracht werden müssen, belaufen sich auf derzeit 376 Millionen Euro. Georg Speck rechnet jedoch mit deutlichen Kostensteigerungen, die das Projekt noch unwirtschaftlicher machen würden als derzeit.

Die RTW soll von Dreieich und Neu Isenburg über Stadion-Flughafen-Hoechst-Sossenheim-Eschborn zum Nordwestzentrum in Frankfurt führen. Auf zwei Drittel ihrer Strecke soll sie vorhandene Schienenverbindungen nutzen. Dabei, so Speck, käme sie an mehreren bereits chronisch überlasteten Streckenpunkten dem bestehenden Verkehr in die Quere.
Ein weiteres Problem seien die benötigten Spezialfahrzeuge, die für Eisenbahn- und Strassenbahnbetrieb gleichermassen geeignet sein müssten – ein kostenintensives Ding der Unmöglichkeit . Angefangen bei der Planung der optimalen Bahnsteighöhe und endend bei der Kapazitätsauslegung der Fahrzeuge.

Die RTW ist ein Hätschelkind des RMV-Bosses Ringnat und auch des Verkehrsministers Al-Wazir. Gerechnet wird mit 45.000 Fahrgästen/Tag -vor allem Berufspendlern. Die, so Speck, seien allerdings keineswegs sicher. Vor allem, wenn Angebot und Fahrpreise nicht stimmten – schliesslich müsse ja auch das permanente Betriebskostendefizit so gering wie möglich gehalten werden. Der RMV experimentiert gerade mit flexibilisierten, an Nachfrage und Betriebsaufwand orientierten Streckentarifen.
Das für die RTW in die Hand genommene Geld, so Speck, sei andererorts besser investiert. Er fürchte aber angesichts der bereits für die Planung ausgegebenen Summen eine „Augen zu und durch-Mentalität“ der bisherigen Befürworter.

Täglich etwa 15.000 AutofahrerInnen, die meisten mit Fahrziel Flughafen, sollen nach offizieller Prognose auf den Zug umsteigen. In den Anliegerkommunen wird befürchtet, dass diese AutofahrerInnen ihre Vehikel bei ihnen umsonst parken und nur das letzte Stück per Bahn zurücklegen wollen oder können. Dazu kommt überregionaler Umsteigeverkehr, es entstehen Verkehrsknoten auf Kosten der Wohnlagen.
Entsprechend unbeliebt ist dort die RTW, die zudem noch Kaufkraft zum Flughafen abzuziehen droht.

Es ist unverständlich, warum die Grünen in solchem Masse ein Projekt hätscheln, welches das weitere Wachstum des Flughafens auf Kosten des Umlandes fördert.Der Flughafen profitiert,gibt aber nichts dazu.

Die RTW braucht im direkten Umland kein Mensch – für die nötige Naherschliessung im 5-10-Kilometer-Umkreis sind (dann wegfallende) Busverbindungen viel anwohnerInnenfreundlicher. Hier sollen Wege für Arbeitskräfte und Fluggäste die weiter ausserhalb wohnen, erleichtert werden -auf Kosten der NahanwohnerInnen und der Natur. Denn, das kommt auch noch hinzu, die RTW hat auch ihren Preis hinsichtlich Verkehrsflächen und zerschnittenen Naherholungsgebieten.

Es gibt eine Diskussion über die RTW auf dem Eisenbahnfreunde--Blog Drehscheibe-Online.