Erfolgreiche Massenaktion gegen Kohle und Klimawandel in der Lausitz

Was in der Frage des unbeschränkten, kerosingestützten Flugverkehrs -noch- undenkbar scheint, geht bei der Kohle: In der Lausitz fanden am Pfingstwochenende die lange geplanten Aktionen für einen sofortigen Ausstieg aus der Braunkohle, gegen den Betrieb des Kraftwerks „Schwarze Pumpe“ und gegen den Verkauf des Braunkohleabbaus an einen tschechischen Investor statt. Etwa 3000 Menschen nahmen teil.
Dass die Aktion ein Erfolg wurde, ist vor allem der Disziplin der TeilnehmerInnen zu verdanken. Sie liessen sich nicht provozieren und auch nicht in die Ecke der Zerstörer und Randalos drängen. Allerdings wurde die Aktion planmässig am Sonntagmittag abgebrochen, als sie kurz vor dem Erfolg stand, dass das Kraftwerk hätte abgeschaltet werden müssen. Es gab aus den Reihen der Braunkohlebefürworter eine Art „Querfront“-Strategie, die AktivistInnen als Invasoren und Heimatfeinde hinzustellen. Die AktivistInnen würden die Unbewohnbarkeit der Region nicht durch den Klimawandel, sondern durch den wirtschaftlichen Verfall befürworten oder zumindest in Kauf nehmen.
Dazu ist zu sagen, dass der Braunkohleabbau insbesondere durch die DDR-Regierung zum Erreichen der Energieautarkie massiv und teilweise auch gewaltsam durchgedrückt wurde. Im Protest dieser Tage wurde immer wieder betont, dass der Verkauf des Braunkohlegeschäfts mit dem Ziel des jahrzehntelangen Weiterbetriebs statt einer sozialverträglichen Abwicklung durch den Altbetreiber Vattenfall ein schwerer politischer Fehler ist.
Die Auswertung der Aktion hinsichtlich der künftigen Strategie, die denn auch eine politische und eine internationale sein muss -die SPD Brandenburg hat sich massiv hinter die Kohle gestellt-, Polen plant die Erschliessung neuer, grenznaher Tagebaue, dürfte interessant werden.
Hier einige Beiträge: Ein Aktionsbericht von einer Abseilaktion, ein Kommentar aus der Taz und ein Bericht mit vielen LeserInnenkommentaren aus der Lausitzer Lokalpresse.