Zur Diskussion. Hahn nicht verkaufen !

Nach heutigen Presse- und Rundfunkberichten ist der Verkauf des Flughafens „Frankfurt-Hahn“ wegen Vertragsbruch des chinesischen Investors fraglich geworden. Der Verkauf war ohnehin nur aus Sicht einer Schonung der Staatskassen, nicht aus Sicht einer Schonung der Umwelt eine positive Sache. Und selbst das Geldargument zieht nicht mehr, da die chinesische Firma offenbar eine „Heuschreckenfirma“ ist, die zu einem dauerhaften selbständigen Geschäftsbetrieb gar nicht in der Lage zu sein scheint.

Was sollen Rheinland-Pfalz und Hessen aus und mit dem Problem-Flughafen machen ?

Der Hahn gehört dem Land Rheinland-Pfalz und in kleinerem Masse Hessen. Hessen hat einen Fuss in der Tür, weil die Fraport über die hessische Landesregierung einen Zeh in den Raum strecken wollte, sollte eine erfolgreiche Entwicklung des Flughafens mit Fraport-Interessen kollidieren.
Ebenso diente der Hahn als Rückfallebene für mögliche Probleme mit dem aktuellen Generalausbauplan. Wären die Nordwestbahn und die Baugenehmigung für das Terminal 3 nicht gekommen, hätte die Fraport sich im Hunsrück Kapazitäten einkaufen können.

An Calden hatte die Fraport kein Interesse, die Geschäftsführung für den kleineren Kasseler Ursprungs-Airport musste Fraport seinerzeit auf Geheiss von Roland Koch übernehmen. Das war ein kleiner Preis dafür, in Frankfurt massiv ausbauen zu dürfen.

Kassel-Calden sollte als Flughafen geschlossen und als Verkehrslandeplatz weitergeführt werden. Was aber wird aus dem Hahn?

Ein Vorschlag: Hahn bleibt im Besitz der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen. Hessen verzichtet auf den Bau des Terminal 3. Die Funktionen als Ausweich-Terminal für die demnächst nötige Generalssanierung der Frankfurter Flughafen-Altbauten übernimmt statt dem T 3 der Flughafen Hahn. Dafür zahlen Fraport und Hessen Geld an Rheinland-Pfalz.
Hahn wird so geführt, dass der Flughafen mittelfristig im Zuge der ökologisch sinnvollen Reduzierung des Jet-Verkehrs sozialverträglich abgewickelt werden kann. Das würde bei einem privaten Betreiber deutlich schwieriger und mit höheren Kosten verbunden sein.

Ein Verkauf des Hahn könnte einen weiteren Verfall der Flughafenentgelte und Aufstieg des Billigfliegens auch in Frankfurt einleiten.
Es ist nicht akzeptabel, dass der Hahn Kapazitäten für eine auf Teufel-komm-raus-Ausweitung des Fracht- und Charterverkehrs
aufmacht, dier nur über eine massive Absenkung der Flughafengebühren -sprich: Einnahmen- ausgelastet werden können.
Als Alternative müssen die SteuerzahlerInnen bald einen notleidenden oder gar insolventen chinesischen Betreiber stützen.

Eine kontrollierte Beschränkung und Lenkung der Flughafenkapazitäten ist im öffentlichen Interesse.


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