Das Ende der Riesenflieger – Neue Etappe der Riesenairports?

Es ist nur auf den ersten Blick eine gute Nachricht, was dieser Tage durch die Presse geistert: Nachdem bereits Boeing beschlossen hat, die Produktion des Riesenflugzeugs 747-800 deutlich runterzufahren, streicht nun auch Airbus den Bau des A 380 um mehr als die Hälfte zusammen. Die Tage der Riesenflieger sind gezählt, sie sind schlicht unwirtschaftlich.

Die schlechte Nachricht daran: Das das Wachstum der Flugbewegungen nicht so ausfiel, wie von der Fraport und anderen Flughafenbetreibern prognostiziert, lag nicht zuletzt am Trend zu immer größeren Flugzeugen bei steigenden Passagierzahlen. Dieses Argument war nicht nur auf den Montagsdemos im Terminal zu hören, sondern spielt z.B. auch für die Ausbaugegner*innen in München eine Rolle. Mit der mittlerweile zu verzeichnenden Hinwendung zu mittelgroßen Flugzeugen könnte zwar auch das Drehkreuzsystem aufbrechen, in jedem Fall rückt damit aber der Zeitpunkt näher, an dem sich steigende Fluggastzahlen auch wieder in steigende Flugbewegungen übersetzen.

Das heißt nicht nur mehr Lärm und Abgase, sondern wäre auch eine Bedingung dafür, dass die Fraport jemals das System mit 4 Bahnen und Terminal 3 tatsächlich ausnutzen kann. Damit würde dann die Debatte um eine neue Bahn eingeläutet werden. Und das nicht nur in Frankfurt. Am Drehkreuzkonkurrenten München schützt die Menschen nicht nur das Ergebnis des Volksbegehrens von 2012, sondern auch das ausgebliebene steile Wachstum der Flugbewegung vor einem weiteren Ausbau. Diese Tage veröffentlichte Zahlen, wonach Fluggastzahlen und Flugbewegungen in der selben Größenordnung gestiegen sind, sind Wasser auf den Mühlen derer, die längst an der Aushebelung des Volksentscheids arbeiten.

Das Ende der Riesenflieger ist noch nicht das Ende der Vergrößerung von Flugzeugen überhaupt (vgl den oben verlinkten airliners-Artikel). Aber auch das wird irgendwann kommen. Natürlich gibt es noch andere ökonomische Faktoren bei den Ausbauplanungen, etwa die konjunkturelle Entwicklung (neuer Kriseneinbruch oder andauernde Stagnation?). Auch die Folgen, die der nach dem Brexit im Raum stehenden Umzugs Londoner Banken nach Frankfurt für den Flughafen haben wird, sollten beobachtet werden. Klar ist aber: Ausbaugegner*innen sind sehr schlecht beraten, ausgerechnet auf den Markt zu vertrauen!


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