Info-Offensive für Montagsdemos

Es ist kein Geheimnis, dass der Besuch auf den wöchentlichen Demos im Terminal schwächelt. Auch nach den Sommerferien gab es keine Erholung -eher im Gegenteil. Das Mahnwachenkonzept in den Sommerferien hat sich bewährt: Sie waren zwar klein. aber sehr wirksam: Durch den Hochbetrieb am Flughafen zur Ferienzeit erreichten sie viel Aufmerksamkeit.
Der Arbeitskreis Fluglärm und Umwelt ist in Klausur gegangen und hat sich Gedanken gemacht, wie der Trend zur Abnahme der Teilnehmerzahlen umgebogen werden könnte.

Auf einer programmatischen Rede bei der Demo am 5.9. wurde betont, dass ohne die Präsenz vor Ort, in den Medien und gegenüber den PolitikerInnen die Forderungen des BBI längst keine Relevanz mehr hätten, dass aber ein langer Atem nötig wäre, die Ziele des BBI nicht aus den Augen zu verlieren und letztlich zu erreichen. Als Motivation soll eine grössere Beteiligung dienen.

Ob aber mit einem „weiter so“ allein die von manchen so erlebte Ohnmacht , die Kluft zwischen persönlichem permanenten Einsatz und der weiter ausstehenden Nichtrealisierung der Forderungen überwunden werden kann, darf bezweifelt werden. In diesem Zusammenhang betonte die Vorbereitungsgruppe, dass die empfundene Ohnmacht nur durch eine stärkere Reflektion der politischen Bedingungen überwunden werden könne. Dann könnten auch Erfolge und Misserfolge realistischer bewertet werden.

Ob dies mit dem Verteilen von Flugblättern entscheidend verändert werden kann ? Ein Anfang ist es allemal.
Erzielt werden kann mit dem Verteilen von themenbezogenen Flugis im persönlichen und wohnlichen Umfeld zumindest der Effekt, dass sich VerteilerInnen und Adressatinnen mit der Lage auseînandersetzen und vielleicht sogar austauschen. Auf einer (Inter-)Aktionsebene ausserhalb der Montagsdemo.

Es stellt sich aber auch die Frage, ob nicht auch durch das fast alternativlose Setzen auf die appellative und eher defensive („Lärm zurück“)Demo im Terminal als beinahe einziger Protestform so manche Ohnmachtsgefühle angeheizt werden. Oder ob die Zeit für andere Protestformen und Kampagnen reif ist. „Zurück ins Terminal“ wird nicht reichen, es beseitigt ja die Ursachen nicht, die zum Einbruch bei der Beteiligung geführt haben.
Es wurden teilweise Erwartungshaltungen unterstützt, mit dem Dezibelpegel der Demo( und dem richtigen Kreuz auf dem Wahlzettel) würde sich alles wenden.Das ist aber ein völlig falsches Bild von einem Wirtschaftskonzern wie der Fraport und der Flugbranche allgemein.Eine Fehleinschätzung der Machtverhältnisse zudem.

Hohe TeilnehmerInnenzahlen galten noch vor 2-3 Jahren als nicht hinterfragbarer, selbsterklärender Erfolgsbeweis für die
wöchentliche Demostrategie, was jetzt zurückschlägt.

An den nächsten Montagen werden die Mobilisierungsflugblätter im Terminal präsentiert werden. Es ist zu hoffen, dass es auch um die Inhalte und über die Weiterentwicklung der Flugis auf der Montagsdemo selbst einmal einen Diskussionsprozess gibt. Sonst sieht die Zukunft der Institution Montagsdemo nach ihrer 200. Auflage im Dezember nicht gerade rosig aus.


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