Montagsdemo am 26.9. mit Robin Wood

Leider deutlich weniger TeilnehmerInnen kamen zur Montagsdemo mit dem Generalthema „Luftverkehr und Klimawandel“ , verglichen mit der „Krachdemo“ am Montag zuvor, für welche speziell mobilisiert worden war.
Dabei ging es um eine für die Motivation und auch für die Argumentation der AusbaugegnerInnen besonders wichtige Problematik.

Monika Lege, die bei Robin Wood in Hamburg hauptamtlich für das Referat „Verkehr“ zuständig ist, hielt eine zehnminütige Rede über die Pläne der UN-Organisation ICAO (Internationale Organisation für zivile Luftfahrt) , dem Flugverkehr ein weiteres Wachstum einzuräumen bei weiter steigendem CO.2-Ausstoss. Man will das so gestalten, dass es „klimaneutral“ passiert. Dies soll mittels sogenanntem „Offsetting“ gelingen, dass heißt die Flugwirtschaft bezahlt Massnahmen zur CO.2-Einsparung anderswo, etwa in der Landwirtschaft oder im Kraftwerksbereich.

Da darf mensch zuerst fragen, warum es nicht Ziel sein muss, dass die Luftverkehrswirtschaft ihr absolutes heutiges Verschmutzungspotential zu verringern gezwungen wird.

Zum anderen ist zu fragen, warum der Flugwirtschaft das Privileg eingeräumt werden soll, Kompensationsleistungen einkaufen zu dürfen und anderen Bereichen der Wirtschaft nicht. Bei einer symmetrischen Machtsituation könnten die Bereiche, auf die die Luftverkehrswirtschaft ihr Auge geworfen hat und wo Einsparungen offenbar besonders billig zu haben sind, das gleiche von den Airlines selbst verlangen.

Unter dem Gesichtspunkt des Machtgefälles sind auch die Pläne für eine Teilsubstitution des Kerosins durch Biosprit besonders gefährlich, welche die Umwelt- und Lebensverhältnisse in ärmeren Ländern durch grossindustriellen Plantagenanbau von Nutzpflanzen weiter verschlechtern könnten. „Bio“ heisst nicht unbedingt „Oeko“.

Man möchte sich möglichst billig freikaufen, und das zudem noch besonders unverbindlich und intransparent, damit eine privilegierte Schicht weiter fliegen kann.

Hier hilft nur Druck auf die Airlines, auf die Flughäfen und auch auf die KonsumentInnen. Es ist auch die Formulierung eines Zeitpunktes nötig, ab dem der Einsatz von Kerosin als Treibstoff verboten wird. Anders wird es kein Veränderungspotential und auch keine kreative Forschung geben.
Auch sollten die gesellschaftlichen Kosten errechnet werden, welche vor allem in ärmeren Ländern durch die Klimaveränderung entstehen und der Anteil der Fliegerei daran auf die Produktionskosten der Ware Mobilität umgelegt werden.

Nötig ist auch ein sofortiger Stopp aller Flughafenerweiterungen und eine Reduzierung der Zahl der Flugbewegungen. Im Namen der Sicherung der Zukunft Aller ist damit auch die Reduzierung der Lärmbelastung (relativ) Weniger zu erreichen. Umgekehrt ist es ja so, dass ein Einsatz lärmgeminderter Flugzeuge, die immer noch laut genug sind, noch lange nicht das Klima rettet.