5 Jahre Nordwestbahn- Zentrale Demo in Mainz

Am Freitag, den 21.10 2016 , jährt sich die feierliche Inbetriebnahme der NW-Landebahn zum fünften Mal. Am Freitagabend soll mit einer kleineren Kundgebung in Frankfurt und am Samstagmittag auf einer grösseren Demo in Mainz unter dem Motto „5 Jahre und kein bischen leiser“ gezeigt werden, dass die vom Flughafenausbau betroffenen Menschen weder beruhigt sind noch der Konflikt befriedet ist. Dass die aktuelle Auseinandersetzung eine lange Vorgeschichte hat, schildert eine neue Doku von ZDF Info über den Widerstand gegen die Startbahn West „Die Wutbürger der 80er“, welche zu nachtschlafener Zeit am Samstagmorgen erstmals ausgestrahlt wird.

„Flagge zeigen“. „Aufgeben gilt nicht“. Zeigen, dass der Widerstand nicht eingeschlafen ist“ – mit diesen Bonmots wird für die Demos am Wochenende mobilisiert.

Im Mittelpunkt steht die populäre Forderung nach „mehr Ruhe in Rhein-Main“, mit der nicht ausgesprochenen Konsequenz die Nordwestbahn zu schliessen. Die Lärm- und Feinstaubbelastung sei nach den Erfahrungen der letzten 5 Jahre nicht auf ein erträgliches Mass absenkbar. Die Bahn wäre nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für Fraport eine Fehlinvestition, weil die „Wachstumsphantasien“ des Unternehmens sich nicht erfüllt hätten und eine Aenderung aus ökonomischen Gründen nicht zu erwarten und aus ökologischen Gründen nicht zu verantworten sei. Die Demos richteten sich auch gegen die erklärte Absicht der Fraport, mit einer Kapazitätsausweitung um jeden Preis die Verlärmung weiter auszuweiten. Die Nordwestbahn „sei überflüssig “. Eine bundeseinheitliche Lärmschutzgesetzgebung müsse her.

Los geht das Demowochenende am Freitagabend um zehn vor sieben an zwei Sammelpunkten in der Frankfurter Innenstadt -an der Hauptwache und am Südkopf des Eisernen Steges. Die zwei Fackelzüge treffen sich auf dem Römerberg , wo das Frankfurter Bündnis der Flughafen-Bürgerinitiativen eine Mahnwache mit Kundgebung unter Mitwirkung der Pfarrerin Silke Alwes- Christe (evangelische Kirche) und dem Pfarrer Werner Portugall (katholische Kirche) abhält. Die Organisatoren gehen in der Demoanmeldung von wenigen hundert Teilnehmenden aus. Gegen 20 Uhr soll die Aktion beendet sein.

Bereits Samstag früh ist es, wenn um 0.45 Uhr in ZDF Info die Doku aus der Reihe „Geschichte treffen“ Erstausstrahlung hat. Uebrigens kann der 45 Minuten-Film danach auf der Mediathek abgerufen werden.
Die von der Wiesbadener Produktionsfirma „Bewegte Zeiten“ hergestellte Sendung befasst sich mit dem Bau des Hüttendorfs und den darauf folgenden Auseinandersetzungen um die Startbahn West. „Normale“ BürgerInnen wurden vor 35 Jahren politisiert und radikalisiert und die Polizei stand als Gegner da. Neben ZeitzeugInnen , welche auch bereits bei den Veranstaltungen der Uni Mainz im Sommer auftraten, werden auch Leute zu sehen sein, die sich aus der Politik zurückgezogen haben.

Am Samstag findet dann die Demo in Mainz statt, welche an die legendäre Brückendemo vor fünf Jahren erinnern und anknüpfen soll. Die war damals der sichtbare Auftakt zu einer grossen Protestwelle.
Sie ist ausdrücklich als „Grossdemo“ angekündigt. Vom Hauptbahnhof in Mainz werden ab 11 Uhr im 10-Minuten-Takt Shuttlebusse zum Kundgebungsplatz am Ernst Ludwig-Platz (Nähe Rheinufer) eingesetzt. Dort findet um 12 Uhr die Auftaktkundgebung statt. Darauf geht es auf die Theodor Heuss Brücke und wieder zurück. Es sprechen der Kabarettist Ramon Chormann sowie Karsten Jakobs für die Fluglärmgegner Rheinhessen und Bettina Appelt für die Veranstalterin , die Initiative lebensweres Mainz. Ende ist gegen 14 Uhr.

Kosten wurden nicht gescheut, neben dem Buspendeldienst, der eine Kapazität von über 500 Menschen hat, wurden zwei Marching Bands engagiert.
Die öffentliche Resonanz auf den Demo-Aufruf -und damit der Weiterverbreitungseffekt- war bisher sehr verhalten, so dass intern die Anstrengungen verstärkt wurden, die Kundgebung zu bewerben. Um deutlich zu machen, dass das Thema Flughafenausbau weiterhin auf der politischen Agenda steht („dass die Kraft unseres Widerstandes gegen die Verlärmung nicht abgenommen hat und nicht abnehmen wird“), muss auch eine eindrucksvolle Zahl DemonstrantInnen zusammen kommen. Das setzt unter Erfolgsdruck.
„Medien und Politik werden genau hinschauen, wieviel Menschen sich am 22.10. in Mainz versammeln werden“ sagen die VeranstalterInnen.
Diese argumentieren zudem, dass der Grad der Beteiligung der sonst passiven UnterstützerInnen auch den Grad der Wertschätzung für die Arbeit der AktivistInnen spiegeln würde.
Das Anliegen sei wichtig und der Aufwand der Teilnahme niederschwellig: „Unterbrechen sie einfach ihren Einkaufsbummel für zwei Stunden“.

Wie das Konzept aufgegangen ist, kann von den Insidern am Montag bei der nächsten Mahnwache im Terminal diskutiert werden. Zu Gast ist auch Uli Nissen, Bundestagsabgeordnete der SPD für Sachsenhausen.


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