Braunkohle Hambach: Neue Rodungen treffen auf Widerstand

Jedes Jahr, und das geht nun schon Jahrzehnte so, verschwindet ein Stück des Hambacher Forstes bei Düren um die Abbruchkante des dortigen Tagebaues weiter voran zu schieben. Dieses Jahr soll dem mit der „Aktion rote Linie“begegnet werden.

Die „Aktion Rote Linie“, die auch von den regionalen Bürgerinitiativen mitgetragen wird, sieht vor dass die Alttrasse der (verlegten) Autobahn A 4 zur entgültigen Begrenzung der Tagebauausbaufläche wird. Der südlich davon gelegene Restwald, in dem sich auch die unterschiedlichen Baumbesetzungen befinden, bliebe unangetastet .
Die vorhandenen Kohlereserven würden ausreichen um die moderneren Kraftwerksblöcke des Reviers noch einige Jahre weiterzubetreiben, bei Abschaltung der besonders umweltschädlichen Altanlagen.
Die Ortschaften Buir und Kerpen wären durch den bewahrten Waldgürtel von den Umweltauswirkungen des Tagebaus -u.a. leicht radioaktiver Feinstaub- besser geschützt.

Es gab in den letzten Wochen mehrere Sonntagsdemos, bei denen nahezu 1500 Bürgerinnen und Bürger in roter Kleidung und mit Bändern das Anliegen und auch die Waldbesetzung unterstützten.

Im Verlauf des Jahres gab es Schlichtungs- und Mediationsbemühungen, die jedoch ergebnislos verleifen, da RWE nicht zu substantiellen Zugeständnissen bereit war.

Seit etwa zwei Wochen läuft wieder ein permanenter Polizeieinsatz zum Schutz der Interessen von RWE im Hambacher Forst. Rodungsvorbereitende Massnahmen – Anlage von Rückeschneisen, Unterholzentfernung und Munitionssuche (in dem Gebiet kam es 1945 zu Rückzugsgefechten zwischen Wehrmacht und US-Army) -haben begonnen, und zwar im Bereich des mit der roten Linie als geschützte Zone deklarierten Waldes.

Auch mehrere Baumbesetzungen sind unmittelbar räumungsbedroht. Am 14. und 15.11. kam es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen WaldbesetzerInnen und der Bereitschaftspolizei.

Die politische Forderung der „roten Linie“ geht auch an die NRW-Grünen gegenüber ihrem roten Koalitionspartner. Nur mit einem Stopp der Tagebauausweitung und eines Zurückfahrens der Btaunkohleverstromung lassen sich die vertraglich festgelegten Klimaziele der Bundesrepublik umsetzen. Wie soll das gelingen, wenn nicht einmal die Grünen dies zur vordringlichen und nicht verhandelbaren Grundsatzfrage machen ?


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