Forstbehörden pochen auf Bannwaldschutz bei „Grünen Autobahnen“

Gegen die Pläne der Grünen, die Rhein-Main-Region mit einem Netz von Fahrradautobahnen zu erschliessen, haben sich zahlreiche Forstleute gewandt- wenn diese Planungen auf Kosten des Bannwaldes gehen sollten. „Versiegelung und Beleuchtung von Waldwegen ist mit uns nicht zu machen“, so die Leiterin des Frankfurter Stadtforstes, Tina Baumann.

Die Fahrradautobahnen sollen „nachhaltige Mobilität“ fördern und eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit für Pendler ermöglichen als heute das Auto biete. Nur dann, wenn sie als kreuzungsfreie Vorrangstrassen mit Asphaltierung, Beleuchtung und Winterdienst ausgeführt seien , wären sie für das Umsteigen auf den Sattel attraktiv. Auch rechne man damit, dass das künftige Verkehrsverhalten von einem individuellen modalen Wechsel zwischen Fahrrad, E-Moped, Auto und Bahn geprägt sein werde.

Umstritten sind die Waldtrasse Frankfurt-Darmstadt und die Fahrradautobahn-Verbindung von Frankfurt zum Flughafen. Während die übrigen Fahrradautobahnen überwiegend mit Landesmitteln finanziert würden, kämen für letzteres Projekt auch Mittel aus dem EU-Fördertopf „CHIPS“(Cycle Highways Innovation for Smarter People transport and spatial Planning) in Betracht.

Federführend soll die Regionalpark Südwest GmbH nach dem Willen von Birgit Simon (Grüne) die Planung der innovativen Strassenprojekte übernehmen – bezeichnenderweise nicht die Strassenbauämter.

Ein Kritiker:

„Hier wird als Wegenetz verkauft, was eigentlich profunde Strassenprojekte sind- an einer ordentlichen Planfeststellung vorbei. „So stark auch der Vergleich hinkt- ein Neubau einer Bahnstrecke wurde auch nicht dadurch zum Oekoheiligtum, dass er nicht mehr für Dampfloks sondern für Elektrotraktion ausgelegt wird. Elektromobilität ist künftig die Normalform der Mobilität, an sie müssen die gleichen Massstäbe des Naturschutzes angelegt werden wie jetzt an die Bestandsfahrzeuge. Gerade die Grünen dürfen Klimaschutz und Naturschutz nicht gegeneinander ausspielen, bei Schwarz-Grün kam bei den Deals bisher immer das Schlechtere für beides heraus.
Die Grünen beginnen sich in dem Glauben, was sie täten legitimiere grössere Eingriffe als wenn es andere machten, zum grössten Feind des Waldes zu entwickeln“.


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